Lager- & Kommissioniertechnik
Die Hand bleibt unverzichtbar
Die Hand ist auch im Zeitalter der allgemeinen Automatisierung nicht aus der Kommissioniertechnik wegzudenken. Aber es gibt nicht nur ein einziges, sondern eine zunehmende Anzahl von Systemen, in denen Menschen und Roboter die Aufgaben gemeinsam lösen.

Siemens: Ware-zum-Mann-Systeme branchenweit
„Dank unserer ausgeprägten Automatisierungsexpertise setzen wir branchenweit Ware-zum-Mann-Systeme ein, ob in fertigungsnahe Lagereinheiten, im Ersatzteilgeschäft oder bei Werkzeuglagern“, erklärt Michael Mohr, der im Siemens-Sektor Industry für das In-dustrielogistik-Geschäft verantwortlich ist: „In der hochautomatisierten Lagertechnik findet häufig eine zwei- oder mehrstufige Kommissionierung statt: In der Vorkommissionierung überwiegt Ware-zum-Mann, in manuell zu bedienenden Regalen die Mann-zur-Ware-Systematik. Künftig rechnen wir mit einem Umbruch in der Kommissioniertechnik, etwa durch den vermehrten Einsatz von Robotern.
Sie arbeiten bei hohen Kommissionierleistungen tageszeitunabhängig Kommissionieraufträge ab. Bereits heute werden ungeordnete Bauteile oder Kleinverpackungen verschiedener Größe mit Robotern nahezu fehlerfrei gehandhabt. Auch bei kombinierter Kommissionierung und Konfektionierung wird erfahrungsgemäß eher die Ware-zum-Mann-Systematik eingesetzt. Derzeit beobachten wir zudem moderne, papierlose Systeme wie Pick-by-Vision. Damit kann die Kommissionierleistung nochmals gesteigert werden - kapazitätstechnisch und qualitativ. Zusätzlich beeinflusst der erhöhte Einsatz von Logistik-Dienstleistern Kommissioniersytematik, eingesetzte Technik und Automatisierungsgrad.“

Bito: Individuell reagieren können
Bei der Kommissionierung sieht Detlef Ganz, Geschäftsführer der Bito-Lagertechnik Bittmann GmbH, im Moment den Trend zu immer kleineren Losgrößen und Verpackungseinheiten: „Dieser Trend macht sich nicht nur in der Distributions-, sondern auch in der Produktionslogistik bemerkbar. Für uns als Lagertechnik-Komplettanbieter bedeutet das, dass wir uns zurzeit intensiv mit Regal- und Behältersystemen beschäftigen, die leichte wie auch schwere Teile bereitstellen können. Deshalb haben wir unseren Schwerlastbehälter entwickelt. Kombiniert mit einem Durchlaufregal, erhält der Anwender an Montagestraßen die optimale Lösung für die Bereitstellung von Teilen bis 500 kg.“
„Einen zweiten Trend, den wir erkennen, ist der steigende Bedarf an Kompaktlagern für Paletten. Raum ist teuer - deshalb möchten Unternehmen auf möglichst kleinem Raum möglichst effektiv und organisiert Paletten bereitstellen können. Neben Palettendurchlaufregalen, verfahrbaren Regalen und Einfahrregalen, werden immer häufiger Shuttlesysteme eingesetzt. Mit diesen vier unterschiedlichen Systemen können verschiedene Anforderungen hinsichtlich Pufferlager, Kommissionierlager und Tourenbereitstellung erfüllt werden. Damit haben wir immer das passende System“, so Ganz weiter.

TGW: Trend zu höherer Automatisierung
„Wir stellen einen starken Trend zu höherer Automatisierung in der Kommissionierung fest“, erläutert Mark Vogt, Head of Sales der TGW Systems Integration GmbH: „Ziel dabei ist es, den Menschen genau die Tätigkeit verrichten zu lassen, die er wesentlich besser beherrscht als (fast) jede Maschine - den tatsächlichen Kommissioniervorgang. Bei sehr großen Artikelspektren oder zusätzlichen Arbeitsschritten am Kommissionierplatz wie etwa der gleichzeitigen visuellen Qualitätskontrolle der Artikel sind die menschlichen Sinne fast nicht zu ersetzen.
Durch eine angemessene Automatisierung werden jedoch die Leistung und die Effizienz wesentlich gesteigert. TGW-Kommissioniersysteme sind immer maßgeschneiderte Lösungen, die wir mit dem Kunden erarbeiten. Hohe Kommissionierleistungen spielen dabei eine immer wichtigere Rolle. Deshalb herschen Ware-zum-Mann-Systeme vor. Innovative, erprobte und ergonomische Arbeitsplatzmodule sind die prägenden Elemente darin. Aber auch Elemente wie optimierte Softwarestrategien, zeitnahe Nachschubversorgungen, automatisierte Sequenzierung sorgen für die erforderliche Performance.
Die Ergonomie ist eine wesentliche Triebkraft in der Weiterentwicklung der Kommissionierung. Einerseits ist eine ergonomische Arbeitsplatzgestaltung leistungs- und motivationsfördernd, andererseits gehen auch die gesetzlichen Regelungen klar in Richtung höherer Standards. TGW arbeitet deshalb in der Arbeitsplatzgestaltung mit Designern und Ergonomieberatern zusammen. Ein weiterer Trend liegt in der Nutzung des gleichen Kommissioniersystems für verschiedene Vertriebskanäle. Das gesamte System soll beispielsweise im Handel in der Lage sein, sowohl die klassische Filialversorgung, als auch die Bestellungen aus dem Online-Shop effizient abzubilden.“

