Antrieb für Innovationen

Martin Schrüfer,

Framo Morat entwickelt Getriebe und Antriebe für Fahrerlose Transportsysteme

Ein zentraler Bestandteil von Fahrerlosen Transportsystemen sind die passenden Getriebe. Das weiß man auch bei Framo Morat. Mit 110 Jahren Erfahrung in der Entwicklung von Antriebslösungen hat das Unternehmen den Bedarf an Getriebekonzepten für Fahrerlose Transportsysteme frühzeitig erkannt.

Der Fahrantrieb für Flurförderzeuge, wie Hochhubwagen und kleinere Gabelstapler, ist die neueste Entwicklung von Framo Morat für den boomenden Markt der Intralogistik. Die Besonderheit ist der Einsatz der speeroX-Verzahnung als Winkelstufe, durch die eine hohe Leistungsdichte erzielt wird. © Franz Morat Group

Für Framo Morat waren sie neben zahlreichen erfolgreich realisierten Getriebeprojekten im Bereich der Intralogistik auch aufgrund der eigenen Erfahrungen im Zuge der Modernisierung des hauseigenen Lager- und Logistikkonzeptes der Ausgangspunkt für den Einstieg in das Marktsegment FTS.

Ergebnis dieses Vorhabens waren die beiden Nabengetriebe NG250 und NG500, die basierend auf einem Baukastensystem in jeweils ein- und zweistufiger Ausführung erhältlich sind. Für kleinere FTS bietet sich das NG250 an, das in der einstufigen Variante mit einer Gesamt-Getriebelänge von 62,5 mm und einer Standard-Radgröße von 125 mm bis zu 250 kg Traglast pro Rad abdecken kann. In Sachen Kompaktheit weiß auch das NG500 mit einer Gesamt-Getriebelänge von 64 mm und einer Standard-Radgröße von 160 mm zu überzeugen. Dieses kommt mit einer Radlast von bis zu 500 kg in größeren Fahrzeugen zum Einsatz.

Weil die Getriebe als einzelne Module aber nur einen Teil der Fahrerlosen Transportsysteme umfassen, war es die logische Konsequenz, gemeinsam mit Motoren-Partnern erste Komplettsysteme für den Antriebsstrang anzubieten. „Je nach Kundenanforderung haben renommierte Motorenhersteller darauf basierend entweder sehr leistungsstarke Systeme, die schwere Lasten transportieren müssen, oder kompakte Lösungen, die in begrenzten Bauräumen platziert werden können, entwickelt und als Standard etabliert“, freut sich Felix Kneipp, der sich für das Business Development im Geschäftsbereich Nabenantrieb / Intralogistik beim Schwarzwälder Zahnrad- und Antriebsspezialisten verantwortlich zeichnet.

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Nach erfolgreichen Kundenprojekten war eine eigene Systemlösung für Fahrerlose Transportsysteme der naheliegende nächste Schritt. „Unser Fokus lag nicht mehr nur auf einer abgestimmten Leistungsdichte beim Getriebe, sondern auch bei Motor und Elektronik. Zudem wollten wir eine Antriebseinheit bereitstellen, die über die gesamte Nutzungsdauer des FTS zuverlässig die Traglast- und Dynamikanforderungen erfüllt“, erklärt Kneipp.

Entstanden ist daraus ein hochintegrierter Radnabenantrieb. Basierend auf dem NG500 vereint er sämtliche Funktionselemente in einer All-Inclusive-Lösung. Den FTS-Herstellern steht somit ein auf die Anwendung abgestimmtes System zur Verfügung, das in entweder kompakteren Fahrzeugen bei gleicher Traglast oder zusätzlich nutzbarem Bauraum für Batterien und Elektronik resultiert. Weiterhin können bei Bedarf Anpassungen in Bezug auf Traglast, Drehmoment, Schnittstellen, Sensorik und Steuerungsprofile vorgenommen werden. Durch die hohe Fertigungstiefe im eigenen Haus bei den Getriebekomponenten, Freiheiten in der Motordefinition und das eigene Montageteam kann Framo Morat bei den Radnabenantrieben zudem kurze Lieferzeiten realisieren.

„Der Antrieb ist in den verschiedensten FTS einsetzbar. Ob in automatisierten Lagerhallen oder in der Produktion zur Verteilung von Waren, Verpackungen und Bauteilen oder als Fahrantrieb von Desinfektionsrobotern oder Medikamententransport-Fahrzeugen in Kliniken. All das macht ihn für Fahrzeughersteller unterschiedlichster Branchen so interessant“, so Kneipp.

Kundenspezifische Entwicklungen weiter gefragt

Neben den Systemlösungen besteht auch bei kundenspezifischen FTS-Lösungen weiterhin Interesse. „Gerade bei Anwendungen, die nicht mit Standardsystemen bedient werden können, ist die Kernkompetenz der kundenspezifischen Entwicklung wichtig“, meint Kneipp. „Für uns ist es deshalb selbstverständlich, dass wir unseren Kunden bei Bedarf auch individuelle Lösungen anbieten.“ „Basierend auf den aktuellsten Markttrends überlegen wir immer, wie wir eine allgemeingültige Eigenentwicklung schaffen können, damit auch andere Anwendungen und Akteure im Bereich der Intralogistik davon profitieren können“, sagt Kneipp.

Jüngstes Beispiel dafür ist der auf der speeroX-Verzahnung basierende Fahrantrieb für Hubwagen und kleine Gabelstapler. Das System besteht aus einem Elektromotor, einer schräg verzahnten Stirnradstufe und einem speeroX-Radsatz als Winkelstufe.

Die speeroX-Verzahnung ist eine Eigenentwicklung von Framo Morat, mit der sich hohe Übersetzungen und ein Kraftfluss um die Ecke in nur einer Stufe realisieren lassen. Bei dem Radsatz wandert die Verzahnung des Rads auf die Planseite. Durch die vorteilhafte räumliche Anordnung des spiralverzahnten Rads und einer modifizierten Schnecke kann der Bauraum gegenüber klassischen Getriebevarianten deutlich verkleinert werden. Der speeroX-Radsatz ist zudem leise und weist einen hohen Wirkungsgrad bei langer Lebensdauer auf.

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