Software in Logistik und Transport

Marvin Meyke,

Erfolgreicher Umstieg

Klinkhammer erweiterte beim Spielwarenhersteller Simba Dickie in Sonneberg das automatische Kleinteilelager und die Kommissionierung. Im Zuge dessen setzte der Systemintegrator auf seinen Partner SWAN, um das SAP Extended-Warehouse Management-System bei der Simba Dickie Group einzuführen.

© Klinkhammer

Der Spielwarenhersteller mit weltweit rund 3.000 Mitarbeitern an 30 Standorten, optimiert seine ­Logistik am Standort Sonneberg durch Erweiterungen des automatischen Kleinteilelagers inklusive Kommissionierung und den Neubau eines automatischen Palletten-Hochregallagers. Zeitgleich wurde die ­Umstellung von SAP WM auf SAP EWM durchgeführt.

Erweiterungen und Software-Umstellung
Die Anforderungen an die Lager-Automatisierung sind in den letzten Jahren bei der Simba Dickie Group kontinuierlich gestiegen. Das Produktportfolio des Unternehmens besteht aus über 4.000 Artikeln im Bereich Spielwaren mit über 20 Marken wie etwa Smoby, BIG, Eichhorn, Majorette, Aquaplay, Schuco oder Noris. Im Rahmen der Erweiterungen und Einführung neuer Prozessabläufe wurde das Warehouse-Management-­System auf das moderne SAP EWM umgestellt. Das IT-Team um Dirk Gensch, Head of Logistics/IT bei der Simba Dickie Group, löste zusammen mit Klinkhammer und dem zertifizierten SAP Silber Partner SWAN, Anlagentechnik und Lager­verwaltungssoftware ab, um diese auf den neuen Stand zu ­bringen. Die digitale Vernetzung, vom Wareneingang bis zum Versand, integriert ein automatisches Kleinteile- und Palettenhochregallager, ergonomische Kommissionier- und Packplätze sowie manuelle Palettenlager, die per Staplerleitsystem und Pick-by-Voice auf SAP-Basis bedient werden. Durch die Direkt­anbindung des SAP EWM-Materialflussrechners an die Steuerungen der Automatiklager und Fördertechnik wurde eine optimale Einbindung in die bestehende SAP-Landschaft ermöglicht.

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Kommissionierleistung erhöht
Mit Klinkhammer erweitert die Simba Dickie Group das ­be­stehende, dreigassige, automatische Kleinteilelager und ­ergänzt es um vier Gassen, einen integrierten Auftrags­zusammenführungspuffer sowie moderne Kommissionier­arbeitsplätze. Die Lagerkapazität erhöht sich dadurch um 18.240 auf 31.920 Behälterstellplätze. Die Ein- und Auslager­performance von 600 Behältern pro Stunde ermöglicht eine hohe Kommissionierleistung und durchgängige Effizienz. Je nach Bedarf und Größe der Artikel können in einem Fach anstatt eines Behälters mit einer Grundfläche von 800 x 600 mm auch zwei kleine Behälter mit 600 x 400 mm Grund­fläche eingelagert werden. In der letzten Regalzeile befindet sich auf den unteren Behälterebenen zur seitlichen Entnahme der Behälter ein Auftragszusammenführungspuffer für die ­Zwischenlagerung und Auftragskonsolidierung.

Performantes Multi-Order-Picking
Ein ergonomisches Multi-Order-Kommissionierkonzept mit optimierter Auftragszuteilung reduziert Fehlerquoten und ­vereinfacht Abläufe und Prozesse. Zwei ergonomische Ablage­tische pro Arbeitsplatz ermöglichen das gleichzeitige ­Kommissionieren von acht Aufträgen im Multi-Order-Picking-Verfahren. Eine effiziente Batch-Bildung und Auftragsgruppierungen vermindern Fahrten im Kleinteilelager und erhöhen die Performance der Automatikanlage. Bei Anlieferung der Behälter an den Kommissionierarbeitsplätzen scannt der Mitarbeiter den Quellbehälter mit seinem Pro-Glove-Scan-Handschuh. Am Monitor wird das Fach des unterteilten Behälters, aus dem Ware entnommen werden soll, farblich eindeutig markiert. Der Mitarbeiter scannt den EAN-Artikelbarcode, sieht das Produktbild, die Artikelnummer sowie die Beschreibung am Monitor und verifiziert per EAN-Scan die Entnahme des richtigen Artikels. Die zu kommissionierende Menge wird angezeigt und kann mit Angabe eines Änderungsgrunds am Touchscreen auch schnell korrigiert werden. Der Kommissionierer legt daraufhin die ­Ware in den grün markierten Zielbehälter und quittiert den Pick. Sicherheitsmechanismen und transparent visualisierte ­Dialoge erhöhen die Kommissionierqualität.

