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Martin Schrüfer,

Palettenpioniere ziehen in die Logistics Hall of Fame ein

Oliver Richter, Vater des CHEP-Paletten-Mietpools, und George Raymond Sr, Gründer von The Raymond Corporation, ziehen posthum als Palettenpioniere in die Ruhmeshalle der Logistik – ebenso die Verbände UIC und EPAL.

© LHOF

Der TRATON Logistics Leader of the Year 2022 Award geht an Neil Humphrey, Treiber der nachhaltigen Supply Chain des Logistikdienstleisters HAVI.

Posthum zieht George Raymond Sr (1890-1967), Gründer des amerikanischen Anbieters von Intralogistiklösungen The Raymond Corporation und Erfinder der 1939 patentierten doppelten Holzpalette, in die Ruhmeshalle der Logistik ein. Die Transportpalette gilt als erste professionelle Holzpalette der Welt. Ebenso aufgenommen wird der Australier Oliver Richter (1920-2014), der in den 1960er Jahren als Handelsmanager von Brambles das Potenzial eines geschlossenen Mietpools für Ladungsträger entdeckt und das heutige CHEP-System als geschlossenen Mietpool international erfolgreich aufgebaut hat. 

Die UIC (Union Internationale des Chemins de Fer) ist die Mutter der Europalette und hat diese 1961 Im Rahmen eines Arbeitskreises entwickelt. Der internationale Eisenbahnverband trieb die Vereinheitlichung der Paletten voran und verpflichtete alle Unterzeichner eines Abkommens zur Einhaltung der Normen, zur Herstellung sowie zur Reparatur der Europalette. 

Mitte der 1970er Jahre hat die Gütegemeinschaft Paletten, das heutige Nationalkomitee der European Pallet Association e.V. (EPAL), die Verbreitung und Qualitätssicherung der Europalette teilweise übernommen. Die 1991 daraus entstandene European Pallet Association e.V. (EPAL) hat den Poolgedanken erfolgreich weiterentwickelt und die Qualität der Europalette gesichert. Beide Verbände erhalten stellvertretend für die Netzwerke dahinter einen Platz in der Ruhmeshalle.

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„Die Erfindung der Palette, und mehr noch der Aufbau funktionierender Palettenkreisläufe, ist einer der größten Meilensteine in der Logistik, ähnlich bedeutend wie der von Malcolm McLean erfundene Container. Ohne standardisierte Palettensysteme wäre die Hochleistungslogistik im 21. Jahrhundert nicht denkbar“, begründet Anita Würmser, geschäftsführende Jury-Vorsitzende der Logistics Hall of Fame, die Entscheidung der Expertenjury, der 70 bekannte Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Medien in 13 Nationen angehören.

Fakt ist: Nach der Einführung von Paletten verkürzten sich die Ladezeiten von Lkw und Güterwagons um bis zu 90 Prozent. Die Fördertechnik und Shuttleanlagen in hochautomatisierten Lagern sind hierzulande alle an die Maße 800 x 1200 x 144 Millimeter der Europalette angepasst. Ein weiterer Pluspunkt der Ladungsträger aus elf Brettern, neun Holzklötzen und 78 Nägeln: Sie sind mit geringen Materialkosten zu reparieren und am Ende des Lebenszyklus vollständig recyclebar.

Offiziell in die Logistics Hall of Fame aufgenommen werden die Wegbereiter der Palette im Rahmen eines Gala-Empfangs mit Bundesverkehrsminister Volker Wissing am 29. November im Wintergarten des KaDeWe in Berlin.

Neil Humphrey wird TRATON Logistics Leader of the Year 2022

Im Rahmen des Empfangs wird auch der TRATON Logistics Leader of the Year Award verliehen. In diesem Jahr geht die Trophäe an Neil Humphrey, Präsident der HAVI Supply Chain. Der britische Manager gilt als Vorreiter für nachhaltige Supply-Chain-Praktiken und Digitalisierung, engagierter Netzwerker und unermüdlicher Treiber von Digitalisierungsinitiativen sowie Pilotprojekten mit neuen Technologien. 

Der 58-jährige Manager sammelte jahrzehntelange Erfahrung bei Unilever im Bereich Unternehmensführung und Supply Chain Management mit einem starken Fokus auf Nachhaltigkeit. Er kam 2017 zum Kontraktlogistiker HAVI, wo er seit 2018 den Geschäftsbereich Supply Chain leitet. Unter seiner Führung trat das Unternehmen 2019 der Science Based Targets Initiative (SBTi) bei - damals als einer der ersten zehn Logistikdienstleister weltweit. HAVI verpflichtete sich, die Kohlendioxidemissionen bis 2030 um 40 Prozent pro gelieferter Tonne zu reduzieren. Nachdem das Programm erfolgreich angelaufen ist und die Klimaforschung neue globale Maßstäbe gesetzt hat, prüft HAVI derzeit eine Erhöhung dieses Ziels. 

Unter Humphreys Führung arbeitet HAVI auch mit Kunden und Lieferanten zusammen, um Maßnahmen gegen den Klimawandel voranzutreiben. So unterstützt das Unternehmen beispielsweise Lebensmittelhersteller, ehrgeizige Emissionsziele zu erreichen. HAVI ist auch eine Partnerschaft mit einem Nutzfahrzeughersteller eingegangen, um 70 Prozent seiner europäischen Lieferflotte von Diesel auf alternative Kraftstoffe umzustellen. Das Ziel wurde 2021 erreicht. 

Neben der Unterstützung von Projekten mit alternativen Kraftstoffen, umweltfreundlichen Logistikzentren oder E-Lkw haben Humphrey und sein Team auch ein Pilotprojekt mit Hybrid-Lkw in Stockholm ins Laufen gebracht. Ziel ist, eine klimaneutrale Hybrid-Lkw-Lösung in ganz Europa einzuführen. Die Fahrzeuge nutzen ihre Batterien für den Betrieb in der City, verwenden aber außerhalb der Stadt wiederaufbereitetes Frittieröl als Kraftstoff. Das gebrauchte Öl wird bei der Belieferung von Restaurants gesammelt, in einer speziellen Anlage aufbereitet und schließlich in die Tanks der HAVI-Lkw gefüllt – ein perfekter Kreislauf.

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