Nachwuchspreis 'Digitalisierung im Maschinenbau'
VDMA zeichnet vier KI-Talente aus
Beim Forschungstag „Digitalisierung im Maschinenbau“ hat der VDMA vier Abschlussarbeiten aus Ingenieurwesen und Informatik prämiert. Die ausgezeichneten Projekte zeigen Anwendungen von KI in Testprozessen, Produktionsqualität, Analyse von Solarwafern sowie im Projektmanagement.
Beim Forschungstag „Digitalisierung im Maschinenbau: Forschung und Industrie im Dialog“ des VDMA in Frankfurt diskutierten Hochschulen und Industrie die Chancen digitaler Technologien. Für den Nachwuchspreis „Digitalisierung im Maschinenbau“ wurden 24 Arbeiten nominiert. Die Jury würdigte praxisorientierte Ergebnisse in Produktion und Qualitätssicherung. „Neben praxisorientierten KI-Anwendungen, haben in diesem Jahr die Lösungsansätze zur Steigerung der Produkt- und Prozessqualität beeindruckt“, sagte Guido Reimann, stellvertretender Geschäftsführer des VDMA Software und Digitalisierung.
Die Arbeiten aus den Fachbereichen Ingenieurwissenschaften und Informatik zeigen nach Auffassung des VDMA, dass der Nachwuchs unverzichtbar für den Fortschritt und die Wettbewerbsfähigkeit im Maschinenbau ist. Die Abschlussarbeiten verbinden Theorie und Praxis und liefern zukunftsweisende Impulse für die weitere Digitalisierung der Industrie. „Enge Kooperationen zwischen Hochschullandschaft und Industrieunternehmen sind ein wichtiger Baustein für die Entwicklung neuer praxistauglicher Lösungen und die Stärkung der Innovation der Unternehmen“, betonte Reimann.
Die Preisträger
Tanaro Schädler (Uni Ulm) erhielt den 1. Preis in der Masterkategorie. Er entwickelte in Zusammenarbeit mit Uhlmann Pac-Systeme und unter Betreuung von Prof. Dr. Friedhelm Schwenker vom Institut für Neuroinformatik ein KI-Framework, das Testfälle für Maschinensteuerungen priorisiert und Fehlertypen vorhersagt. So verringert es aussagearme Testläufe, beschleunigt die Fehlerfindung und steigert die Produktqualität bei geringerem Ressourceneinsatz.
Der 2. Preis in der Kategorie ‚Masterarbeit‘ ging an Alessa Seeger (Center for Advanced Studies DHBW). In Kooperation mit Harro Höfliger Verpackungsmaschinen aus Allmersbach im Tal und unter Betreuung von Prof. Dr. Holger Hofmann entwickelte sie ein modulares Softwaresystem, das Gut- und Schlechtteile in der pharmazeutischen Produktion erkennt. Per KI-Analyse und OPC-UA-Anbindung lassen sich Abweichungen frühzeitig erkennen und Stillstände vermeiden. Zugleich werden Wege aufgezeigt, wie fehlende Daten systematisch ergänzt werden können
Jonas Grajetzki (TH Mittelhessen) gewann den 1. Preis in der Kategorie ‚Bachelorarbeit‘ für ein LED-gestütztes Messsystem zur zerstörungsfreien Inline-Analyse von Solarwafern. Seine Lösung, die er gemeinsam mit Lucas instruments aus Jena und dem Leibnitz IPHT (Jena) im Rahmen eines durch das „Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand“ (ZIM) geförderten Forschungsprojekts und unter Betreuung von Prof. Dr. Uwe Probst entwickelte, kombiniert UI- und EQE-Messungen und ermöglicht eine schnelle Qualitätsbewertung.
Den 2. Preis der Kategorie erhielt Neele Kuhlmann (PHWT Vechta/Diepholz). In ihrer Analyse von Composite-Projekten bei Broetje-Automation aus Rastede identifizierte sie typische Schwachstellen in Planung und Steuerung. Ihr Evaluationswerkzeug ordnet Composite-Projekte systematisch ein und empfiehlt passende Managementmethoden.Betreut wurde die Abschlussarbeit von Prof. Dr.-Ing. Christian Lauter.