Optimierte Einlagerungs- und Auslagerungsstrategien
Wegeoptimierte Einlagerungs- und Auslagerungsstrategien wurden auf das Artikelspektrum der Simba Dickie Group optimiert, um Materialflüsse möglichst effizient zu gestalten, Fahrwege zu minimieren und Lagerkapazitäten zu maximieren. SAP EWM steuert die Zuteilung von Lagerplätzen und zieht ­Kriterien wie Abmessungen, Umschlagshäufigkeit und Artikelgruppierungen heran, um die Leistung der Automatikanlage zu erhöhen. Komplexe Nachschubstrategien sogen für schnelle und flexible Prozesse und fangen Leistungsspitzen, beispielsweise beim Messegeschäft, ab. „Durch die enge Zusammenarbeit und intensive Abstimmungen zwischen Klinkhammer, SWAN und der Simba Dickie Group konnte die Migration der Bestände in die neue Anlage und in die Lagerverwaltungssoftware engmaschig erfolgen“, erklärt Dirk Gensch. „Mit dem Retrofit im laufenden Betrieb, die Anlagenerweiterungen und die gleichzeitige Software­umstellung ist uns ein erfolgreicher Umstieg gelungen, um ­unsere komplexen und anspruchsvollen Prozesse in einem ­zukunftssicheren, skalierbaren System abzubilden.“ Das Umbaukonzept für die Erweiterung des automatischen Kleinteilelagers um vier Gassen und Kommissionierstationen beinhaltete fünf Baustufen, so dass die Bestandsanlage bei ­laufendem Betrieb möglichst ausfallsfrei betrieben werden konnte. Anlagen und Software lassen sich an weiteres Wachstum ebenso anpassen, wie an neue oder veränderte ­Geschäftsmodelle.

Pick-by-Voice-Dialoge und Staplerfahrten optimiert
Im bestehenden manuellen Palettenlager mit rund 28.000 Stellplätzen, wird sowohl für Nachschub per Staplerleitsystem mit mobilen Terminals und Druckern gesorgt, als auch per Pick-­­by-Voice auf SAP EWM-Basis in Gitterwägen kommissioniert. Durch ein optimiertes Prozessdesign, ergonomische Dialoge und schnelle Datenbankzugriffe werden kurze Reaktionszeiten und eine hohe Performance garantiert. Komplexe Lagerstrategien für den Nachschub ermöglichen wegeoptimierte Staplerfahrten.

Software step by step entwickelt
Nach der Spezifikationsphase der Prozesse erfolgte die Software­entwicklung in Iterationen. Nach jeder Phase des Software-­Entwicklungszyklus wurden die Neuentwicklungen zum Testen an das Team der Simba Dickie Group übergeben. Änderungs­wünsche konnten schnell und unkompliziert in aktuelle ­Entwicklungen einfließen. So konnte beispielsweise die Anzeige des Produktbildes oder Produkttextes im virtuellen Kommissionier-Testsystem von der Simba Dickie Group geprüft werden, um frühzeitig Einfluss auf die optimale Größe und benötigte Inhalte zu nehmen. Die grafische Benutzeroberflächen-Technologie ­SapuI5 der SAP-Warehouse-Management-Software bringt die Anwenderfreundlichkeit, wie sie vom Smartphone bekannt ist, in das industrielle Umfeld der SAP-Welt.

Visualisierung für schnelle Alarmdiagnose
Klinkhammers Anlagen-Visualisierungssystem ­ermöglicht Detailansichten bis auf ­Sensor- und Antriebsebene. Dadurch wird eine schnelle ­Alarmdiagnose im Lager und die Minimierung von Stillstandzeiten möglich. Aus diesen Daten können zudem Statistiken erstellt und zur ­Weiterverarbeitung bereitgestellt werden.

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