Flurförderzeuge

Einsatzbereit, wenn es blau leuchtet

Rund 2.000 elektrisch angetriebene Flurförderzeuge sorgen am Stammsitz der Audi AG in Ingolstadt für einen effizienten Materialfluss. Zum Laden der Antriebsbatterien setzt der Automobilhersteller seit über zwei Jahren auch auf die Geräte des österreichischen Spezialisten Fronius.

Flurförderzeuge
Rund 2.000 Flurförderzeuge verschiedener Hersteller sind bei Audi rund um die Uhr im Einsatz, um eine reibungslose und effiziente Logistik sicherzustellen. Foto: Fronius International GmbH

Mehr als eine halbe Million Automobile pro Jahr und eine Gesamtfläche von rund 274 Hektar: Der Stammsitz der Audi AG im bayerischen Ingolstadt ist die größte Produktionsstätte des Konzerns und das zweitgrößte Automobilwerk in Europa. Alle 30 Sekunden fährt in Ingolstadt ein Audi-Modell vom Band, das sind mehr als 2.500 Autos pro Tag. Rund 2.000 Flurförderzeuge sind in den Fabrikhallen im Einsatz.

Leise und umweltfreundlich mit elektrischen Antrieben

Bei seinen Flurförderzeugen setzt Audi auf elektrische Antriebe. Die batteriebetriebenen Geräte bieten zahlreiche Vorteile: Sie sind flexibel einsetzbar, leise, umweltfreundlich und wartungsarm. Da das Unternehmen im Drei-Schicht-Betrieb arbeitet und auf die ständige Verfügbarkeit von Staplern, Hubwagen und weiteren Flurförderzeugen angewiesen ist, sind für zahlreiche Fahrzeuge Wechselbatterien vorhanden. An mehreren Orten im Werk sind Batterieladeräume und -stationen platziert, an denen die Fahrer in nur wenigen Minuten die leere Antriebsbatterie gegen eine volle austauschen.

Foto: Fronius International GmbH
Verschiedenfarbige LED auf jedem Ladegerät zeigen auf einen Blick den Zustand der angehängten Batterie an. Orange bedeutet, dass die Ladung läuft, bei grün ist sie vollgeladen und blau signalisiert: Die Batterie ist abgekühlt und damit einsatzbereit. Foto: Fronius International GmbH

Eine dieser Stationen befindet sich in Halle T des Güterverkehrszentrums. Dort sind rund 30 Antriebsbatterien stationiert: 48- und 80-Volt-Modelle mit unterschiedlichen Kapazitäten. Jede der Batterien ist an ein Fronius-Ladegerät vom Typ Selectiva angeschlossen. Der österreichische Spezialist für Batterieladetechnik und der Ingolstädter Premiumhersteller arbeiten bereits seit einigen Jahren zusammen. 2013 hat Fronius die neueste Generation seiner Selectiva-Geräte auf den Markt gebracht – seitdem sind sie auch bei Audi im Einsatz. „Fronius kam bereits in der Entwicklungsphase der neuen Geräte auf uns zu und bot uns eine Zusammenarbeit an“, erinnert sich Walter Ferstl, der am Standort Ingolstadt für die Werklogistikplanung tätig ist. „So konnten wir unsere konkreten Vorstellungen und Anforderungen in den Entstehungsprozess mit einfließen lassen.“

Anzeige

Weniger Energieverlust, längere Lebensdauer

Mit dem Ri-Ladeprozess verfügen die Fronius-Geräte über eine völlig neue Technologie: Ladestrom und -spannung folgen keiner fixen Kennlinie, sondern richten sich nach dem Innenwiderstand (Ri) der Batterie. Der wiederum ist von deren Alter, Temperatur und Ladezustand abhängig. „Damit ist jeder Ladevorgang individuell“, erklärt Harald Scherleitner, Head of Division von Fronius Perfect Charging. „Dies hat zwei Vorteile: Der Energieverlust beim Laden ist wesentlich geringer, und die Erwärmung der Batterie wird auf ein Minimum reduziert.“ Damit hilft die Fronius-Technologie Anwendern dabei, die Gesamtbetriebskosten für ihr Flurförderzeug-System zu senken.

Walter Ferstl (links), Werklogistikplaner bei Audi, mit Harald Scherleitner, Head of Division, Fronius Perfect Charging
„Die Fronius-Geräte haben uns auf ganzer Linie überzeugt“ Walter Ferstl (links), Werklogistikplaner bei Audi, mit Harald Scherleitner, Head of Division, Fronius Perfect Charging - Foto: Fronius International GmbH

Audi führte zunächst Tests mit einem Prototyp der neuen Selectiva-Baureihe durch. Die Ergebnisse waren mehr als zufriedenstellend: „Der Ri-Ladeprozess senkt nicht nur den Energieverbrauch, sondern auch den CO2-Ausstoß“, beschreibt Ferstl. „Wir können damit einen wichtigen Beitrag zum Erreichen unserer Umweltschutzziele leisten.“ Das Unternehmen hat sich zum Ziel gesetzt, die CO2-Emissionen seiner Fertigungsstandorte drastisch zu verringern. Von 2010 bis 2018 sollen sie um 25 Prozent sinken – unter anderem durch den Einsatz neuer, effizienterer Technologien. Auch beim Handling überzeugten die Fronius-Geräte: „Sie sind wesentlich kleiner und leichter als frühere Lösungen, dadurch lassen sie sich ohne großen Aufwand installieren, benötigen weniger Platz und sind einfach zu bedienen“ bemerkt Ferstl.

Auch im A4-Karosseriebau befindet sich ein großer Laderaum mit rund 30 Selectiva-Geräten. Walter Ferstl: „Die neuen Ladegeräte sind flexibel für alle Batterietypen geeignet und erkennen automatisch, was für ein Modell der Fahrer anschließt. Je nach Spannung, Kapazität und Ladezustand stellt sich die Kennlinie selbstständig ein, die Batterie wird immer optimal geladen.“

Display weist den Weg zur kühlsten Batterie

Mehr als 300 Selectiva-Ladegeräte hat Audi am Standort Ingolstadt mittlerweile im Einsatz. Verschiedenfarbige LED auf jedem Ladegerät zeigen auf einen Blick den Zustand der angehängten Batterie an. „Orange bedeutet, dass die Ladung läuft, bei Grün ist sie vollgeladen, und blau signalisiert: Sie ist abgekühlt und damit einsatzbereit“, erklärt Harald Scherleitner. Auf dem Display der Geräte können die Mitarbeiter zudem minutengenau ablesen, wie lange die jeweilige Batterie schon vollgeladen ist. „Nehmen die Fahrer immer die am längsten vollgeladene und damit kühlste Batterie, verbessert das die Auslastung des Batteriepools und wirkt sich ebenfalls positiv auf die Lebenserwartung aus“, berichtet der Fronius-Fachmann.

Boris Ringwald

  • Xing Icon
  • LinkedIn Icon
Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Jetzt Newsletter abonnieren