Lagermodernisierung

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Steigerung der Auftragsbearbeitung: Von 600 auf 6.000

Eine effiziente Warensteuerung, ein automatisiertes Lager- und Kommissioniersystem und eine bessere Retourenabwicklung – mit diesen Anforderungen startete Maprom, Werbetextilgroßhändler aus Höxter, in den Bau seines neuen Zentrallagers. Heute, über zwei Jahre später, sorgt das Warehouse Management System (WMS) ProStore des IT-Unternehmens Team mit einer direkten Anbindung an das neue AutoStore-Lager für reibungslose Abläufe und eine Steigerung in der Auftragsbearbeitung.

Das Maprom-Zentrallager in Bergheim-Steinheim setzt in puncto Software auf das WMS ProStore von Team. © Team/Maprom

Im 11.000 Quadratmeter großen Hauptlager von Maprom in Steinheim-Bergheim wird von T-Shirts über Hoodies, Soft­shelljacken, Caps, Schürzen, Handtüchern, Baumwolltaschen ein großes Sortiment an Textilien gelagert. Die Veredelung, also der Druck oder die Bestickung mit Firmenlogos oder individuellen Sprüchen, erfolgt dann am Hauptsitz im ostwestfälischen Höxter. Nach dem Kauf der Lagerhallen 2012 in Steinheim-Bergheim stand für Maprom schon die Entscheidung fest, in ein modernes Warehouse Management System zu investieren, das auch AutoStore anbinden kann. Die vorherige Lagerverwaltungssoftware konnte solch eine Anbindung nicht leisten.

Die Wahl fiel, in Zusammenarbeit mit der TKS Unternehmensberatung und Industrieplanung, auf das WMS ProStore von Team aus Paderborn. Denn bei ProStore ist die Anbindung direkt ohne Middleware an AutoStore möglich. Aber noch weitere Faktoren waren ausschlaggebend: „Die Unternehmensgröße von Team hat zu uns gepasst, die räumliche Nähe ist ideal und vor allem die fachliche Kompetenz und das sympathische Projektteam haben uns absolut überzeugt“, erinnert sich Andreas Kempf, Assistenz der Geschäftsleitung.

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Spezielle Anforderungen für drei Standorte

Das Warensortiment – von Baumwolltaschen bis Promotionbekleidung – ist bei Maprom vielfältig. „Wir haben eine Lösung gesucht, um unsere Lagerflächen noch optimaler zu nutzen und die Prozesse noch mehr zu automatisieren“, so Kempf. „Zudem bedient Maprom die Aufträge tagesaktuell, was eine termin­orientierte Bearbeitung der Bestellungen voraussetzt.“ Ein weiterer wichtiger Punkt war, alle drei Standorte des Unternehmens an das WMS anzubinden, um eine kontinuierliche Verfolgbarkeit der Warenflüsse sicherzustellen – sowohl den Hauptsitz mit Verwaltung und Weiterverarbeitung in Höxter als auch das Zentrallager in Steinheim-Bergheim sowie das Außenlager im circa 30 Kilometer entfernten Lüchtringen. „Wir haben zwei Lagerstandorte mit unterschiedlicher Wareneingangserfassung und Einlagerung“, erklärt Sebastian Mach, Leiter Warenausgang. „In Lüchtringen werden sortenreine Paletten erfasst, in Bergheim Mischpaletten. Eine Herausforderung war die systemtechnische Anbindung und Zusammenführung dieser Standorte. Eine zusätzliche wichtige Anforderung war die automatisierte Nachschub-Steuerung zwischen den beiden Standorten.“ Pro Jahr kommen zudem etwa 120 Importcontainer aus Asien, vor allem mit Baumwolltaschen, in Ostwestfalen an, die eingelagert werden müssen.

Vom Einkaufswagen und Klemmbrett zur Automatisierung

Bei Maprom mit seiner fast 40-jährigen Firmengeschichte denkt man mit einem Schmunzeln an die Zeiten zurück, als noch mit Einkaufswagen, Klemmbrett und Stift kommissioniert wurde. Heute erinnert rein gar nichts mehr daran. Im modernen Lager in Steinheim-Bergheim läuft dank der ProStore-Software alles vollautomatisiert.

Im neuen AutoStore-Lager wird die Luft dünn. Um die strengen Brandschutzauflagen einzuhalten, hat man sich bei Maprom für eine Sauerstoffreduzierung statt für eine Sprinkleranlage entschieden. Das hat zur Folge, dass die Halle mit einem niedrigen Sauerstoffgehalt verschlossen ist und nicht von jedem betreten werden kann. Die Halle diente früher als Furnier-Lager und hat eine relativ niedrige Deckenhöhe. Doch das AutoStore-Grid, das Regalsystem und Herzstück der An­lage, ist darauf angepasst und verteilt sich jetzt auf etwa 2.800  Quadratmeter.

Über das Grid fahren 58 Roboter. Sie heben die einzelnen Behälter (Bins) an, schichten sie um und transportieren sie zu den Übergabepunkten. Ist der Akkuladestand niedrig, fahren sie selbstständig zu einer der Ladestationen am Rand des Grids. Die Funktionen des WMS und des automatischen Kleinteilelagers greifen koordiniert ineinander: Die Information, welcher Artikel benötigt wird, erhält das AutoStore-System von ProStore. AutoStore organisiert die Behälterstellplätze, ProStore führt den Bestand innerhalb der Behälter. Derzeit sind 40.000 graue Bins im Einsatz. In die Behälter kann sowohl sortenrein als auch mit Trenneinsätzen gemischt eingelagert werden. Außerhalb des räumlich getrennten Grids befinden sich zwei Ports für die Einlagerung der Textilien. Zusätzlich stehen 13 Ports für die Auslagerung und Kommissionierung zur Verfügung. AutoStore ermöglicht jetzt 150 bis 180 Picks pro Stunde. „Von ehemals 600 Aufträgen pro Tag können aktuell bis zu 6.000 bearbeitet werden. Das ist eine enorme Steigerung“, erzählt Sebas­tian Mach begeistert.

Beschleunigter Bestellprozess und Fehlerreduzierung

Auch die Retourenabwicklung ist in einem erheblichen Maße vereinfacht und stark automatisiert worden. Die Retouren werden durch ProStore einfacher erfasst und per AutoStore wieder eingelagert. Ein positiver Nebeneffekt: Es müssen fast keine Retouren mehr weggeworfen werden, es sei denn, sie sind stark verschmutzt oder beschädigt. Auch gibt es eine Anbindung an eine automatisierte Nachbearbeitung, also das Verschließen und Labeln der Kartons sowie die Versandsortierung. Volker Hiller, Leiter Wareneingang: „Das Großartige an ProStore ist, dass wir alle Bestandsbewegungen im System lückenlos nachvollziehen können. Durch die Anbindung von Auto­Store entfällt für unsere Mitarbeitenden körperlich schwere Arbeit. Sie arbeiten direkt an den Ports mit den ProStore-­Dialogen. Das ermöglicht eine nahtlose und problemlose Be­dienung.“

Insgesamt wird der vorhandene Lagerraum bei Maprom jetzt besser genutzt. „Wir beschleunigen durch die Automatisierung den gesamten Bestellprozess, da die Roboter jetzt die Bestellungen präzise zusammenstellen“, fasst Andreas Kempf zufrieden zusammen.„Fehler werden reduziert und die Qualität unserer Aussendungen wurde gesteigert. Toll ist auch, dass das System flexibel erweiterbar ist. Nur so können wir mit dem wachsendem Bestellaufkommen mithalten und langfristig Kos­ten einsparen.“

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