FTS

Technik-Trend FTS - modulare Bauweise bietet hohe Prozesssicherheit

Fahrerlose Transportsysteme haben ihren festen Platz in Materialflusslösungen. Durch modulare Bauweise und Sonderlösungen gibt es nur wenige Aufgaben, die sie nicht übernehmen können. Zugleich verringern sie die Personalkosten und bieten eine hohe Prozesssicherheit. Materialfluss stellt Trends und neue Lösungen vor.

Die FTS-Technologie ist in weiten Teilen ausgereift und hat sich in vielen Anwendungen bewährt. Neuerungen finden sich jedoch bei der Steuerung, der Visualisierung, der Outdoor- Navigation sowie bei Adaptionen an neue Aufgaben. Ein Unternehmen, dass seine FTS-Leitsteuerung hinsichtlich Integrationsfähigkeit in übergeordnete Systeme weiterentwickelt hat, ist die Frog AGV Systems GmbH. Zudem überlegt man bei Frog derzeit, die heute oft zur Standardausrüstung gehörende 2D-Visualisierung der Anlagen auf eine 3D-Visualisierung zu erweitern. Bei der Navigation arbeiten günstigere Lösungen nach wie vor spurgebunden. Hingegen ist bei frei navigierenden Lösungen mehr Hightech gefragt. Entsprechend teuer sind auch die Systeme. Bei den frei navigierenden Technologien haben sich die Magnetnavigation und die Lasernavigation bewährt. Ein erkennbarer Trend ist hier die Navigation mit natürlichen Ortsmarken und Sicherheits- Laserscannern. Bei Frog sind Laserscanner im Innenbereich Standard. Für den Außenbereich bietet das Unternehmen nur noch mechanische Bügel-Bumper an.

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Die FTS-Branche wartet derzeit auf weitere zugelassene Sicherheitssysteme wie 3D-Laserscanner oder kamerabasierte Systeme. In Verbindung mit Laserscannern fahren Indoor-Fahrzeuge derzeit in der Regel mit Geschwindigkeiten bis 1,2 m/s. Der Trend geht in Richtung 1,5 m/s. Hingegen fahren Fahrzeuge im Außenbereich bereits mit 10 bis 15 km/h.

Die Bandbreite der von Frog lieferbaren Fahrzeuge reicht vom Kleinbehälter- und Kartonagentransport über den klassischen Paletten- und Gitterboxentransport bis zum Schwerlasttransport in der Stahl, Holz- und Papierindustrie. Bei allen Standardbaureihen wird die neue Modulbauweise angewandt. Die PalletMover für den Transport von Paletten und Gitterboxen haben einen aus standardisierten Modulen bestehenden Vorbau, der mit bewährten Komponenten bestückt ist und sich mit einer Vielzahl an Lastaufnahmemitteln kombinieren lässt. Sie werden entweder als klassische Gabelhubfahrzeuge oder als Rollen- und Kettenfördererfahrzeuge eingesetzt. Die BoxRunner Behältertransportfahrzeuge beinhalten neben den Modulen auch verschiedene Förderer, im Besonderen das Frog-Shuttle zum passiven Behälterhandling. Mit diesem Förderer können Behälter oder Kartonagen einfach in Regale gestellt und auch wieder abgeholt werden. Auch diese Baureihe wird in einer Vielzahl an Varianten gebaut.

Transportsysteme nach Maß Der FTS-Hersteller E & K Automation hat gemeinsam mit einem renommierten Staplerhersteller einen Seitenstapler als Fahrerloses Transportfahrzeug entwickelt. Mit diesem Fahrzeug werden gebündelte Rohrpakete aus Kupfer oder Messing eingelagert sowie ausgelagert und an den Produktionsmaschinen wieder abgegeben. Die Rohrpakete haben einen Querschnitt von rund 350 mm x 350 mm und sind maximal 3 500 mm lang. Das maximale Lastgewicht beträgt 1 300 kg, die maximale Hubhöhe 9 000 mm, der seitliche Ausschub 950 mm. Das FTF verfügt über zwei gelenkte Antriebseinheiten und zwei aktiv gelenkte Zwillingslaufrollen. Durch eine spezielle Wippmechanik haben alle vier Radeinheiten ständigen Bodenkontakt, was für ein präzises und genaues Fahren unabdingbar ist. Zudem kann das Fahrzeug dadurch flächenbeweglich manövrieren, so dass der Fahrkurs sehr platzsparend ausgelegt werden konnte. Das Lasthandling geschieht elektrohydraulisch durch einen Dreifachmast und eine seitliche Ausschubeinheit, die den gesamten Mast seitlich aus dem Fahrzeug herausschiebt.

