12 automatisierte Serienfahrzeuge unterwegs

Martin Schrüfer,

Still und Dematic automatisieren Distributionszentrum von CASA

Der Intralogistik-Spezialist Still hat in Zusammenarbeit mit seiner KION-Konzernschwester Dematic das neue europäische Distributionszentrum der Einrichtungskette CASA in Olen, Belgien automatisiert. Insgesamt zwölf automatisierte Still-Serienfahrzeuge sorgen für eine schnelle, saubere und leise Logistik.

© Still

Die internationale Einrichtungskette CASA Inter­national mit ihren mehr als 500 Tochternieder­lassungen in neun europäischen Ländern hat 2017 ihren als „CASA 2020“ bekannten strategischen Masterplan umgesetzt. Zeitgleich wurde ein logis­tisches Gesamtkonzept implementiert. „Unsere Logistikakti­vitäten werden dadurch in einem neuen, weitgehend automatisierten europäischen Distributionszentrum zusammengeführt“, so Bart Dauwen, Lagermanager bei CASA International. Das neue Gebäude in Olen, hat eine Grundfläche von mehr als 50.000 m2 und kann 65.000 Paletten aufnehmen. Die Gesamt­investitionen für das Projekt belaufen sich auf 35 Millionen Euro, so der Lagermanager. „Wirtschaftliches Wachstum und der zunehmende Mangel an Arbeitskräften machen es für Logistikunternehmen immer schwieriger, qualifiziertes Personal zu finden. Mit dieser Investition in die Automatisierung können wir die Kontinuität des Warenflusses verbessern und zugleich unsere Produktivität steigern“, meint Dauwen weiter. „Zudem verbessert sich die Flexibilität. Die Automatisierung macht den Weg frei für einen kontinuierlichen Ablauf rund um die Uhr.“

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Überwiegend Hochseecontainer
Die Lösung von Still und Dematic gewährleistet eine automatische Ein- und Auslagerung im Pufferlager sowie die automatische Versorgung des Kommissionierungsbereichs. Die im Distributionszentrum ankommenden Güter werden per Schiffscontainer in Kartons angeliefert. Die Mitarbeiter verladen die Kartons auf Paletten und führen diese dem automatischen ­Folienwickler zu. Anschließend überprüft ein vollautomatisches Kontrollsystem Größe und Dimensionen der auf den Paletten verladenen Waren und weist ihnen einen passenden Lagerplatz zu. Danach kommt automatisch die Lösung von Still und Dematic ins Spiel. Sieben automatisierte FM-X Schubmaststapler transportieren die Paletten zum Pufferlager und lagern sie dort ein. Im 32-gassigen Pufferlager verkehren fünf automatisierte MX-X Schmalgangstapler (VNA) zur Ein- und Auslagerung der Paletten. Wenn Waren in den manuellen Kommissionierungsbereich transportiert werden müssen, holt einer der sieben FM-X Schubmaststapler die Palette aus einer Zwischenablageposition am Ende der Regale ab und platziert sie auf einem der beiden Förderbänder, die zum Kommissionierungspunkt führen.

Komplettlösung aus einer Hand
„Unsere FM-X und MX-X Stapler sind komplett automatisiert – mit der Technologie unseres Partners Dematic, mit dem wir bei FTF-Projekten mit Standard-Flurförderzeugen in ­Europa kooperieren“, so Luc de Boes, Vertriebsleiter für die Benelux-Länder bei Still. „Dies ermöglicht es uns, CASA eine Komplettlösung aus einer Hand anzubieten.“ Die Stapler werden von Dematic mit einem Automation-Pack und der FTF-Management-Software zur Verfügung gestellt. „Sie erhalten ihre Anweisungen von der FTF-Management-Software, die mit dem Lagerverwaltungssystem des Kunden verknüpft ist, so dass sie autonom fahren und heben können“, so Yves Gazin, Strategic Solutions Manager bei Dematic. Das Aufladen der Akkus, einschließlich des zwischenzeitlichen Aufladens, verläuft ebenfalls vollautomatisch. Die Stapler sind mit verschiedenen Sensoren ausgestattet, um Zusammenstöße zu vermeiden und die Sicherheit von Personen im Lager zu gewährleisten. Die Schubmaststapler sind außerdem mit Still SafetyLight Sicherheitsscheinwerfern ausgestattet, die in Fahrtrichtung ein helles blaues Licht auf dem Boden projizieren, sodass Fußgänger zusätzlich gewarnt werden, dass sich ein Stapler nähert.

Flexibilität durch Automatisierung
Laut De Boes ist es für den Erfolg von Automatisierungs­projekten wie diesem unverzichtbar, dass Intralogistikanbieter die Unternehmenskennzahlen des Kunden kennen und wissen was der Kunde erwartet: „Wir haben auf der Basis einer gründlichen Analyse gemeinsam mit dem Kunden eine Lösung konzipiert und umgesetzt, die alle Wünsche und Anforderungen des Kunden erfüllt.“ Gazin bezeichnet es sogar als Muster­beispiel: „Jeder wusste genau, was zu tun war. Klare Vereinbarungen, kurze Kommunikationslinien und die Erfahrung und Fachkompetenz aller Beteiligten waren die Basis dieses Erfolges.“ Der Strategic Solutions Manager ist sich bewusst, dass es insbesondere bei Automatisierungsprojekten völlig normal ist, dass Kosten und Kapitalrendite Berücksichtigung finden. Die Tatsache, dass automatisierte Stapler erheblich länger halten als manuell betriebene Stapler, spielt in dieser Hinsicht eine wichtige Rolle. „Der wahre Vorteil dieser Lösung“, so Gazin, „liegt jedoch in ihrer Flexibilität. Die Logistik läuft fehlerfrei, sauber, leise und schnell ab. Sie sehen das bereits, wenn Sie durch das Lager gehen. Und das bringt Ruhe in ein eigentlich sehr komplexes Umfeld und schafft eine angenehme Arbeitsumgebung.“ Lagermanager Dauwen nickt zufrieden. „Wir sind von der Zusammenarbeit mit Still und Dematic sehr an­getan“, so sein Fazit. „Sie haben das Projekt innerhalb des erforderlichen Zeitrahmens umgesetzt, und der laufende Betrieb wurde nur minimal beeinträchtigt.“

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