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Artikel und Hintergründe zum Thema

Regalbediengeräte / Shuttle

Shuttlesysteme vs Regalbediengeräte: Keine Frage des Geschmacks

Shuttlesysteme haben in vielen Bereichen der Intralogistik klassische Regalbediengeräte abgelöst. Doch RBGs haben nach wie vor ihre Daseinsberechtigung und bauen mit wach senden Anwendungsmöglichkeiten ihre Rolle sogar weiter aus. Kaum ein Intralogistik-Anbieter, der sie nicht im Sortiment hat: Shuttles. Das hat gute Gründe. Shuttle-Lager sind äußerst flexibel, dynamisch und nicht zuletzt auch sparsam im Energieverbrauch. Sie können problemlos verschiedene Lasten handhaben und bewältigen eine sehr hohe Zahl von Ein- und Auslagevorgängen in kurzer Zeit. Für Unternehmen mit viel Lagerdurchsatz, hohen Auftragszahlen und kleinen Auftragsvolumen sind Shuttles daher eine gute Alternative zur Lagerung mit Regalbediengeräten.

Ebenengebundene Systeme
Ebenengebundene Systeme sind laut viastore äußerst schnell und dynamisch.

Shuttle-Systeme, wie das viaflex von das Stuttgarter Intralogistik-Spezialisten viastore, bestehen aus einem Regalsystem mit Stützrahmen, Hubliften für den vertikalen Transport des Ladeguts, geeigneten Behältern sowie mehreren Fahrzeugen. Die Shuttles arbeiten ebenengebunden in der Regalgasse; die einzelnen Ebenen sind damit voneinander unabhängig. „Der wohl größte Vorteil der Shuttle-Systeme ist ihre enorme Flexibilität“, erklärt Sebastian Apel, Produkt- Manager bei viastore. „Sowohl bei der Raumnutzung, bei den Ladeeinheiten als auch bei der Leistung lassen sie sich optimal an die jeweiligen Gegebenheiten anpassen.“

Flexible Flitzer mit Wachstumspotential

viastore hat unter der Bezeichnung „viaflex“ Systeme im Portfolio, die sich sich unter anderem als dynamische Lösungen zur Versorgung von Arbeitsplätzen, als Pufferlager oder zur sequenzgerechten Bereitstellung von Waren eignen. Doch trotz alledem: „Shuttle und RBG haben beide ihre spezifischen Vorteile und kommen sogar gemeinsam zum Einsatz – zum Beispiel innerhalb von Komplett-Systemen.“ Vor allem bei höheren Lasten haben die robusten Bediengeräte deutliche Vorteile. Und auch bei der Kleinteilelagerung muss es nicht immer eine Shuttle-Lösung sein: „Wenn in einer Anlage etwa eine hohe Anzahl an Lagerplätzen erforderlich ist und der Durchsatz nicht zu sehr im Fokus steht, sind RBG nach wie vor die wirtschaftlich sinnvollere Alternative“, ergänzt Apel.

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Getrennter und paralleler Verlauf

Auch SSI Schäfer bietet mit dem Konzept der 3D-Matrix Solution eine dynamische Systemlösung zur Lagerung und Kommissionierung von Behältern, Kartons und Tablaren über ganze Lagen- Trays bis hin zu Paletten an. Das Systemkonzept für Behälter, Lagen-Trays oder Paletten nutzt verschiedene Shuttle- Systeme. Die angeforderten Ladeeinheiten werden auf Transferplätzen zum Lift hin eingestellt und gepuffert. Durch die Konzeption der 3D-Matrix Solution übernimmt das Lagersystem bereits die vollständige Sequenzierung: Lagerung, Pufferung und Sequenzierung in einem einzigen System. Die Anzahl der auf der X-Achse hintereinander installierbaren Aus- und Einlagerlinien in Z-Richtung ist frei definierbar.