Ein Sonderfahrzeug hat auch MLR System GmbH Materialfluss Logistiksysteme entwickelt. In einem Lebensmittel verarbeitendem Betrieb hat das mit Lasernavigation ausgestattete Fahrerlose Transportfahrzeug des Typs Phoenix BF- 1,5 Lr die Aufgabe, leere Edelstahl-Container mit rechteckigem Stahlrahmen von einer stationären Fördertechnik aufzunehmen, zu einzelnen von insgesamt 22 Füllstationen zu fahren und eine exakt definierte Menge an pulverförmigen Rohstoffen aufzunehmen, um dann nach Beendigung der Sammelaktion die gefüllten Container der Abgabe- Rollenbahn für die Weiterverarbeitung zuzuführen.

Den Befehl zur Übernahme eines leeren Containers erhält das Fahrzeug von einer stationären Steuerung über eine Datenlichtschranke. Dies ist gleichzeitig der Beginn einer Sammelaktion. Steht der Container vollständig auf der Fahrzeug-Rollenbahn, wird der Containertransfer an die stationäre Steuerung gemeldet, woraufhin diese mitteilt, zu welcher Füllstation das FTF zuerst fahren soll.

Aus Hygienegründen ist der Edelstahl- Container, der die Rohstoffe aufnimmt, mit einem lose aufliegenden Deckel ausgestattet, der lediglich beim Befüllen automatisch geöffnet wird. Zum Befüllen wird der Container über ein Hubgerüst am Fahrzeug mit zwei Hubbalken um rund 200 mm vom Rollenförderer abgehoben und an der Füllstation angedockt. Im Hubgerüst sind vier Wiegezellen mit Auswerteeinheiten integriert, mit denen die zugeführte Menge während der Befüllung automatisch ermittelt wird. Nach dem Befüllen wird der Container abgesenkt, der Deckel automatisch verschlossen und das Fahrzeug wird „in Marsch gesetzt“.

Eine Low-Cost-FTS-Lösung bietet die Allgäuer Firma S-Elektronik an. Der EJet bietet eine Traglast bis 500 kg, Breiten von 600 mm bis 1 000 mm und kann mit vielen verschiedenen Aufbauten als Teilezubringer-/Abholer oder als Truck im Anhängerbetrieb genutzt werden. Das Fahrzeug ist sofort einsatzfähig und es bedarf keiner kundenseitigen Umbauten. Die Amortisationszeit ist nach Angaben des Herstellers ab 16 Einsatztagen im vollen 2-Schicht-Betrieb oder bei 4 Stunden-Voll-Nutzung pro Arbeitstag ab 60 Einsatztagen ungewöhnlich niedrig. Die Fahrspur wird einfach auf den Hallenboden aufgeklebt. Optional ist die Einbindung in ein rechnergestütztes PPS-System möglich.

Zukunft Brennstoffzelle

Bei der Energieversorgung wird man vorerst bei den bewährten Blei- und NiCd-Batterien sowie der induktiven Energieübertragung bleiben. Neue Batteriesysteme beziehungsweise die Brennstoffzelle sind zwar schon weit entwickelt, aber noch nicht serienreif. Frog beispielsweise verwendet bereits überwiegend wartungsfreie Drehstromantriebe für die Fahr- und Lenkantriebe. W-LAN-Systeme sind dabei Standard, ebenso die Kommunikation im Feld per LAN und TCP/IP mit Standardkomponenten.

E&K Automation Indumat GmbH & Co. KG, E-Mail: [email protected], www.ek-automation.com

Frog AGV Systems GmbH, E-Mail: [email protected], www.frog-fts.de

MLR System GmbH, E-Mail: [email protected], www.mlr.de

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