Prozess-Analyse in der Intralogistik

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Betriebsdaten-Matching liefert Kennzahlentiefe

Das Unternehmen MotionMiners hat seine neue Funktion „Betriebsdaten-Matching“ erfolgreich in den Regelbetrieb eingeführt. Erster Anwender ist die Zufall Logistics Group, die dadurch ihre Prozesse im Stückguthandling erstmalig bis auf Relations-, Verpackungs- und Kundenebene herunterbrechen kann.

Bei Zufall Logistics als erstem Anwender wurde die neue Funktion „Betriebsdaten-Matching“ von MotionMiners eingeführt. © MotionMiners

Möglich wird das durch die Kombination aus anonymisierten Bewegungsdaten (mit MotionMining-Technologie erhoben) und eigenen TMS-Daten in der Analyseplattform, der MotionMiners Process Intelligence. Die Grundlage für das Betriebsdaten-Matching bilden die anonymisiert erfassten Bewegungsdaten von Mitarbeitern oder Fahrzeugen, die der Anwender mit den Mess-Sets der Motion-Mining-Sensorik aufgezeichnet. „In unserer 11.0000 Quadratmeter großen Stückguthalle in Göttingen haben wir auf diesem Weg über drei Wochen insgesamt 600 Datenstunden im Bereich der internationalen Stückgutverkehre erhoben“, umreißt Daniel Kaiser, Senior Experte Geschäftsprozessoptimierung bei Zufall Logistics und verdeutlicht, „das sind Daten, die vorher nicht verfügbar waren und jetzt Transparenz in die Handling-Abläufe bei der Vorsortierung, an der Rampe und bei der Verladung bringen.“

Analysen durch Kombination mit TMS-, WMS- ERP- oder Maschinendaten

Mit dem Betriebsdaten-Matching gewinnen Prozessingenieure eine weitere Dimension hinzu. Die Nutzer werden befähigt, die Analyseergebnisse von MotionMiners mit den eigenen Betriebsdaten aus ihrem bestehenden System (TMS-, WMS-, ERP-, Maschinendaten) auf der MotionMiners-Plattform zu korrelieren. Das hebt die Prozess-Analyse im Bereich der Intralogistik auf ein neues Level. Dies bestätigt Anwender Kaiser: „Das Betriebsdaten-Matching hilft uns, Auswertungen zu detaillieren und noch gezielter mögliche Prozessengpässe oder -abweichungen zu erkennen.“

Die Datengenerierung und Ermittlung der Prozesskennzahlen erfolgt mit dem Analysedashboard der MotionMiners Process Intelligence „Dabei nutzen wir Machine-Learning, um Ineffizienzen zu identifizieren und Optimierungspotenziale aufzudecken“, erläutert Sascha Kaczmarek, Mitgründer von MotionMiners, „durch das integrierte Betriebsdaten-Matching erhalten Unternehmen innerhalb kürzester Zeit Kennzahlen in einer neuen Tiefe und Granularität. So lassen sich beispielsweise nun Aufwände pro Auftrag, Kunde oder auch Artikel ermitteln, um noch gezielter Optimierungspotenziale aufzudecken. Das Anwendungsspektrum ist vielseitig: Das Matching-Tool unterstützt beim Benchmarking, schafft Transparenz und dient der Auditierung von bestehenden Prozessmodellen."

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Keine Schnittstelle zu den vorhandenen Systemen nötig

Der Import der Betriebsdaten auf die Plattform ist im CSV-Format möglich, was eine schnelle und flexible Verarbeitung gewährleistet und keine IT-Schnittstelle zu den vorhandenen Systemen notwendig macht. Anhand eines Beispiels zeigt Kaiser den Zugewinn an Informationen beim Stückgutumschlag: „Die MotionMiners-Messungen ergaben eine durchschnittliche Stückgut-Verladebewegung von 1:45 Minute bei unseren 30 bis 40 internationalen Relationen. Durch das Betriebsdaten-Matching wissen wir, dass die länderbezogenen Zeiten bis zu 30 Prozent von diesem Durchschnitt abweichen.“ Mit in die Analyse einbezogen wurden Auftragsdaten wie Relationen, Verpackungsarten sowie Empfänger/Versender.

Durch die klare Zuordnung der Bewegungsdaten zu den Auftragsdaten werden die Zusammenhänge deutlich und es entstehen belastbare Bewertungsgrundlagen für Entscheidungen. Als mögliche Maßnahmen bei der Spedition Zufall leitet Kaiser die Anpassung der Verkehrssteuerung und die Flexibilisierung der Personalplanung ab. Umfassende Sammlung von Prozessdaten rechnet sich. Auch betriebswirtschaftlich rechnet sich die Prozessanalyse mit Motion-Mining für die Spedition. „Durch die eingesetzte Sensortechnologie bekommen wir über zwei bis drei Wochen transparent Daten über alle Verladungen. Bei einer händischen Erfassung könnten wir den Fokus nur auf drei bis vier Verladungen mit deutlich weniger Messungen legen“, vergleicht Kaiser.

Das Ziel: Prozesskennzahlen auf Tagesbasis

Im nächsten Schritt will der Logistiker das Betriebsdaten-Matching von dem projektbezogenen Einsatz zu einem kontinuierlichen Prozess weiterentwickeln. Das Ziel ist, dass die relevanten Prozesskennzahlen perspektivisch auf Tagesbasis vorliegen. Der Logistiker Zufall setzt die Hard- und Software zum Sammeln von Prozessdaten und deren Auswertung bereits seit 2022 ein. Durchgeführt wurden verschiedene Projekte in den Umschlaglägern Göttingen, Haiger, Nohra und Fulda sowie im Logistikcenter Kandel mit jeweils diverseren Messreihen.

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