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Artikel und Hintergründe zum Thema

Fördertechnik & Komponenten

Nachts und am Wochenende wird Energie gespart

Im Zuge der Erweiterung des Produktionsstandortes Marburg hat CSL Behring auch in die Intralogistik investiert. Mit Blick auf die gewünschte Performance und Energieeffizienz der neuen Anlage sowie auf Basis von Betriebskostenrechnungen hat sich das weltweit agierende Pharmaunternehmen für die Smart Edition des BOXer SE von Stöcklin Logistik entschieden.

Foto: Stöcklin Logistik
Angegliedert an den Neubau, in dem die hergestellten Medikamente abgefüllt und verpackt werden, ist ein automatisches Kleinteillager (AKL) mit rund 900 Stellplätzen. Es dient der Bevorratung und Kommissionierung von diversen Packmaterialien der pharmazeutischen Produkte. Foto: Stöcklin Logistik

Als Hersteller von Plasmaprotein-Biotherapeutika entwickelt und produziert CSL Behring am Standort Marburg lebenserhaltende und lebensrettende Arzneimittel aus Humanplasma. Diese Medikamente werden bei der Behandlung von Menschen mit seltenen und schweren Krankheiten verabreicht und helfen, die Lebensqualität von Patienten auf der ganzen Welt zu verbessern. Das Unternehmen ist eine Geschäftseinheit des australischen Biopharma-Konzerns CSL Limited (Commonwealth Serum Laboratories).

Investition für die Zukunft: Neubau, AKL und Palettenfördertechnik

Fördertechnik & Komponenten: Nachts und am Wochenende wird Energie gespart
Die Kunststoffbehälter mit einer maximalen Beladung von 50 Kilogramm werden via Behälterfördertechnik zu- und abgeführt. Ergänzend wurde eine Palettenfördertechnikstrecke für die Bereitstellung und den Transport von Industrie- und Auftragspaletten installiert. Foto: Stöcklin Logistik

Im Neubau am Standort Marburg werden die hergestellten Medikamente abgefüllt und verpackt. Angegliedert ist ein automatisches Kleinteillager (AKL) mit rund 900 Stellplätzen, das der Bevorratung und Kommissionierung von Etiketten, Gebrauchsinformationen und Faltschachteln dient. Betrieben wird die Anlage 16 Stunden pro Tag, an fünf Tagen in der Woche. Als Ladungsträger kommen im AKL Kunststoffbehälter mit einer maximalen Beladung von 50 Kilogramm zum Einsatz. Diese werden via Behälterfördertechnik zu- und abgeführt. Ergänzend wurde eine Palettenfördertechnikstrecke für die Bereitstellung und den Transport von Industrie- und Auftragspaletten installiert.

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„Bei diesem Projekt haben wir uns gegen eine Lösung auf Basis von Lagerliften entschieden und zwei automatischen BOXer SE-Kleinteilegeräten von Stöcklin Logistik den Vorzug gegeben“, berichtet Marc Herbener, der verantwortliche Projektleiter seitens CSL Behring. Mit Liftsystemen ließe sich das zur Verfügung stehende Raumvolumen natürlich sehr gut nutzen, doch im Hinblick auf die erforderliche Pickleistung stieße man auch an Grenzen. Im Vergleich zu rotierenden Regalen rechnet sich der Einsatz eines BOXer SE in der Regel bereits auf dem vierten oder fünften Lift oder ab etwa 1.500 Behältern, sagt Christian Kuner, Bereichsleiter Regalbediengeräte bei Stöcklin Logistik.

Foto: Stöcklin Logistik
Ein Verschiebewagen verteilt die Paletten. Foto: Stöcklin Logistik

Über die Smart Edition dieser Baureihe ist das für die Mitarbeitenden komfortable „Ware-zur-Person“-Prinzip auch bei wachsenden Systemen durchgängig sichergestellt. Die Pickleistung nehme dank des „single point of access“ dann nur äußerst geringfügig ab.

Flexibler Materialfluss für Paletten

Die Implementierung des BOXer SE-AKL bei CSL Behring startete im Februar 2016 und wurde bereits im Juni mit dem Go-Live erfolgreich abgeschlossen. Seither werden aus dem Kühl- und Hochregallager zugeführte Paletten staplerunterstützt auf den Aufgabekettenförderer übergeben. Hier verteilt ein Verschiebewagen (VW) die Paletten auf die drei Arbeitsplätze. Sollten sämtliche Stationen belegt sein, kann der VW die Paletten auf einem der acht Pufferplätze zwischenlagern. „Auf diese Weise haben wir in diesem Bereich einen äußerst flexiblen Materialfluss realisiert, der sich wechselnden Auftragsumständen anpassen kann“, sagt Stöcklin-Projektleiter Matthias Föhner.

