Förder- & Hebetechnik
Zehn Prozent mehr Effizienz
Nach 14 Betriebsjahren war das Teileversorgungslager für die Produktion von Wassernormpumpen im KSB-Werk Frankenthal in die Jahre gekommen. Zudem war es nicht mehr leistungsfähig genug, um mit dem Wachstum der Produktion Schritt zu halten. Durch eine Modernisierung hat viastore das Lager an den jetzigen Produktionsstand angepasst und zukunftssicher gemacht.

Die Baureihe Etanorm gehört zu den wichtigsten Produkten der KSB-Gruppe, einem führenden internationalen Hersteller von Pumpen und Armaturen. Mehr als 1,5 Millionen dieser einstufigen Spiralgehäusepumpen hat KSB bisher gefertigt – unter anderem am Hauptsitz in Frankenthal bei Ludwigshafen. Bis zu 300 Stück werden hier pro Tag produziert. Herzstück der Produktion ist das Teileversorgungslager (TVS): In dem Tablarlager mit rund 5.000 Stellplätzen lagern die Hauptkomponenten der Pumpen, unter anderem Gehäuse, Druckdeckel und Laufräder. Erst wenn ein Kunde bestellt, wird aus diesen Bauteilen eine individuell zugeschnittene Pumpe kommissioniert, montiert und versendet. Fällt das Lager aus, hat dies einen erheblichen Mehraufwand für die Mitarbeiter bei der Bereitstellung der Komponenten zur Folge, was einen Lieferverzug verursachen kann. Nach 14 Betriebsjahren war die Lebensdauer des TVS erreicht. „Die Probleme mit der Anlage häuften sich“, beschreibt Stefan Breivogel, Leiter der Logistik im KSB-Werk Frankenthal, die Situation Mitte 2016. „Unsere Mitarbeiter waren vermehrt an die Unzulänglichkeiten der Anlage gebunden. Sie mussten Kästen geraderücken, Fehler quittieren und Störungen beseitigen.“
viastore
viastore ist ein führender internationaler Anbieter von Intralogistik-Systemen und Intralogistik-Software. Das Unternehmen viastore Systems fokussiert sich auf die Planung, die Implementierung und die permanente Verbesserung von System-Anlagen. Die viastore Software bündelt alle Aktivitäten rund um das Standard-WMS viadat sowie um die viastore-SAP-Logistiklösungen (EWM und WM). viastore beschäftigt weltweit 500 Mitarbeiter und erwirtschaftet einen Umsatz von 130 Millionen Euro.
Ursprünglicher Lager-Hersteller nicht mehr verfügbar

Zahlreiche Komponenten der Regalbediengeräte (RBG) des zweigassigen Lagers waren inzwischen abgekündigt – für die SPS, Antriebe, Frequenzumrichter, Entfernungsmessung und Datenlichtschranken gab es keine Ersatzteile mehr. Eine ähnliche Situation herrschte in der vorgelagerten Fördertechnik: Der Verschiebewagen war in die Jahre gekommen, die Steuerungen abgekündigt und die Konturenkontrolle sorgte für weitere Störungen. „Durch den Konkurs des ursprünglichen Herstellers hatten wir keinen Ansprechpartner mehr für die Anlage und für besondere Aufgaben wie die Programmierung der SPS“, beschreibt Stefan Bott, IT-Koordinator im Werk, eine zusätzliche Herausforderung. Andreas Diebe, Leiter der Instandhaltung, fasst den Zustand der Anlage zusammen: „Wir hatten zu viele Fehlermeldungen am Tag. Die meisten konnten wir zwar mit einem Tastendruck quittieren. Aber es gab auch Fehler, die nicht so leicht zu beheben waren. Da wir bei manchen Produkten eine Lieferung innerhalb von 24 Stunden anbieten, war die Situation nicht mehr tragbar“. So fiel die Entscheidung, die Anlage zu modernisieren.

„Mit der Modernisierung wollten wir auch die Transparenz in der Anlage erhöhen und nur noch einen Ansprechpartner für alle Themen haben.“Stefan Bott IT-Koordination im KSB-Werk Frankenthal
Höhere Leistungsfähigkeit wichtiges Ziel
Dabei sollte nicht nur die Verfügbarkeit des Lagersystems verbessert, sondern auch die Leistungsfähigkeit erhöht werden. Mit der Modernisierung beauftragte KSB den Partner viastore. Alle Antriebe ersetzte der Intralogistik-Experte durch moderne frequenzgeregelte Motoren, die SPS durch aktuelle Siemens S7-Steuerungen. Bei den RBG haben die Fachleute Datenlichtschranken und Entfernungsmesssysteme nach dem Stand der Technik eingebaut, neue mitfahrende Schaltschränke montiert und als Bus-System das leistungsfähige Profinet installiert. Um die Effizienz der Anlage weiter zu steigern, haben die viastore-Spezialisten zudem den Verfahrwagen ersetzt. Der neue leistet bis zu 15 Prozent mehr. Ein weiterer wichtiger Meilenstein zu einem reibungslosen Betrieb war das Retrofit der Konturenkontrolle. Auch softwareseitig hat viastore die Anlage optimiert. Dazu erhielt das Teileversorgungslager eine neue Materialfluss-Steuerung. Zudem wurde eine Soft-SPS eingesetzt, die das aktuelle S7-Programm auf einem Industrie-PC abbildet. Damit kann die Hotline über nur eine IP-Adresse mit weitaus mehr Möglichkeiten auf die angebundenen Anlagenteile zugreifen, um Störungen zu erkennen und zu beheben.
KSB
KSB ist ein international führender Hersteller von Pumpen und Armaturen. Der Konzern mit seiner Zentrale in Frankenthal ist mit eigenen Vertriebsgesellschaften, Fertigungsstätten und Service-betrieben auf fünf Kontinenten vertreten. Rund 15.500 Mitarbeiter erzielen einen Umsatz von mehr als 2,1 Milliarden Euro.
Mehr Effizienz auf ganzer Linie

Nach sieben Arbeitstagen war die Modernisierung abgeschlossen. Und es hat sich gelohnt – Stefan Breivogel hat nachgerechnet: „Die Anzahl der Störungen konnten wir deutlich reduzieren.“ Der Geräuschpegel in der Anlage ist durch das Retrofit ebenfalls gesunken. Das Arbeiten an den Kommissionierplätzen ist damit stressfreier, angenehmer und ergonomischer. Gleichzeitig ist die Effizienz der Mitarbeiter gestiegen – sie haben heute Zeit, ihren Kollegen in den anderen Lagerbereichen zu helfen, und das bei wachsender Zahl an Auslagerungen im TVS-Lager. „Insgesamt ist die Leistungsfähigkeit der Anlage um rund zehn Prozent gestiegen“, schildert Breivogel. Damit hat das TVS jetzt wieder Luft, um auch bei weiter wachsenden Verkaufszahlen der Eta-Pumpen die Kunden sicher und pünktlich zu beliefern.










