Regalbediengeräte / Shuttle

Wie ein Taxifahrer in Manhattan

Miele setzt in der Materialbereitstellung im Leichtguttransport seit zwei Jahren auf den Intralogistik-Baukasten von Servus. 26 autonome Transportroboter sorgen im Stammwerk in Gütersloh dafür, dass das Material zur richtigen Zeit zu den Montagelinien gelangt. Qualität, die über viele Jahre besteht – das ist die Devise, die beim traditionsreichen deutschen Hersteller von Haushaltsgeräten seit jeher gilt. Weil Miele die Messlatte auch bei seinen Zulieferern hochhält, hat der Hersteller beschlossen, seinen Materialfluss mithilfe der Servus Intralogistics GmbH zu optimieren.

Manhattan
Wie ein Taxifahrer in Manhattan

Zuvor wurden sämtliche Kleinteile für die drei Montagelinien, über die im Stammwerk in Gütersloh täglich 4.500 Waschmaschinen gefertigt werden, aus einem traditionellen Kleinteilelager mit Regalbediengeräten versorgt. Die Wege waren früher weit zwischen den Montagelinien in der Werkshalle und dem Kleinteilelager in einer anderen Halle.

26 Transportroboter stellen Material bereit

Mit der Entscheidung für eine Lösung aus dem Intralogistik-Baukasten von Servus hat Miele einen weiteren Schritt in Richtung „Lean Production“ gemacht. In einem Workshop wurden die Materialflüsse analysiert, optimiert und dementsprechend das neue automatische Kleinteilelager (AKL) definiert um die Zuführprozesse effizienter gestaltet.

Seit nunmehr zwei Jahren sorgen 26 Autonomous Robotic Carrier der 3. Generation dafür, dass die drei Montagelinien zur richtigen Zeit mit dem richtigen Material versorgt werden. Die Transportroboter übernehmen sämtliche Transporte von Behältern, Leertrays und Leertraystapeln zwischen Einlagerung, Kleinteilelager, Kommissionierplätzen und einem automatischen Supermarkt. Das Servus-System ist dezentral gesteuert. Jeder ARC entscheidet selbst über seine Fahrtstrecke und kommuniziert über Funk in Echtzeit mit seinen Assistenten. Dadurch bleibt das System immer gleich einfach, egal ob fünf oder 500 ARC im Einsatz sind. Servus-Inhaber und -Geschäftsführer Christian Beer erläutert: „So ist gewährleistet, dass die ARC stets den kürzesten Weg finden. Man kann sich einen ARC im Lager wie einen Taxifahrer in Manhattan vorstellen, der seine Fahraufträge von der Taxizentrale – unserem Orderboard – erhält. Während sich der Taxifahrer an Straßenschildern orientiert, erhält der ARC seine Adressinformationen über RFID-Tags an der Strecke.“

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Das AKL von Miele bildet in Gütersloh das intralogistische Bindeglied zwischen Wareneingang mit Hochregallager und den Montagelinien. Während an der einen Längsseite des AKL drei Kommissionierstationen angebunden sind, befindet sich an der gegenüberliegenden Seite der automatische Supermarkt, an dem Milkrun-Routenzüge die Behälter mit den Teilen für die Montagelinien direkt aus dem Regal entnehmen können.

Die Montage ruft

Sobald das System von Miele einen Montageauftrag auslöst, holen die ARC die dafür benötigten Teile aus dem Regal und fahren sie zu den Kommissionierplätzen. Hier landen die Teile via Pick-by-Light in den Zielbehältern. Fertig kommissionierte Behälter werden anschließend wieder im AKL ein- bzw. zwischengelagert. Meldet eine Montagelinie ihren Bedarf an, werden alle vorkommissionierten Behälter in den automatischen Supermarkt gefahren, wo sie vom Milkrun abgeholt und zur Montagelinie befördert werden.

Nächste Ausbaustufe

Die Automatisierung des Materialflusses ist bei Miele damit aber noch nicht abgeschlossen – die nächste Ausbaustufe der Anlage ist bereits in Planung. „Wir sehen Servus nicht nur als reines Lagersystem. Die Flexibilität der autonomen Transportroboter wollen wir auch nutzen, um mit dem Servus-System direkt bis an die Montagelinie zu fahren“, erklärt Markus Kahlert, Logistikplaner bei Miele. Für ihn war der hohe Grad der Skalierbarkeit ein entscheidender Faktor, warum er sich für Servus Intralogistics und gegen eine konventionelle Lösung mit Regalbediengeräten entschieden hat. „Ein Lager mit RBG hätte uns deutlich mehr gekostet und bei weitem nicht die von uns geforderte Flexibilität abgedeckt. Mit Blick auf unsere Durchsatzvolumina und Transportwege benötigen wir ein maximal flexibles System“, sagt Kahlert, der zufrieden auf die Zahlen blickt. „Wir registrieren derzeit täglich etwa 8.000 Servus-Fahraufträge.“

Kontakt: Miele & Cie. KG D-33332 Gütersloh Tel.: 0 52 41 / 89-0 E-Mail: info@miele.de www.miele.de

Servus Intralogistics GmbH A-6850 Dornbirn Tel.: 00 43 / 55 72 / 2 20 00-300 E-Mail: info@servus.info www.servus.info

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