Die Kolumne von Intra Logistik

CeMAT - Ein Nachruf

Intra Logistik
„Die CeMAT-Standbesatzungen sollen hilflos rufend über das Gelände geirrt sein, bis ein mitleidiger Parkplatzwächter sie beim Messeseelsorger abgegeben habe.“ © WBM

Wie fanden Sie die CeMAT?“, hat mich neulich ein Leser gefragt. „Es war gar nicht so schwer“, wollte ich kalauern, „ich habe mich einfach durchgefragt.“ Den Scherz habe ich mir aus Pietätsgründen natürlich gespart: De mortuis nihil nisi bene. CeMAT? Welche CeMAT? Tatsächlich waren die paar Stände der Intralogistik-Weltleitmesse zwischen Eingang Nord 2 und der leeren Halle 25 so gut versteckt, dass am ersten Messetag sogar die Standbesatzungen hilflos rufend über das Gelände geirrt sein sollen, bis ein mitleidiger Parkplatzwächter sie beim Messeseelsorger abgegeben habe.

Kennen Sie die Firma Brainlight? Die verkaufen Massagesessel und erklären sich gütigst bereit, nicht gebuchte Flächen mit den Entspannungsmöbeln zu besiedeln. Auf der CeMAT haben sie die Dinger Lkw-weise aufgefahren, dennoch standen die Menschen hier Schlange: Die Leute von SSI Schäfer, Jungheinrich, Still, und wie die Hinterbliebenen auch heißen, hatten keinen Bock mehr, die eigenen Broschüren zu lesen und ließen sich lieber vom neuen 4D-Shiatsu-Massagesessel Zenesse Körper, Geist und Seele in Einklang bringen. Genügend Zeit dafür hatten sie ja.

Was ist nur aus der guten alten CeMAT geworden, die weiland auf Aussteller-Betreiben eigenständig werden wollen musste? Die Premiere 2005 und die Folgeveranstaltung 2008 galten noch als gelungen. Danach: fehlende Konstanz und eine fiese Mischung aus Schönreden, Trägheit und übereilten Ideen – vom Herbst in den Frühling, von fünf auf vier Tage, von drei Jahren auf zwei, von zentral auf international regional, von eigenständig auf Parallelveranstaltung zur Hannover Messe.

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„Die CeMAT-Stand-besatzungen sollen hilflos rufend über das Gelände geirrt sein, bis ein mitleidiger Parkplatzwächter sie beim Messeseelsorger abgegeben habe.“

Herr Doktor Köckler, lassen Sie die Dame in Frieden ruhen. Versuchen Sie nicht, sie wiederzubeleben, sie hat das nicht verdient. Und: Machen Sie das Thema Intralogistik in Hannover nicht weiter von einzelnen Aussteller-Tagesmeinungen ab-hängig, sondern nehmen Sie das Heft fest in die Hand. Integrieren Sie die Intralogistik in die Hannover Messe. Nicht mit tollen Sub-Messe-Namen, komplizierten Konzepten und Teppichen in geheimen Farbcodes, sondern ganz pragmatisch – und vom Messebesucher aus gedacht. Und wenn Sie nicht wissen, wie ein Besucher denkt, dann fragen Sie ihn. Oder gründen einen Besucher-Beirat. Das war jetzt ein Scherz. Nur so zum Test.

Exklusiv in materialfluss: Intra Logistik schreibt, was sie denkt. Sagen Sie Intra, was Sie denken: [email protected]

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