Software & Ident

Das bietet RFID der Intralogistik

Langsam aber sicher entstehen mehr und mehr Einsatzbereiche für RFID in der Logistik. Doch neben den unbestreitbaren Vorteilen gibt es nach wie vor auch Einschränkungen für die Verwendung der Funk-Tags.

Software & Ident: Das bietet RFID der Intralogistik

Bluhm: immer mehr Einsatzgebiete

Zu den Haupt-Eigenschaften von RFID im Vergleich zum Barcode zählen laut Uwe Wolter, Produktmanager für RFID, Bluhm Systeme, die Lesbarkeit ohne Sichtkontakt, die Wiederbeschreibbarkeit, die größere Unempfindlichkeit gegen Schmutz und mechanische Einflüsse, die Möglichkeit des gleichzeitigen Einlesens mehrerer Datenträger („Pulklesung“) und die hohe Leserate: „Aufgrund dieser Vorteile wird mittlerweile in immer mehr Branchen ein möglicher Einsatz dieser Technologie geprüft. Vor allem, wenn es um Fälschungssicherheit, Qualitätssicherung und Rückverfolgbarkeit geht, setzen heute zum Beispiel die Automobil- und Zulieferindustrie, die Pharmaindustrie oder auch die Bau- und Möbelindustrie verstärkt auf RFID.“

Doch auch für RFID gelte: Eine Nutzung ist von Fall zu Fall zu prüfen. „Denn trotz ihrer vielen Vorteile gelten auch für die RFID-Technologie die physikalischen Gesetze. So beeinflussen beispielsweise metallische Oberflächen und flüssige Inhaltsstoffe von Produkten und Verpackungen die Funktion. Hierfür gibt es schon praktikable

Lösungen bei denen der Tag etwa durch automatisiertes Falten des Etiketts den zum besseren Auslesen nötigen erhöhten Abstand zur Produktoberfläche erhält. RFID kann helfen, Abläufe zu optimieren, doch auch die anderen Technologien wie Barcode und Datamatrix-Code haben nach wie vor ihre Daseinsberechtigung. Manchmal ist auch eine Kombination der Technologien sinnvoll. Was am besten ist, muss im Einzelfall geklärt werden“, so Wolter.

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ICS: RFID-Kennzeichnung schließt Medienbrüche aus

„Effizienter Materialfluss steht synonym für schnelle, transparente und kostenoptimierte Warenbewegungen“, erklärt Karsten Jung, Leiter Kennzeichnungssysteme der ICS International AG: „Die sichere Warenkennzeichnung sowie -identifikation sind dabei unabdingbar. Diese Prozesse werden mittels RFID- oder Barcodelösungen automatisiert. Im Regelfall verringert sich dabei deutlich der Personaleinsatz zum Preis erhöhter Betriebsmittelkosten, die jedoch mittel- bis langfristig unter dem Faktor Arbeit liegen. Ob durch RFID- oder Barcodesysteme oder einem Mix beider Technologien das bestmögliche Input-Output-Verhältnis erreicht werden kann, ist für jeden Anwendungsfall genau zu analysieren.

Aufgrund der großen Stückkostenunterschiede zwischen Barcodeetikett und Smart-Label gibt ICS der Barcode-Kennzeichnung und -identifikation in aktuellen Projekten vielfach noch alleinigen Vorrang. Wenngleich vollständige Substitutionseffekte nicht zu erwarten sind, wird sich das Verhältnis in den nächsten Jahren zu Gunsten der RFID-Technologie verschieben. Denn Warenbewegungen werden stetig mehr und mehr gebündelt. Mittels RFID-Pulkerfassung lassen sich Paletten, Container und Behälter sekundenschnell verifizieren. Weiterhin schließt die RFID-Kennzeichnung Medienbrüche aus, da schlichtweg kein optischer Kontakt mehr zwischen Erfassungssystem und Identifikationsmedium notwendig ist. Zudem werden die Dokumentationspflichten für Warenbewegungen in den Unternehmen stetig verschärft. Der RFID-Anwender kann diesen Vorgaben mit dem RFID-Tag, dass sich im laufenden Materialfluss mit weiteren (Echtzeit-)Daten beschreiben lässt, adäquat Rechnung tragen.“

Leuze: Intralogistik und Produktion im Fokus

Ein großes Feld für RFID stellt laut Dieter Esslinger, Produktmanager RFID / Identtechnik bei der Leuze electronic GmbH + Co. KG., die Intralogistik dar, denn dort werden häufig Ladungsträger identifiziert, die je nach Umgebung einfache oder hochwertige Transponder benötigen: „Speziell mechanische und manchmal thermische Anforderungen beeinflussen die Auswahl. Bei den Schreib-Lesegeräten mit industrieller Schutzart werden meist mittlere oder kleine Reichweiten genutzt. Ein weiterer Bereich liegt im Produktionsumfeld. Dort kommen Werkstückträger oder Vorrichtungen mit robusten und häufig chemisch und/oder thermisch belastbaren Transpondern zum Einsatz. Die Lesegeräte sind hier meist in der Baugröße begrenzt und nutzen vorwiegend kleinere Reichweiten.“

„Der meist genutzte RFID-Hauptvorteil ist die höhere Unempfindlichkeit gegen Schmutz oder Staub und die „nicht sichtbare“ Anbringung des Datenträgers. Speziell in der Produktion wird die Datenaktualisierung („Schreiben“) immer wichtiger, um aktuelle Informationen für den nächsten Prozessschritt dem Objekt mitgeben zu können und so eine höhere Flexibilität im Prozess zu erreichen. Das Leuze electronic RFID Portfolio umfasst alle Frequenzbereiche mit Geräten für unterschiedliche Reichweiten, allerdings mit starkem Fokus auf HF und etwas UHF. Neben stationären Geräten stehen auch mobile Schreib-Lesegeräte zur Verfügung. Die Potenziale liegen gleichermaßen bei HF und UHF, dies wird jedoch durch die Anwender bestimmt“, so Esslinger weiter.

„Die vielfältigen Anfragen potenzieller Anwender zeigen uns die Grenzen immer wieder, etwa wenn die Objekte auf mittlerer Reichweite eindeutig zugeordnet und erkannt werden sollen und sie dabei sehr dicht zueinander stehen. Diese Selektivität ist mit RFID schwierig zu erreichen. Mit den Metalltags ergibt sich zwar die Möglichkeit einer Identifikation, dennoch liegen hier z.T. illusorische Vorstellungen über tatsächlich erzielbare Reichweiten vor.“

Software & Ident: Das bietet RFID der Intralogistik

Bluhm Systeme GmbH, E-Mail: [email protected], www.bluhmsysteme.com

ICS International AG, E-Mail: [email protected], www.ics-ident.de

Leuze electronic GmbH + Co. KG, E-Mail: [email protected], www.leuze.de

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