Förder- & Hebetechnik
Cleveres System für Pufferbereiche
Bessere Wirtschaftlichkeit dank weniger Instandhaltungsaufwand - das schafft eine Neuerung in der automobilen Skidfördertechnik. Und auch die Umstellung auf den skidlosen Transport ist ohne Probleme möglich.

Zur Verknüpfung einzelner Fertigungsprozesse in der automobilen Skidfördertechnik kommen heutzutage Rollenbahnen, Querverfahreinheiten und Kettenfördersysteme zum Einsatz, die alle mit einer großen Anzahl von Antrieben ausgestattet sind. Insbesondere in Puffer- und Speicherbereichen ist es notwendig, viele Systemkomponenten ständig verfügbar zu halten.
Und dies, obwohl diese Zonen nur zu bestimmten Zeiten, wie zum Beispiel Produktionsunterbrechungen oder am Schichtende, genutzt werden. „Die neue VarioLoc reduziert den Instandhaltungsaufwand selten genutzter Bereiche“, erklärt Ralf Völlinger, Executive Director Eisenmann Anlagenbau GmbH & Co. KG das neue modulare Skidfördersystem von Eisenmann. „Dies trägt maßgeblich zu einer verbesserten Wirtschaftlichkeit der Gesamtanlagen bei. Außerdem können Puffer- und Speicherlösungen ebenso wie Zu- und Abfuhrstrecken mit diesem System flexibler auf variierende Durchsatzzahlen angepasst werden.“
Einfach, aber sicher
Bei der Entwicklung der VarioLoc stand im Vordergrund, die mechanischen und steuerungstechnischen Komponenten zu reduzieren. „Wir greifen bei VarioLoc auf bewährte Komponenten zurück. Das neue System ist zwar einfacher und wirtschaftlicher, steht aber in puncto Zuverlässigkeit und Funktionssicherheit herkömmlichen Skidfördertechnik-Lösungen in der Automobilproduktion in nichts nach“, so Ralf Völlinger.
Bei VarioLoc wurden praxisbewährte Systeme wie Elektrobodenbahnen oder Exzenterhubtische geschickt kombiniert. Dadurch ist ein cleveres Fördersystem entstanden, das sich auf einer am Boden installierten Schiene mit seitlich angeordneten Aufnahmen zum Absetzen der Skids und Karossen bewegt. Diese Schiene kommt ohne steuerungstechnische Komponenten aus. Nur die Fahreinheit selbst ist mit einem Antrieb und einem Hubelement ausgestattet. Die Fahr- und Hubabläufe kontrolliert eine praxisbewährte Fahrzeugsteuerung von Eisenmann. Barcodes und ein Lesegerät an der Fahreinheit sorgen für eine zuverlässige Positionserfassung. Die Kommunikation mit der überlagerten Systemsteuerung erfolgt über CAN-Bus.
Um die Skids auf die Fahreinheit zu übernehmen, kommt eine Übergaberollenbahn mit integrierter Fahrschiene zum Einsatz. Diese Rollenbahn kann auf einem Querverschiebewagen montiert sein. Aber auch andere fördertechnische Lösungen wie beispielsweise Hubstationen sind an dieser Stelle möglich. Zur Übergabe unterfährt die Fahreinheit den bereitgestellten Skid, hebt ihn an, befördert ihn auf die entsprechende Pufferstrecke und setzt ihn dort auf einem freien Speicherplatz ab. Die Speicherplätze werden von einer stationären speicherprogrammierbaren Steuerung (SPS) verwaltet.
Das neue modulare Skidfördersystem ist sehr flexibel. Je nach Durchsatz kann die Fahreinheit in mehreren Speicherstrecken eingesetzt werden. In diesem Fall wird sie mit Hilfe eines Querverschiebewagens umgesetzt. Bei hohen Durchsätzen können problemlos auch mehrere Fahreinheiten auf einer Strecke zum Einsatz kommen.
Variierende Durchsätze kein Problem
Das neue Skidfördersystem von Eisenmann ist dank dem sparsamen, wohlüberlegten Einsatz von mechanischen und steuerungstechnischen Komponenten äußerst wartungsfreundlich und kostengünstig. Und es kann auch flexibel auf variierende Anlagendurchsätze reagieren.
Da das System auf erprobten Komponenten basiert, ist es zuverlässig und funktionssicher. Außerdem kann es jederzeit einfach und effizient auf den skidlosen Transport von Fahrzeugkarossen umgestellt werden. Der skidlose Betrieb einer Lackieranlage minimiert den Logistikaufwand. Der Energiebedarf kann so ebenfalls nochmals reduziert werden.
Beispiel Mercedes-Benz

Ralf Völlinger von Eisenmann Anlagenbau ist sich sicher, dass sich das neue VarioLoc als Skidfördersystem für Pufferbereiche und lange Förderstrecken am Markt durchsetzen wird. Als die Neuheit im Frühjahr der Öffentlichkeit präsentiert wurde, stieß sie auf reges Interesse. Als erstes ließ sich Mercedes-Benz von den Vorteilen des neuen Skidfördersystems überzeugen. Der Autobauer setzt VarioLoc in seinem Werk im indischen Pune ein. Auch beim neusten Auftrag an Eisenmann, die Lackiererei von Mercedes-Benz do Brasil in Juiz de Fora von der Pkw- auf eine Lkw-Produktion umzubauen, wird VarioLoc im Lieferumfang enthalten sein.
Eisenmann, E-Mail: [email protected], http://www.eisenmann.de









