Förder- & Hebetechnik
Schwerarbeiter für Paradiesinsel
Wenn man mit dem anderen Ende der Welt Geschäfte machen will, braucht man vor allem eins: Potente Partner vor Ort. Dies gilt vor allem dann, wenn man mit Standardprodukten nicht weiter kommt.

Es gibt nur wenige Hebezeuge, die so kompakt sind wie der Seilzug AS7 von Stahl CraneSystems. Doch bei manchen Projekten kann auch der kompakteste Seilzug an seine Grenzen stoßen. Bei diesem außergewöhnlichen Auftrag sollte Stahl CraneSystems förmlich jeden Zentimeter der Halle des Kunden ausnutzen. Der Kunde benötigte Hebezeuge mit extrem kurzen Anfahrmaßen an beiden Kranseiten. Sie durften keine Hakenwanderung haben, sollten auf einer reduzierten Spurweite von 2 m fahren und 30 Tonnen heben.
Was machen die Entwickler von Stahl CraneSystems, wenn ein Kunde konkrete Vorgaben macht und keines der Standardhebezeuge passt? Sie entwickeln eine Sonderlösung. Für den Wartungskran in einer der metallurgischen Anlagen der Koniambo-Mine benötigte der Minenbetreiber zwei 30-Tonnen-Hebezeuge ohne Hakenwanderung, die extrem nah an den Wänden arbeiten können. 30 Tonnen ist eine typische Traglast für einen Seilzug wie dem AS7, dieser scheidet für dieses Projekt jedoch aufgrund seiner Abmessungen und Trommellänge aus. Kettenzüge sind deutlich kompakter und haben keine Hakenwanderung, dafür heben sie aber nur knapp über 6 t in der Standardausführung.
Die Lösung der Stahl-CraneSystems-Ingenieure war ein Spezialkettenzug, bestehend aus vier kombinierten ST60-Einheiten, die gemeinsam auf einer ebenfalls speziell konstruierten Obergurtkatze montiert sind. 12-fach eingescherte Ketten mit einer Gesamtlänge von 130 Metern verleihen dem Hebezeug die nötige Zugkraft. Um die geringe Raumhöhe optimal zu nutzen, entwickelten Ingenieure außerdem spezielle Hängekran-Laufwerke für beide Zweiträgerhängekrane.
Global vertreten
Aber wie kommt ein Spezialkettenzug aus Künzelsau nach Neukaledonien, ans andere Ende der Welt? Stahl CraneSystems hat Tochtergesellschaften und Vertriebspartner überall auf der Welt. Einer dieser Partner ist Excellift, einer der führenden Kranbauer Malaysias. Excellift arbeitet in Malaysia eng mit dem internationalen Anlagenbauer Technip zusammen, einem großen Unternehmen für Projektmanagement, Engineering und Konstruktion von Anlagen für die Öl- und Gasindustrie.
Technip wurde 2007 mit dem Projektmanagement für den Bau der Koniambo-Mine beauftragt und liefert zudem metallurgische Produktionsanlagen nach Neukaledonien. Aufgrund der guten Erfahrungen mit Excellift lag es nahe, dass Technip den malaysischen Kranbauer ins Boot holte. Excellift bot die Spezialkrane 2008 an und bekam den Auftrag. Stahl CraneSystems begann mit dem Engineering und fertigte die Spezialkettenzüge im Sommer 2010. Anfang August 2010 wurden sie in Künzelsau verpackt und traten ihre Reise nach Malaysia an. Neben den beiden Spezialkettenzügen lieferte Stahl CraneSystems noch zahlreiche weitere Hebezeuge und Krankomponenten an Excellift. Im März 2011 unterzog Excellift den Spezialkettenzug in seinem Werk in Kuala Lumpur einer vollen Funktions- und Lastprüfung, die Auslieferung erfolgte im Mai 2011.
Rohstoffreiche Inseln

Neukaledonien ist eine kleine Inselgruppe im Südpazifik. Das Land hat eine Fläche etwa in der Größe von Rheinland-Pfalz und birgt neben Russland, Australien und Kanada die weltweit größten, unerschlossenen Nickelvorkommen der Erde. Seit einigen Jahren baut hier das Unternehmen Koniambo Nickel SAS an einer Nickelmine. Das Großprojekt ist ein Joint Venture der Société Minière du Sud Pacifique und dem Xstrata-Konzern. Das ›Koniambo Nickel Mine Project‹ soll 2015 fertig gestellt werden und mindestens 25 Jahre lang Nickel aus dem Laterit-Gestein abbauen.
Stahl CraneSystems GmbH, E-Mail: [email protected], www.stahlcranes.com









