Förder- & Hebetechnik
Deutlich schneller kommissionieren
Der Antalis-Konzern konnte seine Logistikleistung mithilfe eines neuen Kleinteile- und Behälterlagersystems maßgeblich verbessern. Dank der neuen Lösung wurde die Kommissionierung um den Faktor 5 gesteigert.
Die Anforderungen an das neue Kleinteile-Lagersystem beim Schweizer Papiergroßhändler und Logistikdienstleister Antalis waren hoch. Erfüllt wurden sie durch eine ausgeklügelte Lagerlösung von Swisslog: AutoStore – ein System zur höchstmöglichen Ausnutzung von Lagerflächen.

Der Ausbau der logistischen Dienstleistungen ist Teil eines Veränderungsprozesses bei Antalis, der dem originären Papierspezialisten neue Märkte eröffnet. Jedoch waren für diese Wachstumsstrategie die intralogistischen Voraussetzungen zunächst unzureichend. Dazu Jürg Frefel, Supply-Chain-Direktor bei Antalis: „Mit unserem alten Miniload-Kleinteilelager sind wir schnell an unsere Leistungsgrenzen gestoßen. Zudem genügte es nicht mehr den Anforderungen an Sicherheit und Brandschutz. Eine Modernisierung war damit ausgeschlossen.“ Eine neue Lösung sollte bei allen denkbaren Anforderungen an die Funktionalität vor allem platzsparend und räumlich anpassungsfähig sein, da ein vorhandenes Gebäude anstelle eines neuen genutzt werden sollte.
Fündig wurde Antalis beim Intralogistiker Swisslog. Das international vertretene Schweizer Generalunternehmen plante und implementierte für seinen Kunden ein neues Kleinteile- und Behälterlagersystem: AutoStore. Die innovative Lösung wurde Ende des Jahres 2011 in der initialen Dimension in Betrieb genommen und war zu diesem Zeitpunkt eine von zwölf weltweit installierten Anlagen und die erste ihrer Art in Mitteleuropa. Bei anhaltendem Wachstum des Unternehmensbereichs der Logistikdienstleistungen – und so hat es Antalis geplant – ist eine Erweiterung der Anlage bereits jetzt absehbar und zu gegebener Zeit einfach zu realisieren.
Das System und seine Vorteile
AutoStore beschreitet als Ware-zur-Person-Anlage einen völlig neuen Weg in der automatisierten Kleinteile-Lagertechnik. Klassische Regale oder Fahrgassen sucht man hier vergeblich. Die Waren werden in Behältern gelagert, die in einem selbsttragenden, modularen Aluminiumraster direkt aufeinander gestapelt werden. Je nach den baulichen Gegebenheiten und den individuellen logistischen Anforderungen können pro Rastersäule entweder 16 Behälter mit einer Höhe von 330 mm oder 24 Behälter mit einer Höhe von 230 mm gelagert werden. Bewegt werden diese Behälter mit schienengeführten Roboterfahrzeugen, die sich auf der Oberseite des Aluminiumraster-Körpers bewegen und die Behälter von oben aufnehmen und einlagern.
Jeder der Roboter, die bis zu drei Meter pro Sekunde schnell sein können, ist in der Lage, jedes Raster anzufahren und mit Hilfe eines integrierten Lifts auf jeden Behälter zuzugreifen. Die Roboter ver- und entsorgen auch die Arbeitsplätze des AutoStore-Systems, die sogenannten Ports. Über diese Ports kann zum einen die Ware eingelagert werden, zum anderen können sie als Kommissionierplätze dienen. Das modulare, flexible Konzept von AutoStore ermöglicht eine effektive Nutzung vorhandener Flächen.
