Komplettlösung implementiert

Marvin Meyke,

Frischzellenkur für ein Regallager der DB Netz AG

Bolzen, Schrauben und Schwellen halten das Schienennetz zusammen. Im Regallager des Werks ­Oberbaustoffe in Witten liegen diese Teile. Damit schnell die richtigen Komponenten zusammen­gestellt werden können, braucht es komplexe Fördertechnik und zuverlässige Regalbediengeräte – gesteuert von einer modernen SPS. Die Experten von Konecranes und Demag Services konzipieren dafür die Komplettlösung.

© Konecranes

Schienen, Stellwerke, Oberleitungen, Weichen und viele weitere Gewerke halten die Bahn in Deutschland auf der Schiene. Sie müssen kontinuierlich erneuert werden, damit die Fahrgäste sicher und pünktlich ans Ziel kommen. Die DB Netz AG ist für ein Streckennetz von rund 33.300 Kilometern mit mehr als 67.000 Weichen verantwortlich, die die Instandhaltungsspezialisten in Schuss halten und so Qualitätsanforderungen erfüllen. Dabei fallen nicht nur viele Routine-Reparaturen an, auch spontane Schadensfälle müssen behoben werden.

Das Werk Oberbaustoffe Witten sichert die Versorgung der DB Netz AG mit Oberbaustoffen. Hier werden jährlich mehr als 1.300 Weichen sowie Kreuzungen und mehrere tausend weitere Großteile für Weichen hergestellt und auf die Reise zu ihrem Einsatzort geschickt. Im Regallager des Werks werden zudem alle großen und kleinen Bauteile ­vorgehalten, die für Weichenbau und -instandhaltung gebraucht werden. Die Lagerhaltung übernimmt eine ­automatische Intralogistik mit ­komplexer Fördertechnik und ­Regal­bediengeräten (RBG). Die ­Experten von Kone­cranes und ­Demag Services kennen die Anforderungen an Regallager und modernisieren die Lagertechnik ­umfassend.

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Von der Teil- zur ­Komplettertüchtigung
Die vielen unterschiedlichen Komponenten, die im Wittener Regallager vorgehalten werden, müssen zuverlässig in ihre Lagerposition und wieder heraus transportiert werden. Förderbänder bringen die standardisierten Behälter und Paletten zu den Regalen, wo automatische Regalbedien­geräte übernehmen und sie an ihre Endpositionen fahren. Insgesamt ­arbeiten mehr als 30 elektrische ­Motoren im Bereich der Förder­technik – als Hubantriebe, in Kettenförderern und am Palettenaufsetzplatz. Hinzu kommen viele weitere elektrische Komponenten, von der Sensorik bis zu Not-Aus-Schaltern. Bei einer Instandhaltung für die RBG-Einheiten erkennen die Experten von Konecranes und Demag Services, dass die komplette Intralogistik des Lagers modernisiert werden muss, um den hohen Anforderungen an die Zuverlässigkeit und Sicherheit des Systems zu genügen. „Mit zunehmendem Alter einer Anlage wird es immer schwieriger, für viele Komponenten Ersatz zu finden, wenn etwa Baureihen auslaufen“, sagt Thorsten Minklei, Manager Intralogistik bei Konecranes. „Auch die Software entwickelt sich schnell weiter, neue Funktionalitäten ­kommen hinzu und ersetzen ältere Applikationen.“ Das speziell nach DIN EN 528, Sachkundige für Regalbediengeräte, quali­fizierte Serviceteam von Konecranes und Demag Services prüft die gesamte Anlage detailliert. Das Ergebnis: eine Rundum-Modernisierung wird gebraucht – von den teilweise stark ­verschlissenen elektrischen Komponenten bis zur Maschinensteuerung.

Nachhaltig modernisiertes ­Regallager
Ursprünglich wurde die Intralogistik für das Regallager als Teil eines umfang­reicheren Systems im Jahr 2000 gebaut – viele der funktions- und sicherheitskritischen Komponenten sind demnach bereits mehr als 20 Jahre alt. Ziel der umfassenden Modernisierung ist es, alle elektrischen Bauteile zu ersetzen, die am Ende ihrer Lebensdauer angelangt sind – sie haben das höchste Ausfall­risiko. „Das automatische Lager in ­Witten muss auch in Zukunft einwandfrei funktionieren“, betont Thorsten Minklei. „Deshalb nutzt unser Serviceteam topmoderne und bewährte Komponenten, die noch mindestens 12 bis 15 Jahre lang verfügbar sind.“ Die mehr als 20 Jahre alte Maschinensteuerung wird ebenfalls gegen einen S7-1500 Controller mit TIA-Portal ausgetauscht.
„Sicherheit und Zuverlässigkeit sind elementar, wenn es um den Betrieb ­unseres Regallagers geht“, sagt Andreas Scholz, Leiter Planung Investitionen im Bereich der Anlagentechnik bei der DB Netz AG. „Wir versorgen nicht nur uns selbst, sondern auch viele andere Standorte mit Ersatzteilen. Neben den elek­trischen Antrieben und der Steuerungssoftware muss deshalb auch die komplette Sicherheitstechnik modernisiert werden.“ Darüber hinaus werden die gelagerten Bauteile auch während der Modernisierung weiter gebraucht – ein Stillstand der Anlage über längere Zeit ist deshalb nicht möglich. Das ­Serviceteam von Konecranes und ­Demag konzipiert gemeinsam mit den Wittener Bahnspezialisten eine ­technisch effiziente Lösung – und das dazugehörige, passende Timing.

Vom Elektromotor bis zum Lasersensor – alles abgestimmt
Die komplette Modernisierung wird ­detailliert vorausgeplant und über mehrere Wochenenden realisiert, um das Lager währenddessen so weit wie möglich einsatzbereit zu halten. Viele kleine und große Bau­gruppen werden ausgetauscht und angepasst, von der Antriebstechnik bis zu kabellosen ­Sensoren. Diese stellen sicher, dass die Steuerung jederzeit weiß, wo die Regal­bediengeräte sich befinden, und rechtzeitig abschalten kann, falls Menschen die ­Sicherheitszone betreten. Damit alle Komponenten reibungslos zusammenarbeiten und mit der SPS kommunizieren, kommt in der modernisierten ­Anlage das Profinet-Kommunikationsprotokoll zum Einsatz. Die Schaltschränke stellen die Experten ebenfalls zusammen und integrieren sie in das Lager.

Alle Schritte der Modernisierung werden dokumentiert – das ver­einfacht den Betrieb und die künftige Instandhaltung des Regallagers im Werk Oberbaustoffe Witten deutlich. Thorsten Minklei freut sich: „Mit dem erfolg­reichen Abschluss der Ertüchtigung hat unser Serviceteam gezeigt, dass ­Konecranes und Demag Services der optimale Ansprechpartner für alle ­Themen rund um die Intralogistik ist – vom Kran zum bis zum Regalbedien­gerät.“ Die komplett neu aufgesetzte Maschinensteuerung ermöglicht zudem die ­Integration der Anlage in die ­Remote Services von Konecranes. „Für sechs Monate nach Inbetriebnahme ist unsere Fernwartung über unser eigenes ­Netzwerk kostenfrei für unsere Kunden. So sind wir bei allen Fragen schnell ­erreichbar.“

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