Software & Ident
Kostenschraube
Das Transport- und Logistikgewerbe reagiert mit Kostensenkungen und operativer Fitness auf die Wirtschaftsflaute. Das ergab eine Studie, die im Herbst unter knapp 900 Supply- Chain-Profis durchgeführt wurde.
Kosten runter, Produktivität hoch. Mit diesem Spagat reagieren Transporteure und Logistiker (3PL‘s) auf den eingebrochenen Welthandel. Wobei Umstrukturierungen darunter leiden, dass jedem vierten Akteur offensichtlich die erforderliche IT-Kostentransparenz fehlt. Zu diesem Ergebnis kommt das englische Marktforschungsinstitut Transport Intelligence Ltd. (TI) in seiner Studie Logistics and Transport IT-Survey.
Aus der im Herbst 2009 für die SCMSoftwareanbieterin Kewill durchgeführten Befragung bei 873 Supply- Chain-Profis (darunter 562 Transporteure und Logistiker) in Europa, Asien und USA geht hervor, dass Kostenreduzierungen mit 73,1 % Priorität vor operativen Verbesserungen (56,3 %) haben.

Knapp die Hälfte der Befragten setzt außerdem auf die Optimierung interner Planungsprozesse. Etwa ein Drittel räumt ein, dass sie aufgrund der neuen Realität am Markt zu Preissenkungen gezwungen sind. 95,2 % der befragten Logistikprofis betrachten Business-Software als ein adäquates Instrument zur Kostenkontrolle. Wobei 88,1 % einen täglichen Überblick über ihre Transportkosten bestätigen. Bei den Lageraktivitäten beträgt die Quote 81 %. Die IT-Kosten sind für 75 % der Logistiker ständig transparent. Grund: Rund drei Viertel dieser Firmen arbeiten mit einer entsprechenden Finanzsoftware.
FFS auf Platz zwei Platz zwei nehmen die von 62,8 % der Umfrageteilnehmer eingesetzten Freight Forwarding Systeme (FFS) ein. Gefragt im operativen Geschäft sind ferner Transport-Management-Systeme, Zollsoftware- und Warehouse-Management- Lösungen. 67,1 % der von TI für die auch in Deutschland präsente Kewill-Gruppe befragten Firmen sehen Logistiksoftware nicht als Barriere für die erforderliche Umstrukturierung an.
32,9 % der Verantwortlichen betrachten jedoch die Implementierungszeit als Hindernis bei der Einführung neuer IT-Systeme. Aber auch Umrüstungskosten haben eine große Bedeutung. Bei der Wahl von Softwareprovidern spielt die Kompatibilität zu vorhandenen IT-Systemen mit 78,1 % eine entscheidende Rolle. Weitere Auswahlkriterien für die befragten Logistikanbieter (3PL‘s) sind pünktliche Implementierung und Umfang der Softwarepalette (One-Stop-Shopping). Weniger bedeutend sind laut TI-Umfrage Faktoren wie Kompatibilität zu Kundensystemen (57,5 %), geografische Präsenz (37,9 %) und Markenname (13,7 %).

Schnelle Marktfähigkeit entscheidend Aus der Untersuchung geht weiter hervor, dass eine schnelle Marktfähigkeit für Logistikanbieter entscheidend ist. Vorhandene IT-Systeme und Aktualisierungszeiten bremsen sie bei der Wahrnehmung vorhandener Marktchancen. Bei 95,7 % rückt die Kalkulierbarkeit der Kosten immer mehr in den Vordergrund und ist wichtig, sehr wichtig oder absolut notwendig. Die Höhe der IT-Systemkosten fällt mit 94,8 % der Nennungen in die gleiche Kategorie. Lagerhaltungskosten folgen mit 85,2 %.
Begrenzt verbreitet, da relativ neu auf dem Markt, ist in der Transport- und Logistikwelt bislang Software as a Service (SaaS). Rund 40 % der befragten Anbieter nutzen gegenwärtig derartige Systeme. Wobei die meisten Anwender im Bereich Zoll- und Compliance-Software aktiv sind, gefolgt von Transport-Management- und Speditionssoftware. Die Befragten gehen laut Transport Intelligence allerdings davon aus, dass sie derartige Dienste in kommenden Jahren aufgrund flexibler werdender Anwendungsbedingungen und sinkender Kosten stärker nutzen werden.

Statement „Das Konzept, Rechnerkapazitäten, Anwendungen und Speicherplatz über externe Rechenzentren zu mieten anstatt zu kaufen (Cloud Computing/Software as a Service/ Hosting), setzt sich auch in der Logistik immer mehr durch,“ erläutert Kewill- Deutschland-Manager Andreas Heil:
„Nicht nur bei kleineren und mittelständischen Unternehmen. Auch Konzerne bedienen sich zum Beispiel im Bereich Zollsoftware verstärkt derartiger Lösungen. Grund: Sie müssen weniger investieren und sind viel flexibler. Zum Vorteil aller Beteiligten lassen sich Kapazitäten und Ressourcen besser auslasten. Ein erfolgreiches Outsourcing setzt jedoch Vertrauen bezüglich Integrität, Bonität und Innovationsfähigkeit des jeweiligen Dienstleisters voraus.“ Andreas Heil, Deutschland-Manager der Kewill GmbH
Kewill GmbH, www.kewill.de







