Lager- & Kommissioniertechnik

Brandschutz: Stickstoff statt Wasser

Aus einem automatisierten Kleinteilelager in Norddeutschland versorgt die Imperial Automotive Logistics GmbH vier Montagelinien eines Automobilherstellers mit Kabelsätzen. Die Zulieferteile werden dabei im 24-Stunden-Betrieb termingenau ans Band transportiert. Eine brandbedingte Lieferunterbrechung hätte sowohl für den Logistik-Dienstleister als auch für den Automobilhersteller katastrophale Folgen. Imperial installierte daher eine wirkungsvolle Brandschutzlösung von Wagner.

Bild: Imperial
Bild: Imperial

Pro Stunde 320 Kabelbäume, rund um die Uhr, Tag für Tag – so stellt Imperial die Montageversorgung des Automobilherstellers sicher. Zwischen dem Abruf und der Anlieferung vergehen maximal 90 Minuten. Damit das funktioniert, sind alle Prozesse minutiös aufein­ander abgestimmt – von der Anlieferung der Teile auf Großladungsträgern über die Ein- und Auslagerung bis hin zur Lkw-Beladung und zum Transport ins Werk.

„Mit der aktiven Brandvermeidungstechnik OxyReduct verfügt Imperial über eine Lösung, die das Lager zu jeder Zeit vor brandschutzbedingten Betriebs- und Lieferausfällen schützt.“

Dipl.-Ing. Michael Kind, Nieder­lassungsleiter Hannover/Hamburg, Wagner Groupfer ausfällen schützt.“

Beim Thema Brandschutz sollte die bestmögliche Lösung zum Zuge kommen. Zwei Dinge waren Imperial dabei besonders wichtig: Die Lösung sollte den brandschutztechnischen Herausforderungen von automatisierten Kleinteilelagern Rechnung tragen und sich individuell anpassen lassen. Zudem sollte das Risiko einer Brandentwicklung unterbunden werden, um die Lieferfähigkeit des Unternehmens zu jedem Zeitpunkt zu gewährleisten.

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Schwierige Bedingungen in automatisierten Hochregallagern

Brandschutz in automatisierten Hochregallagern ist generell schwierig: Hohe Regale und schmale Zwischenräume bergen die Gefahr, dass sich Brände schnell bis unter die Hallendecke ausbreiten und mit konventionellen Mitteln wie Schaum oder Wasser nur schwer gelöscht werden können. Hinzu kommen große Mengen an leicht entzündlichen Lagermaterialien wie Papier, Pappe oder Kunststoff, die ein unkontrolliertes Ausbreiten des Feuers begünstigen.

Bild: Wagner Group
Bild: Wagner Group

Produktinfo

Neue Detektionstechnologie für Ansaugrauchmelder Die Titanus-Ansaugrauchmelder von Wagner wurden für eine frühestmögliche und höchstsensible Branddetektion nach Klasse A nach DIN EN 54-20 entwickelt. Die Ansaugrauchmelder entnehmen dem überwachten Schutzbereich kontinuierlich Luftproben und analysieren diese auf Rauchaerosole. Brände können in ihrer Entstehungsphase frühzeitig, und dank einer intelligenten Signalverarbeitung, täuschungsalarmsicher detektiert werden. Titanus bietet eine bis zu 2.000-fach höhere Sensibilität als herkömmliche Punktmelder und weist keinerlei Querempfindlichkeiten auf.

Der Titanus Multi-Sens ist neu auf dem Markt. Ähnlich einem Fingerabdruck analysiert der Streulichtsensor die Partikel auf Brandmuster oder Täuschungsgrößen und erkennt angelernte Stoffe, um diese unterdrücken zu können. So führt der Rauch einer Zigarette beispielsweise dazu, dass das Personal informiert wird, anstatt die Feuerwehr anrücken zu lassen.

Im Lager von Imperial werden die Kabelsätze in Kleinladungsträgern (KLT) aufbewahrt. Die genormten, ineinander stapelbaren Kunststoffkästen bestehen aus Polypropylen (PP) – ein Material, das sich im Brandfall wie eine brennbare Flüssigkeit verhält. Zudem brennt PP tropfend ab und entzündet dabei auch benachbarte Materialien, während die große Wärmeenergie das Feuer weiter anfacht. Ein solcher Brand ist schwierig zu löschen: Wasser lässt sich schwer applizieren, da es von Kunststoffoberflächen abperlt.

Sprinkleranlage war keine Option

Oberstes Ziel von Imperial bei der Planung einer Brandschutzlösung war daher, das Brandrisiko zu minimieren, um Personen und Umwelt sowie Investitionen und Sachwerte zu schützen. Da die Just-in-Sequence-Prozesse des Automobilherstellers keinen Lieferausfall erlauben, schied eine Sprinkleranlage von vornherein aus: Ihr Einsatz würde zwangsläufig einen Wasserschaden – und damit auch eine Betriebsunterbrechung – nach sich ziehen. Stattdessen entschied sich der Logistik-Dienstleister für eine aktive Brandvermeidung, bei der das Risiko einer Brandentstehung und -ausbreitung durch Sauerstoffreduktion gesenkt wird. Zum Einsatz kommt dabei das Brandver­meidungssystem OxyReduct von Wagner mit energiesparender VPSA-Technologie. Das Akronym steht für Vacuum Pressure Swing Adsorption. Durch Einleiten von Stickstoff in den Schutzbereich wird die Sauerstoffkonzentration unter 14,6 Vol.-0% gehalten. Damit liegt sie unterhalb der Entzündungsgrenze von PP, dem Kunststoff, aus dem die KLT bestehen. Das reduzierte Sauerstoffniveau verhindert, dass sich ein Feuer aufrechterhalten oder ausbreiten kann. Auch Folgeschäden durch Rauch, Ruß oder Löschmittel sind somit ausgeschlossen.

Michael Kind

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