Aus materialfluss 1-2/2020

Versandhändler Happyshops setzt auf AMI

Happyshops, ein Online-Versandhändler für Gesellschaftsspiele, hat die Intralogistik mit  einer Anlage von AMI Förder- und Lagertechnik automatisiert. Hiermit ließ sich im Versand eine Leistungssteigerung von 30 Prozent erreichen.

© AMI Förder- und Lagertechnik

Happyshops gehört laut eigenen Angaben zu den drei Top-Onlineshops für Gesellschaftsspiele in Deutschland. Das Unternehmen ist der Versandhandel hinter Onlineplattformen wie Spiele-Offensive.de, Puzzle-Offensive.de oder Perfekte-Bilderrahmen.de. Jeder einzelne Onlineshop ist auf ein Segment spezialisiert – etwa Brettspiele, Kartenspiele, Puzzles oder Holzeisenbahnen. Insgesamt geht es bei Happyshops um 23.500 verschiedene ­Produkte und eine Million Kunden weltweit. 93 Prozent der Sendungen bleiben innerhalb Deutschlands, die übrigen sieben Prozent verteilen sich auf 66 weitere Länder. Sowohl die große Anzahl der Zielländer als auch andere maßgebliche Rahmen­bedingungen machten eine Neukonzeption der Intralogistik ­erforderlich.

Mehr Effizienz notwendig
Zum strategischen Ziel der Happyshops-Geschäftsführer Frank Noack und Robert Letsch gehört es, international stärker zu wachsen. Auch die steigende Nachfrage nach Produkten aus dem Happyshops-Portfolio sowie der Personalmangel und ­dessen Auswirkungen auf die Versandqualität machten die ­Notwendigkeit einer automatisierten Intralogistik deutlich. Hierfür wurde AMI Förder- und Lagertechnik beauftragt. Die Anforderungen: Steigerung der Versandleistung und höhere Effizienz im gesamten Intralogistikprozess.

Herausforderung Fachkräftemangel
Ein weiterer Aspekt, der bei der Planung und Konzeption zu berücksichtigen war: der bestehende Personal- und Fachkräftemangel. „Mit unserem Standort Merseburg befinden wir uns mitten in der Logistik-Region Leipzig, Halle, Bad Hersfeld. Das hat zur Folge, dass wir hier kaum Fachkräfte oder Personal mit geringerer Qualifikation finden, das den Anforderungen an die Tätigkeiten in den Versandbereichen entspricht“, stellt Frank Noack fest. So geschah es wiederholt und trotz intensiver Schulung, dass Mitarbeiter an den Packplätzen bei der Entscheidung für das richtige Porto und den passenden Etikettenaufkleber für die jeweilige Sendung unsicher waren und mitunter mehrere Minuten dafür benötigten. Für Sven Jesberg, Vertriebstechniker bei AMI Förder- und Lagertechnik, war schnell klar „dass wir hier nur mit einer automatisierten Intralogistik zum Ziel kommen, die diese besondere Personalproblematik berücksichtigt, die jeweiligen Subsysteme miteinander vernetzt und die gesamte Intralogistikanlage inklusive aller Prozesse über unsere Logistics Solutions Software steuert.“

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Effizienter kommissionieren
Ausgestattet mit einem Barcodescanner und einem Kommissionierwagen laufen die Mitarbeiter wegeoptimiert die ­Gassen des chaotisch verwalteten Fachbodenlagers ab, in dem auf 8.200 Regalböden insgesamt etwa 500.000 Artikel mit 23.500 verschiedenen Produkten untergebracht sind und bestücken ihren Wagen mit den von den Kunden online ­bestellten ­Artikeln. Auf diese Weise kann jeder Mitarbeiter bis zu 16 Sendungen kommissionieren. Sind die Bestell­aufträge komplett, werden sie an Packplätze transportiert. Die dortigen Mitarbeiter übernehmen die ­Ar­tikel, legen sie in den passenden Karton und versehen ­diesen seitlich mit einem Barcodelabel, über dem sich im weiteren Verlauf der Auftrag identifizieren lässt. Dann – und das ist zugleich auch der Startpunkt des automatisierten ­Prozesses – wird der noch offene Karton auf eine ­Förder­strecke übergeben und zu ­einem vollautomatischen ­Verschließer transportiert. Hat er diesen passiert, durchläuft das ­verschlossene Paket einen Barcodescanner vor einer Volumen­messwaage. Dieser identifiziert den gepackten ­Auftrag über den am Karton ­befindlichen Barcode. ­An­schließend wird das Packstück ­vermessen und gewogen. Die bestehenden Auftragsdaten werden um die für den ­weiteren Vorgang notwendigen, neu gewonnenen In­for­­ma­tionen ergänzt.

Software steht über dem gesamten Prozess
Die nun vollständigen Daten der entsprechenden Versandeinheit werden an ein von Happyshops entwickeltes ­Softwaremodul gesendet. Es berechnet aus den Inhalten zum Wohnort des Empfängers, den Abmessungen des Ver­sandkartons sowie dem Gewicht des Packstücks den ­kosten­optimalen Frachtführer für die Transport­dienstleistung. Diese Information wird an die übergeordnete Leitstandsoftware von AMI WLS-4.0 weitergeleitet. Im weiteren Verlauf gelangt der Karton auf der Anlage zum Etikettendruck­spender, wo das eigentliche Versandlabel erstellt und ­während des Durchlaufs aufgebracht wird.

Mit korrektem Empfänger und automatisch bestimmtem Porto versehen gelangt das jeweilige Paket über einen in die Förderanlage integrierten Drehtisch und Umsetzer und wird auf die Staustrecke des entsprechenden Transportdienst­leisters ausgeschleust. Vom System wird der jeweilige ­Dienstleister über die für ihn zur Auslieferung bereitstehenden Sendungen informiert.

Für den reibungslosen Betrieb der automatischen Intra­logistikanlage bei Happyshops sind alle Teilprozesse – von der Bestellung bis zum Versand – und Systemelemente wie der Drehtisch oder die Portokostenermittlung über die Logistic Solution Software AMI WLS-4.0, die hier als Middleware fungiert, miteinander vernetzt. Das Leitsystem übernimmt neben den Middleware-Funktionen die Steuerung des ­Materialflusses ab dem Start des Versandablaufs und fungiert zudem als Protokollübersetzer und Datenkonzentrator.

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