Vanderlande: Großer Wandel
Wenn man die letzten fünf Jahre Revue passieren lässt, ist laut Ulrich Krähe, Sales Engineer bei Vanderlande Industries GmbH, zu erkennen, dass im Bereich der Kommissionierung ein großer Wandel vollzogen worden ist: „Der Anteil an Zonen-Pick-Systemen nach dem Mann-zur-Ware-Prinzip hat extrem abgenommen, und der Trend geht stattdessen hin zu Compact-Pick-Systemen nach dem Ware-zum-Mann-Prinzip. Parallel dazu sind schnellere und energiesparende Regalbediengeräte und Shuttle-Systeme entwickelt worden. Hier ist noch mehr Potenzial vorhanden, das Thema „Energie sparen“ macht auch vor der Intralogistik nicht halt.“
Auf Grund der Altersstruktur in Deutschland reiche es jedoch nicht aus, einfach nur schnellere Läger zu entwickeln. „Die Mensch-/Maschine-Schnittstelle wird ständig verbessert. Vanderlande Industries hat hier zum Beispiel bei den Hochleistungs-Kommissionierarbeitsplätzen mit der Pick@Ease-Familie einen Meilenstein gesetzt, der bereits bei vielen Unternehmen auf großes Interesse gestoßen ist. Auch hier werden nicht Standardkomponenten den Markt beherrschen. Jeder Kunde hat eine andere Aufgabenstellung, auf die seine Lieferanten flexibel reagieren müssen. Der nächste Schritt wird die technikunterstützende Kommissionierung sein. Unser „Automated Case-Picking“-System, das speziell für den hohen Umsatz im Lebensmittelbereich entwickelt wurde, findet nicht nur dort großen Anklang. Es wird noch viele Märkte geben, in denen künftig ein Teil der Kommissionierung mannlos durchgeführt wird“, so Krähe weiter.

Witron: Ganzheitliche Lösungen gefragt
„Gemäß unserer Erfahrung sucht der Kunde nach einer ganzheitlichen Lösung, welche ihm strategisch, operativ und nachhaltig klare Vorteile gegenüber den Wettbewerbern bringt“, beschreibt Witron-Prokurist Ulrich Schlosser“. In erster Linie stehen für ihn dabei nicht ausschließlich die Optimierung des physikalischen Kommissioniervorgangs und die dafür eingesetzte Technologie im Vordergrund.
Wichtig ist ihm eine durchgehende Lösung, die mit einer ebenso hohen Priorität Faktoren wie Ergonomie, Kommissionierqualität, Umweltaspekte, Anlagenverfügbarkeit, Flexibilität oder die Wartbarkeit der Anlage beinhalten. Ebenso verlangt er in „seinem Projekt“ eine Optimierung der gesamten Supply Chain vom Lieferanten - über das Distributionszentrum und über den Transport - bis hin in die Filiale bzw. zum Endverbraucher. Auch vorausschauende Konzepte für eine permanent hohe Anlagenleistung sowie die Erweiterbarkeit und Skalierbarkeit der Anlage sind wichtige Themen. Diese und noch weitere Faktoren müssen vom Systemintegrator bei der Konzeption eines Logistik-Systems heutzutage berücksichtigt werden.“
„Insgesamt wird aber aus bekannten Gründen das Thema der Ergonomie zukünftig noch wichtiger, als es in der Vergangenheit schon war“, so Schlosser weiter: „Die Kunden erkennen, dass die Schaffung von ergonomischen Arbeitsplätzen nicht mehr „Nice to have“ ist, sondern zum Wettbewerbsvorteil und Differenzierungsmerkmal wird. Witron widmet sich bereits seit 10 Jahren intensiv diesem Thema und kann deshalb im Case-Pick-Bereich als auch im Piece-Pick-Bereich zukunftsweisende, ergonomische Behälter- und Palettenkommissioniersysteme anbieten - unabhängig ob hochautomatisiert oder teilautomatisiert. Weltweit etablierte Systeme wie OPM, ETP und DPS sind dafür gute Beispiele.“
Bito-Lagertechnik Bittmann GmbH, E-Mail: [email protected], http://www.bito.de
Siemens AG, D-91052 Erlangen, http://www.siemens.com
TGW Logistics Group GmbH, E-Mail: [email protected], http://www.tgw-group.com
Vanderlande Industries GmbH, E-Mail: [email protected], http://www.vanderlande.com
Witron Logistik + Informatik GmbH, E-Mail: [email protected], http://www.witron.de










