Lager- und Kommissioniertechnik

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Mehr Effizienz und bessere Bedingungen im Tiefkühllager

Für Früchte Jork, ein familiengeführtes Großhandelsunternehmen für frische Lebensmittel im Allgäu, hat Klinkhammer ein vollautomatisiertes, fünfgassiges Tiefkühllager realisiert. Der Bauherr steigert hiermit neben der Effizienz und Kommissionierleistung auch die Arbeitsbedingungen seiner Mitarbeiter maßgeblich.

Der Intralogistik-Spezialist Klinkhammer realisierte für Früchte Jork den Anlagenbau eines modernen, fünfgassigen Tiefkühllagers. © Klinkhammer Intralogistics

Als einer der führenden Lebensmittelgroßhändler der Region beliefert Früchte Jork Gastronomie- und Hotelleriebetriebe mit einem umfassenden Sortiment an Lebensmitteln und Non-Food-Artikeln. Aufgrund des Wachstums und des erweiterten Produktsortiments auf rund 13.000 Artikel war der Großhändler an seine Kapazitätsgrenzen gestoßen. Im bisher manuell geführten Tiefkühllager wurden mehr als 1.000 verschiedene Lebensmittel bei –22 Grad Celsius manuell mit Staplern kommissioniert. Ausgehend von den zukünftigen Wachstumserwartungen arbeitete Klinkhammer gemeinsam mit der Eigentümerfamilie ein Konzept für ein neues Tiefkühllager-Lager planerisch aus. Lagerkapazität, Funktions- und Vorhalteflächen, Durchsätze in der Kommissionierung sowie Organisation und Abläufe wurden auf Basis des ausgewerteten Zahlenmaterials analysiert und für die neue Lagerlogistik optimiert.

Automatisiertes TK-Lager entlastet Mitarbeitende

Das neue fünfgassige Tiefkühllager bietet 26.280 Tablar-Stellplätze und beschleunigt die Logistik-Prozesse erheblich. Die Tiefkühlprodukte werden vollautomatisiert binnen kürzester Zeit ausgelagert, kommissioniert und von gut 50 Lkws im Fuhrpark ausgeliefert. Täglich werden etwa 600 Kunden im Umkreis von rund 180 Kilometer rund um Isny bedient. Dank der Automatisierung müssen weniger Mitarbeiter unter Tiefkühlbedingungen arbeiten. Ergonomisch gestaltete Kommissionierarbeitsplätze erleichtern die körperliche Arbeit und minimieren das Bücken und Heben schwerer Kartons.

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Bei der Kommissionierung nach dem Prinzip Ware-zur-Person werden die Tablare auf ergonomischer Höhe beim Arbeitsplatz per Fördertechnik angeliefert. Für Kommissioniermitarbeitende ist es wichtig, dass die Waren einfach zu greifen sind. Tablare lassen sich im Vergleich zu herkömmlichen Behältern ergonomisch handhaben. Die geringe Höhe erleichtert das Greifen und ermöglicht eine effiziente Kommissionierung. Für die Kunden von Früchte Jork ist es ein wesentlicher Aspekt, dass die Ware zum richtigen Zeitpunkt und in der richtigen Reihenfolge für den passenden Auftrag verfügbar ist. Dafür wurde an den Kommissionierplätzen ein Sequenzpuffer für die Einhaltung von Auftragsreihenfolgen vorgesehen. Die Quelltablare werden im Sequenzpuffer zwischengelagert und nach Abruf zu dem entsprechenden Kommissionierplatz transportiert.

Flexibilität dank der Tablare als Ladehilfsmittel

Früchte-Jork-Geschäftsführer Maximilian Jork. © Klinkhammer

Durch die Nutzung von Tablaren als Ladehilfsmittel können Kartons in verschiedensten Größen, Ausführungen und Höhenklassen flexibel im automatischen Kleinteilelager gelagert werden. Die Regalbediengeräte (RBG) sind mit Kameratechnik zur Visualisierung der Teleskopbereiche ausgestattet und erleichtern die Steuerung und Überwachung der Anlage. Jedes RBG ist mit Power Caps für die Energierückgewinnung ausgestattet. Energie beim Bremsen der RBG geht nicht als Wärme verloren, sondern wird zwischengespeichert und für den nächsten Beschleunigungsvorgang wieder zur Verfügung gestellt. Die hohe Lagerdichte des Automatiklagers spart Lagerplatz, was wiederum den Bedarf für die Klimatisierung und Kältetechnik vermindert. Dies ermöglicht einen reduzierten Stromverbrauch. Ein weiterer entscheidender Vorteil des Automatiklagers sind die Präzision und die Schnelligkeit sowie die Wegeoptimierung in den Wareneinlagerungs- und Kommissionierprozessen.

Die Eröffnung des automatischen Tiefkühllagers ist ein Meilenstein beim Ausbau des Früchte-Jork-Standorts in Isny. In einer zweiten Baustufe sind vier automatische, leistungsstarke Shuttlelager für den Kühl- und Trockenbereich geplant. Sie decken verschiedene Temperaturzonen ab. Diese Shuttle­lager fungieren auch als Auftragszusammenführungspuffer, um Teil­aufträge automatisiert zu einer Bestellung zusammenzuführen. Maximilian Jork, der die Geschäftsführung von seinem Vater Joachim Jork im Jahr 2020 übernommen hat, bestätigt: „Wir haben uns in den letzten Jahren vom traditionellen Obst- und Gemüsegroßhandel zum Frische-Dienstleister entwickelt. Das automatisierte Logistikzentrum ist ein weiterer Meilenstein bei unserer Wachstumsstrategie. Mit der Lagerautomatisierung können wir unsere Lagerbestände präziser verwalten, den Energieverbrauch optimieren, die Kommissioniersicherheit maximieren und die Arbeitsbedingungen für unsere Mitarbeiter verbessern.“

Alle Belange der Lebensmittel-Lagerung berücksichtigt

Das Warehouse-Managementsystem Klinkware steuert und kontrolliert die Materialflüsse im Lager. Die Reihenfolge, in der die Ware beim Kommissionieren von der Fördertechnik angeliefert wird, ist bei Lebensmitteln von großer Bedeutung. Die Software berücksichtigt auch Aspekte wie Mindesthaltbarkeitsdatum, Chargen und Anbruchware. Mit dem Klinkhammer-Visualisierungssystem Klinkvision wird die Anlage in dynamisierten Übersichten dargestellt. Alle Ladungsträger, ob auf der Fördertechnik oder im Hochregal, sind jederzeit eindeutig identifizierbar und lokalisierbar. Die eingebundenen Sensoren und Antriebe tragen in der Transportsteuerung dazu bei, eine schnelle Alarmdiagnose im Lager zu stellen. Alle Klinkhammer-Anlagen sind an den Remote-Service angeschlossen und werden zentral überwacht und betreut.

Mit der Inbetriebnahme des Automatiklagers sorgt Früchte Jork für eine energieeffiziente Lagerung bei geringem Flächenbedarf, höhere Durchsätze, verkürzte Laufwege und insgesamt verbesserte Arbeitsbedingungen für die Mitarbeitenden. Mit der neuen Anlage setzt Früchte Jork ein Zeichen für die Zukunft der Lebensmittellogistik.

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