Intralogistikprozesse

Martin Schrüfer,

Mit Sicherheit ein süßes Früchtchen

Die Südzucker-Gruppe setzt auf Qualität: Das gilt für den Herstellungsprozess ebenso wie für die Intralogistikprozesse. Hierzu bedarf es Partner wie Sensorexperte Leuze.

© Leuze

Bis aus einer Rübe Zucker wird, der dann am Ende aus dem Hochregallager ausgelagert und in Lkw verladen wird, müssen verschiedene Stationen durchlaufen werden. Das Hochregallager im Werk Ochsenfurt hat eine enorme Größe: es verfügt über 72.000 Stellplätze. In sieben Gassen finden bis zu 6.000 Europaletten Platz. Je nach Warenabruf verlassen täglich 10 bis 25 Zucker-Lkw das Werk Ochsenfurt. Beim Andocken eines Lkw wird vom Lagerlogistiker die abzuholende Ware über SAP direkt aus dem Hochregallager abgerufen. Über Rollenförderer kommen die georderten Europaletten am Ende der Intralogistik-Prozesskette an: einem 5-spurigen Schwerkraftförderer, der von einem Querförderer mit Paletten beschickt wird.

Klassische Sicherheitskonzepte stoßen an ihre Grenzen

In vielen mehrspurigen Förderanlagen wurde in der Vergangenheit ein einzelnes Muting-Lichtgitter oder eine Lichtschranke benutzt, um gleichzeitig mehrere nebeneinander liegende Förderstrecken abzusichern. Bei dieser Art der Installation handelt es sich aber nicht um ein Muting, wie es die DIN EN IEC 62046 fordert. Denn wenn während des aktiven Mutings die Schutzfunktion des Sicherheits-Lichtgitters temporär unterdrückt wird, können Personen den Gefahrenbereich neben einer aus ihm heraus geförderten Palette betreten. Selbst die Alternative zur Zugangsabsicherung „Smart Process Gating“, die bereits 2016 von Leuze entwickelt wurde, konnte hier nicht zum Einsatz gebracht werden: Diese von Leuze patentierte Technologie basiert auf den Leuze Sicherheits-Lichtgittern MLC 530 SPG, welche zusätzliche Muting-Sensoren überflüssig machen. Doch erkannte Leuze Safety Consultant Dr. Volker Rohbeck, dass sich selbst dieses innovative Verfahren bei Südzucker an dieser Stelle nicht einsetzen lässt. Denn konstruktiv war und ist es auf dieser mehrspurigen Transportanlage nicht möglich, mehrere Muting- oder SPG-Strecken nebeneinander anzuordnen.

Anzeige

Eine kreative Lösung musste her. Denn der Bereich, in dem Paletten an den Schwerkraftförderer übergeben werden, sowie der dahinterliegende Gefahrbereich mussten sicherheitstechnisch zwingend gegen den Zugang von Personen abgesichert werden. Gleichzeitig sollte die Sicherheitslösung auch jeweils nur diejenige Bahn freigeben, auf der die Palette letztlich ausgegeben wird. Hierfür bedurfte es eines neuen Sicherheitskonzepts, das diese erweiterten Anforderungen erfüllte. Und zwar ein solches, das auch bei automatischen Abläufen lückenlose Sicherheit bietet, gleichzeitig aber einen effizienten Materialfluss sowie eine hohe Anlagenverfügbarkeit gewährleistet. Unter diesem Aspekt unterzog Dr. Volker Rohbeck mit Dieter Düll, verantwortlicher Elektromeister bei Südzucker, die Anlage einem kompletten Safety-Check.

Mehrspurige Transportanlage effizient gesichert

Heute erfolgt die Zugangssicherung der fünfspurigen Palettenauslagerung bei Südzucker über zwei vertikal ausgerichtete Leuze Sicherheits-Laserscanner RSL 400. Sie bilden zusammen ein vertikales Schutzfeld, das über alle Bahnen reicht. Das Sicherheitssystem erhält von der Anlagensteuerung die Information, auf welcher Bahn die Palette ausgegeben wird, und passt die Schutzfelder der beiden Laserscanner kurz vor der Durchfahrt der Palette entsprechend an. Übergibt der Querverschiebewagen eine Palette, wird dies an der Steuerung des Systems angemeldet und ein Schutzfeld ausgewählt. Nach Durchfahrt der Palette werden die Schutzfelder der Sicherheits-Laserscanner zurück auf ihre Ausgangsgröße gesetzt und „schließen“ dadurch den Förderbereich wieder komplett. Das Sicherheits- system bedarf keiner zusätzlichen Signale wie etwa die von Muting-Sensoren. Damit gibt es auch keine anlagenbedingten konstruktiven Einschränkungen. Die Lösung ist manipulationssicher und für das Nachrüsten von Bestandsanlagen ideal: Die beiden Sicherheits-Laserscanner werden durch eine eigene zum Schutzkonzept gehörende vorprogrammierte Sicherheitskleinsteuerung gesteuert und über zweikanalige Sicherheitsausgänge in die Anlage integriert.

Der Artikel erschien in materialfluss 8-9/21.

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Kooperation

Sie verstehen sich drahtlos

R3 Solutions und Conductix-Wampfler gehen eine Partnerschaft ein. Es sollen gemeinsame Lösungen für die drahtlose Datenkommunikation entstehen. Ein erstes gemeinsames Projekt gibt es bereits für einen Hersteller von Elektroautos in den USA.

mehr...

Logimat 2022

Advantech will den besten Überblick

Die Herausforderungen in der Logistik nehmen noch weiter zu. Komponenten sind knapp und Preise für den Transport steigen. Langfristige Entwicklungen vorauszusehen, fällt derzeit schwer. Umso wichtiger ist es, Lösungen ganz nach dem Motto...

mehr...

Newsletter bestellen

Immer auf dem Laufenden mit dem materialfluss NEWSLETTER

Aktuelle Unternehmensnachrichten, Produktnews und Innovationen kostenfrei in Ihrer Mailbox.

AGB und Datenschutz gelesen und bestätigt.
Zur Startseite