Smartes Leichtgewicht für Behälterlager

Im 900 Behälterstellplätze umfassenden AKL verfahren zwei BOXer SE-Kleinteilegeräte (KTG) in zwei Gassen auf einer Länge von 21 Metern. Die fünf Meter hohen KTG sind mit je einem Lastaufnahmemittel in Form eines Kombiteleskops ausgerüstet, das in der Standardausführung bis zu zwei Behälter mit einem Gewicht von je 50 Kilogramm gleichzeitig aufnehmen kann. „Die smarte Ausführung des BOXer ist eine ideale Lösung für Behälter-, Tablar- oder Kartonlager mit 1.000 bis 8.000 Stellplätzen pro Gasse“,  sagt Bereichsleiter Christian Kuner. Das extrem niedrige Eigengewicht des BOXer SE habe man erreicht, indem ein Großteil der schweren Komponenten nicht mit dem Gerät mitfährt, sondern festlandseitig installiert ist. Auf diese Weise konnte die bewegte Masse des BOXer SE im Vergleich zum bestehenden BOXer um rund 40 Prozent reduziert werden.

Integriertes Energiemanagement

Kennzeichnend für den BOXer SE ist das integrierte Stöcklin-Energiemanagement. Standardmäßig enthalten ist die so genannte „Boost-/Eco-/Sleep-Mode-Funktionalität“. Im Boost-Modus fährt das Gerät mit den Nennwerten und erreicht damit eine Leistung von rund 110 Behälter Ein- und Auslagerungen pro Stunde und Gasse. Die Eco-Mode-Methode wird für Betriebszustände genutzt, in denen die maximale Systemleistung nicht erforderlich ist. Hierbei werden die Geschwindigkeiten und Beschleunigungen der Fahr- und Hubantriebe um bis zu 50 Prozent reduziert. Neben dem reduzierten Energiebedarf des Systems wird damit gleichzeitig auch der Verschleiß reduziert und die Lebensdauer der Komponenten erhöht. Eine Reduktion der dynamischen Werte auf beispielsweise 50 Prozent reduziert den Energiebedarf um rund 20 Prozent. Die Systemleistung bzw. der Behälterdurchsatz würde in einem solchen Fall aber immer noch bei rund 75 Prozent der Nennleistung liegen. Bei längeren betriebsbedingten Stillstandzeiten kann das Gerät in den Schlaf-Modus versetzt werden. Im „Sleep“-Zustand bleibt die Steuerung eingeschaltet. Alle weiteren Elektronikkomponenten, die auch im Stand-by-Modus ohne Fahrbewegungen Energie beziehen, werden hingegen ausgeschaltet. Ein Re-Start in den aktiven Betriebszustand dauert maximal 30 Sekunden.

„Mit dem Sleep-Modus lassen sich jährlich bis zu 1.600 kWh an Strom einsparen und der schädliche CO2-Ausstoß um rund 1.000 Kilogramm verringern. Somit ist der BOXer SE nicht nur das leichteste, sondern auch das energieeffizienteste Kleinteilegerät auf dem Markt.“ Christian Kuner, Bereichsleiter Regalbediengeräte, Stöcklin Logistik

Nachts schläft der BOXer SE

„Ein Gerät in Ruheposition benötigt eine Grundleistung von etwa 400 W. Im Sleep-Modus hingegen liegt der Grundbedarf nur noch bei rund 100 W. Dank dieser Funktionalität sparen wir in Stillstandzeiten – etwa über Nacht oder am Wochenende – eine große Menge Energie ein“,  betont CSL-Behring-Projektleiter Marc Herbener. Dies wirke sich positiv auf die Gesamtbetriebskosten aus und auch die einzelnen Komponenten würden deutlich weniger beansprucht.

„Seit Inbetriebnahme läuft die Anlage stabil und wir sind mit der gewählten Lösung, die sich jederzeit flexibel auf neue Anforderungen und Aufgaben anpassen sowie bei Bedarf erweitern lässt, sehr zufrieden“,  resümiert Marc Herbener.

Urs Grütter

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