Aus materialfluss SPEKTRUM 2019

Maßgeschneidert für den ­Multi-Channel-Vertrieb

Das wachsende E-Commerce-Geschäft und vielfältige Vertriebswege stellten die bugatti Holding ­Brinkmann vor neue Herausforderungen. Der Hersteller für Herrenbekleidung entschied sich, ein ­Hängewarenlager zum Zentrallager umzubauen. Das bestehende Transportsystem erwies sich als zu ­unflexibel – ein Neubau wäre nötig geworden. Mit Schönenberger Systeme fand das Unternehmen einen Partner für eine einfachere Lösung.

© bugatti

Bis dato war das für den Umbau vorgesehene Lager am Standort Goslar ausschließlich für bugatti Anzüge, Jacken und Hosen genutzt worden. Als neues Logistikzentrum sollte es jedoch ein breiteres Spektrum aus Hänge- und Liegeware distribuieren – neben dem bugatti Vollsortiment noch vier weitere Bekleidungsmarken aus der Unternehmensgruppe. Schnell zeigte sich, dass die Um- und Aufrüstung des Transport- und Lagersystems im bestehenden Gebäude nicht möglich war.

Der Vorschlag lautete, einen Neubau auf der anderen Straßenseite zu errichten und mit dem vorhandenen Lager zu verbinden – ein aufwendiges Unterfangen und in jedem Fall eine große Investition. So stand das Unternehmen vor der Entscheidung entweder einen teuren Neubau umzusetzen oder die bestehende Immobilie noch effizienter zu nutzen.

Ein neues System für den alten Standort
Einen anderen Weg schlug die Schönenberger Systeme GmbH vor. Nach der Gebäudebesichtigung war sich der Experte für Hängeförderanlagen sicher, mit der ­Ge­bäudestruktur, dem vorhandenen Raum und dem ­bestehenden Gerüst auszukommen und die neue Transport­anlage einpassen zu können. Das Unternehmen ist darauf speziali­siert, Intralogistik „in die Höhe zu denken“ und den freien Raum unter der Hallendecke mit seinen flexiblen, baukasten­artigen Logistiksystemen zu nutzen. „Der Vorschlag von Schönenberger war so überzeugend, dass wir die Neubaupläne sofort fallen ließen“, erzählt Bruno Weis, Logistikleiter am Standort Goslar. „Denn das modulare Schönenberger System Omniflo ließ sich perfekt in die vorhandene Umgebung einpassen und vollständig nach unseren Vorstellungen gestalten.“

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Gerüstet für alle Vertriebswege
Die geplante zentrale Belieferung von Stores, Outlet-Läden, Onlinehändlern und Webshop-Kunden aus einem zentralen Lager erforderte neue, effiziente Prozesse und Flexibilität. Denn entsprechend der verschiedenen Vertriebswege mussten auch unterschiedliche Lieferungen von Losgröße 1 bis zu voll beladenen Lkws mit Neuware bewältigt werden. Nicht zu vergessen auch die Rücksendungen aus dem E-Commerce: Sie sollten schnell vereinnahmt, die Ware wiederaufbereitet und neu etikettiert werden können – je nach Losgröße binnen eines Tages bis zum Warenausgang. Entsprechend hoch waren die Anforderungen an Organisation, Übersicht und die Bearbeitungsgeschwindigkeit von Bestellungen.

Arbeitsplätze neu organisiert und verzahnt
Wie wird aus einem Hängelager mit vier ­Lagerebenen und einer Be­arbeitungsebene ein multifunktionales Logistik­zentrum für Hänge- und Liegeware? Die Schönenberger Lösung lau­tete: mobile Arbeitsplätze auf allen vier Lagerebenen, großzügige, kundenneutrale Lagerbestände und ein System, das alle Funktionsbereiche integriert. Für den ­intelligenten Warenfluss schlug Schönenberger einen deutlich größeren Puffer­bereich im Wareneingang vor, der das flexible Abarbeiten von Lieferungen nach Dringlichkeit ermöglicht.

Umrüstung bei laufendem Betrieb
Im Oktober 2017 startete das Schönenberger Montageteam mit dem Umbau der obersten Etage. Während auf den darunterliegenden Ebenen der Betrieb normal weiterging, wurde Stockwerk für Stockwerk geräumt und das neue System montiert. So arbeitete sich das Team durch alle Lagerebenen nach unten. Dann folgten die zweite Etage mit Bügel­ei, Retourenarbeitsplätzen und Tunnel­finisher und schließlich die erste Ebene mit den Funktionsbereichen Waren­eingang und -ausgang mit neuen, ergo­nomisch gestalteten Arbeitsplätzen in ­Wareneingang, Qualitätskontrolle und Packerei.

Die alten Etagen­förderer ­wurden bis zuletzt belassen und in einem ­finalen, einwöchigen Kraftakt durch die neuen ersetzt. „Die Zusammenarbeit und Kommunikation mit Schönenberger ­haben auch in dieser intensiven Zeit sehr gut funktioniert,“ erinnert sich Bruno Weis. „Das Schönenberger Team war überaus kom­petent und setzte auch ­kurzfristige Änderungswünsche während der Montage um.“

Gute Übersicht und einfaches Handling
Seit Mai 2018 arbeiten die Mitarbeiter auf allen Lagerebenen an mobilen, ergonomisch gestalteten Arbeitsplätzen. Die Arbeitsbereiche sind gut beleuchtet und großzügig bemessen. Auf den Lager­strecken werden Trolleykörbe für die Liegeware eingesetzt und Trolleyzüge für die Hängeware. Sie können von den Mitarbeitern mit nur geringem Krafteinsatz gezogen werden. Hinzu kommen Schwerlastgondeln für den Transport größerer Mengen Schuhkartons. Sie fahren links oder rechts direkt an die Regale, damit schwere Kartons ohne Anheben in die Gondel geschoben werden können.

Der Transport zwischen den Etagen erfolgt vollautomatisch mit Schrägförderern. Dass die neue Anlage viel leiser ist, werten die Mitarbeiter als großes Plus, ebenso wie die neue, sehr gute Übersicht und Ordnung auf allen Etagen. Auch ein Jahr nach dem Umbau ist Bruno Weis hochzufrieden. „Mit dem Schönenberger ­Omniflo Transportsystem können wir sämtliche Marken und alle Vertriebs­kanäle trotz unterschiedlicher Planungs­horizonte optimal bedienen, selbst bei größter Beanspruchung.“

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