Die Gründe: Es werden keine Regalgassen benötigt. Behälter werden in nächster Nähe zueinander gestapelt. Das Layout des Raster-Körpers passt sich an nahezu alle örtlichen Gegebenheiten an. Säulen können umgangen werden, verwinkelte Hallenbereiche genutzt – selbst U- und L-förmige Ausführungen sind möglich. Darüber hinaus bietet es vielfältige Erweiterungsoptionen, sei es hinsichtlich neuer Behältersäulen oder Fahrzeuge. „Das war uns sehr wichtig“, bestätigt Jürg Frefel: „Statt einer Überinvestition zum Zeitpunkt des Projektstarts haben wir das Kleinteilelager auf die derzeit absehbaren Anforderungen ausgelegt. Kommen neue Kunden hinzu, kann das AutoStore-System mitwachsen.“
Auch die Anzahl der Roboter, die sich auf dem Rasterkörper bewegen, kann ebenso wie der Warenfluss den unternehmerischen Anforderungen angepasst werden. AutoStore lagert normalerweise „Schnelldreher“ ganz oben und „Langsamdreher“ weiter unten im Raster. „Selbstverständlich ist es jederzeit möglich, diese Art der Lagerung zu ändern, falls ausgewählte Produkte immer in der oberen Hälfte oder etwa aus Sicherheitsgründen in der unteren Hälfte des Rasters deponiert werden müssen“, erklärt Jürg Frefel: „Außerdem kann in der AutoStore-Software bei Bedarf festgelegt werden, dass bestimmte Artikel an speziell zugeordneten Ports kommissioniert werden.“
Die Infrastruktur bei Antalis besteht aus einem Gebäude mit 40.000 m² Fläche und Platz für 55.000 Europaletten-Stellplätze sowie 20.000 Fachbodenregalplätzen. „28.000 Europaletten-Stellplätze werden vollautomatisch betrieben“, erklärt Jürg Frefel, „bewegt werden die Paletten durch insgesamt zehn Regalbediengeräte von Swisslog sowie durch ein fahrerloses Transportsystem mit 13 Fahrzeugen, die auch das AutoStore-Lager versorgen.“
AutoStore wurde bei Antalis in einer Halle mit einem Säulenraster von zehn mal zehn Metern integriert. Auf einer Grundfläche von nur 400 m² bietet das System Platz für 18.000 Kunststoffbehälter mit einem Fassungsvermögen von 75 dm³ bzw. einem Einlagerungsgewicht von 30 kg.
Um den Faktor 5 gesteigert
Über insgesamt vier Beladungs- und Kommissionierports werden per FTS angelieferte Waren eingelagert oder Artikel zur Kommissionierung bereitgestellt. Zehn robotergesteuerte Fahrzeuge übernehmen das Handling der Behälter. „Jedes Fahrzeug kann pro Stunde bis zu 50 Picks ausführen“, beschreibt der Supply-Chain-Direktor, „wir erreichen demnach eine Systemleistung von bis zu 500 Picks pro Stunde. Das bedeutet, dass die Kommissionierung der täglich bis zu 2.000 Versandaufträge heute um den Faktor 5 effizienter erfolgen kann, weil die Ware zum Mann bzw. zur Frau kommt.“
Zudem tragen verschiedene andere Aspekte zur hohen Rentabilität von AutoStore bei Antalis bei. „Es gibt erheblich weniger Fehlerquellen beim Kommissionieren, der Warenschwund hat sich reduziert, wir konnten den Wareneingang, das Verpacken und Verdichten sowie die Versandvorbereitung effizienter gestalten und haben heute auch weniger Flurförderzeuge im Einsatz“, fasst Jürg Frefel zusammen.
Über Antalis

Die Antalis AG gehört zum weltweit tätigen Antalis-Konzern und ist europaweit die Nummer eins im Papiergroßhandel. Das Unternehmen bietet zudem logistische Dienstleistungen branchenübergreifend an. Diese nehmen schon heute einen hohen Stellenwert im Unternehmen ein. „Der Öffentliche Dienst, Banken oder auch Autohändler lagern ihre Informationsmaterialien, Give-aways oder ähnliches bei uns in Lupfig“, bestätigt Jürg Pletscher, Vorsitzender der Geschäftsführung der Antalis AG.
Antalis AG, CH-5242 Lupfig, E-Mail: [email protected], www.antalis.ch
Swisslog AG, D-44227 Dortmund, Tel.: 02 31/7 58 95 00, Fax: 7 58 95 11 90, E-Mail: [email protected], www.swisslog.com










