Studie der Telekom

Martin Schrüfer,

Logistik bleibt Digitalisierungsvorreiter

© Telekom

Die Logistikbranche ist erneut führend in Sachen Digitalisierung. Das ergibt die Studie „Digitalisierungsindex Mittelstand 2021/2022“. Unternehmen setzen jetzt vor allem auf IT-Security.

Viele Logistikbetriebe litten auch 2021 unter der Pandemie und internationalen Lieferschwierigkeiten. Dennoch ist die Branche im Hinblick auf die Digitalisierung führend im deutschen Mittelstand geblieben. Zu diesem Ergebnis kommt die repräsentative Studie „Digitalisierungsindex Mittelstand 2021/2022“. Die Deutsche Telekom und das Analystenhaus Techconsult führten die Befragung bereits zum sechsten Mal durch. Die wirtschaftlichen Einschränkungen in der Logistik haben das hohe Tempo der Digitalisierung aus dem Vorjahr allerdings ausgebremst: Der Indexwert sank um einen Punkt. Mit 65 von 100 möglichen Punkten liegt er aber immer noch deutlich über dem branchenübergreifenden Durchschnitt von 59 Punkten. Nachdem die Unternehmen 2020 vergleichsweise wenig in IT-Sicherheit und Datenschutz investierten, bauen sie diesen Bereich nun stark aus.

Steigende Komplexität erfordert Digitalisierung

„87 Prozent der Unternehmen in der Logistikbranche wollen auch künftig in ihre Digitalisierung investieren. Die Anforderung, immer schneller reagieren zu müssen bei gleichzeitig steigender Komplexität, sei es durch Covid-19-Lockdowns, Containerstaus oder verändertes Kaufverhalten, machen die Digitalisierung notwendiger denn je. Dabei helfen ganzheitliche Supply-Chain-Management-Lösungen inklusive Echtzeit-Überwachung und -Auswertungen wie beispielsweise Track & Trace von Containern oder vernetzte Pads im Fleetservice-Bereich“, sagt Thomas Spreitzer. Er ist verantwortlich für den Geschäftskundenvertrieb bei der Telekom Deutschland. „Damit ist sicher: Die Branche wird auch in Zukunft zu den digitalen Vorreitern zählen. Schon jetzt zeigt sie, wie vielfältig sich digitale Technologien einsetzen lassen“.

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In allen Arbeitsbereichen angekommen

Ob im Lager, während des Transports oder am Schreibtisch: Die Logistikbranche setzt mittlerweile in fast allen Tätigkeitsfeldern digitale Technologien ein oder plant dies innerhalb der nächsten zwölf Monate. Besonders beliebt sind beispielsweise Systeme zur Lagerverwaltung (62 Prozent) und Tools zum digitalen Flottenmanagement (61 Prozent). Ebenso wie digitale Signaturen, die etwa Warenübergaben mit Zertifikat elektronisch dokumentieren (26 Prozent). Digitale Lösungen unterstützen auch die Remote-Arbeit im Bereich Verwaltung und Organisation: Kommunikationstechnologien zur reibungslosen Zusammenarbeit am Computer werden nach der Pandemie bei mehr als drei Viertel der Unternehmen zum Arbeitsalltag dazugehören.

Vorteile für Nachhaltigkeit

So ermöglichen Messenger-Dienste und Videokonferenzen, dass auch Logistikunternehmen ihren Mitarbeitern zunehmend freistellen, von wo sie arbeiten (62 Prozent). Der Anteil an Arbeitszeit im Homeoffice soll nach der Pandemie steigen – um zehn Prozent. Dies kann sich positiv auf die Klimabilanz der Unternehmen auswirken. So entfällt die Fahrt zum Betrieb. Insgesamt spielt ökologische Nachhaltigkeit für 70 Prozent der Unternehmen eine wichtige Rolle. Mit digitalen Lösungen gehen Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit Hand in Hand: Sie können die Kosten senken, Transporte beschleunigen und die Effizienz steigern. Ein Viertel der Unternehmen nutzt ihre bereits eingesetzten IoT-Lösungen zur vorausschauenden Wartung und Instandhaltung von Maschinen. Das kann deren Langlebigkeit erhöhen und somit Ressourcen sparen. Die Logistik nutzt als eine der ersten Branchen das Potenzial von IoT.

Fördermittel stärken Investitionen kaum

Investitionen in IoT-Anwendungen stehen nicht an erster Stelle. Zunächst will die Branche stärker auf digitale Tools bei der Zusammenarbeit setzen und mehr IT-Sicherheit gewährleisten. Für knapp drei Viertel der Unternehmen hat Cybersecurity auch 2022 Priorität. Um ihre Budgettöpfe aufzufüllen, könnten die Unternehmen auf öffentliche Fördermittel zurückgreifen. Nur ein Viertel nutzt bisher diese Option; 42 Prozent wissen nichts von dieser Möglichkeit. Firmen, die sie zwar kennen, aber nicht abrufen, beklagen vor allem Orientierungslosigkeit bei der Auswahl der Förderprogramme (31 Prozent). Außerdem bemängeln sie hohen bürokratischen Aufwand. Auch passe das Programm oft nicht zum eigenen Digitalisierungsprojekt (je 22 Prozent). Ebenfalls knapp ein Viertel (22 Prozent) benötige externe Unterstützung, um das passende Förderprogramm zu finden und zu beantragen.

Der Beitrag erschien in materialfluss 6/22.

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