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Identtechnik und RFID

Daniel Schilling,

Vernetzte Container-Terminals: 5G-Campus-Netze für Eurogate

Die Deutsche Telekom stattet bis Frühjahr 2024 Hafen-Terminals in Hamburg, Bremerhaven und Wilhelmshaven mit lokalen 5G-Netzen aus.

Eurogate-Containerterminal am Hamburger Hafen – bald mit einem 5G-Campus-Netz. © Deutsche Telekom

Der reedereiunabhängige Containerterminal-Betreiber Eurogate hat die Deutsche Telekom mit der Realisierung von drei 5G-Campus-Netzen beauftragt. Bei einer Kick-off-Veranstaltung am Hamburger Hafen fiel im August der Startschuss für das Projekt. "Port-As-A-Service" wird durch das Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) gefördert. Die Realisierung der 5G-Campus-Netze zusammen mit weiteren digitalen Infrastruktur-Maßnahmen bei Eurogate mit einem Projektvolumen von 3,7 Millionen Euro wird im Rahmen der Förderrichtlinie mit 2,9 Millionen Euro gefördert und durch den TÜV Rheinland als Projektträger der Förderrichtlinie begleitet. Sinn von "Port-As-A-Service" ist es, die Chancen der Digitalisierung für die deutschen Seehäfen zu nutzen und Investitionen in die Infrastrukturen zu optimieren.

Eurogate verbindet damit mehrere Ziele; so zum Beispiel die Vernetzung von Steuerungs- und Prozesskontrollsystemen und die Automatisierung des Containerumschlags durch den Einsatz automatischer und autonomer Hafenumschlagsgeräte. Weitere Ziele sind die Unterstützung der Containeran- und -auslieferung durch autonome Lkw und die Anbindung der industriellen Hafenumschlagsanlagen an die Cloud. Dazu gehört auch die Nutzung der Daten im Rahmen eines digitalen Zwillings der Containerterminals.

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Die Campus-Netze der Telekom werden insgesamt eine Fläche von 5,6 Millionen Quadratmetern an den drei Container-Terminals mit dem neusten Mobilfunkstandard versorgen. Dazu werden zum einen vor Ort bestehende Mobilfunk-Anlagen erweitert. Zum anderen installiert die Telekom auf den Terminal-Geländen in Bremerhaven und Hamburg jeweils drei und in Wilhelmshaven zwei zusätzliche 5G-Funkstandorte. Das Besondere dabei: Es werden keine neuen Masten errichtet, sondern vorhandene Lichtmasten als Träger für die leistungsstarken 5G-Antennen genutzt. Der Aufbau der drei 5G-Campus-Netze wird bis Frühjahr 2024 abgeschlossen sein.

Eigene 5G-Frequenzen für Eurogate

Die Telekom wird die Hafenterminals jeweils mit einem sogenannten Dual-Slice-Campus-Netz ausstatten. Dabei versorgt ein öffentliches 5G-Netz der Telekom etwa Mitarbeiter, externe Dienstleister, Zulieferbetriebe oder Kunden. Das zusätzliche rein private 5G-Netz wird im lokalen 5G-Industriespektrum im Bereich 3,7 bis 3,8 GHz betrieben. Anders als beim öffentlichen 3,6-GHz-Frequenzspektrum der Telekom handelt es sich dabei um von der Bundesnetzagentur eigens für die Industrie bereitgestellte 5G-Frequenzen. Es bietet exklusive zugesicherte Netzressourcen für Eurogates internen Datenverkehr. Über diesen Teil des Netzes laufen Daten getrennt und gänzlich unbeeinflusst vom öffentlichen 5G-Datenverkehr. So stehen Eurogate im Grunde zwei 5G-Frequenzbänder und insgesamt rund 190 MHz Bandbreite zur Verfügung.

Bei dem Projekt wird die Telekom erstmalig eine neue Netzwerk-Architektur im Rahmen der 5G-Geschäftskundenlösung "Campus-Netz L" einsetzen. Damit profitiert Eurogate durch den Einsatz eines virtualisierten und dedizierten Campus-Kernnetzes von geringeren Infrastrukturkosten bei gleichzeitig höherer technischer Flexibilität. Diese Netzwerk-Architektur ermöglicht eine sogenannte CUPS-Lösung (Control and User Plane Separation). Sie kombiniert ein zentrales 5G-Kernnetz innerhalb des Telekom-Netzes mit einem lokalen User Gateway für den Kunden. Das heißt, das Management des 5G-Campus-Netzes erfolgt zentral durch die Telekom, die kundeneigenen Daten verbleiben jedoch ausschließlich vor Ort auf dem eigenen Campus.

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