Ein Blick auf den TCO

TGW kann auf die Frage Shuttle oder Regalbediengerät ebenfalls keine pauschale Antwort gegeben. „Bei kleinen und mittelgroßen Systemen wird man sich in der Regel für die eine oder andere Technologie entscheiden. In großen Systemen werden häufig klassische automatische Kleinteilelager (AKL) mit Regalbediengeräten für mittel- und langfristige Mengenlagerung kombiniert. Shuttles bilden Puffer und Konsolidierung in Bezug auf Kommissionierung sowie Versorgung des Warenausgangs“, so Eric Große, Senior Product Manager Shuttle Systems bei TGW. Wichtig sei hier, dem Kunden eine Kalkulation der Total Cost of Ownership, vorzulegen.

Eine der wichtigsten technischen Neuerungen beim Stingray-System ist laut TGW der um über ein Viertel reduzierte minimale Ebenenabstand. Dieser wirkt sich besonders bei niedrigem Lagergut positiv auf die Höhe des Systems aus. Darüber hinaus reduziert der verringerte Abstand zwischen den Lagergütern unter anderem die Regaltiefe. Dies garantiere eine extrem hohe Lagerdichte im Vergleich zu anderen am Markt erhältlichen Systemen.

Ausschlaggebend: der Faktor Regale

Auch für Bito lautet die Antwort nicht „entweder oder“, sondern „sowohl als auch“: „Der Anteil von Shuttle-Anlagen bei automatisierten Projekten hat sich mittlerweile bei etwa 20 % eingependelt“, erklärt Michael Fritz, Bereichsleiter für automatisierte Lager bei Bito. „Sie sind für bestimmte Anwendungen im AKL-Handling fest etabliert und eignen sich für Unternehmen, die schnell wachsen und ganz unterschiedliche Produkte lagern. Modular und skalierbar lassen sich Gassen, Ebenen und auch die Anzahl der Shuttles bei steigender Leistung jederzeit erweitern. Aber die meisten Projekte werden nach wie vor klassisch mit RBG realisiert.“

Wann was sinnvoll ist:

Das spricht für RBG:
  • geringe Durchsatzleistung
  • geringe Umschlagshäufigkeit der Stellplätze (Gassenleistung unter 150 Doppelspielen pro Stunde)
  • schweres Lagergut (> 50 kg)
  • Sondermaße beim Lagergut
Argumente für Shuttle-Lösungen:
  • mittlere und hohe Durchsatzleistung (Gassenleistung von 150 bis 1.000 Doppelspielen pro Stunde)
  • hohe Umschlagshäufigkeit der Stellplätze
  • gute manuelle Erreichbarkeit jedes Stellplatzes im Regal
  • Bestandsgebäude lässt kein klassisches AKL zu
  • Leistungssteigerung der Kundenanlage in absehbarer Zeit

Im Gegensatz zum klassischen AKL mit Regalbediengeräten trägt beim Shuttle-Lager die Regalkonstruktion die Geräte. „Für uns als Regalhersteller besteht die Herausforderung darin, dass aus Regaltechnik und Shuttle immer stärker eine Funktionseinheit wird, die sehr genau aufeinander abgestimmt sein muss“, erklärt Fritz. Erhöhte Anforderungen bestehen zum Beispiel an Toleranzen und Durchbiegung.

Für welches System sich der Lagerbetreiber entscheidet, ist eine Frage von Leistung, Kapazität, Energieverbrauch und Verfügbarkeit. Wichtig sind zudem Faktoren wie Flexibilität und Erweiterbarkeit. „Die Regaltechnik für Shuttle- Anlagen ist aufwändiger als die für klassische AKL-Lösungen, weil die Schienen im Regal integriert sind“, erläutert Fritz. „Dafür lassen sich Shuttle- Anlagen einfacher warten.“

Dambach-Shuttle
Die Energiebereitstellung im Dambach-Shuttle erfolgt anstatt mit Schleppkabel oder Batterien über Power Caps.

Auch Dambach hat mit dem Compact Shuttlesystem DCS für Regalbediengeräte ein neues Shuttlesystem im Programm. Das Besondere dabei: Hochleistungskondensatoren, sogenannte Power Caps, dienen als Energiespeicher. Power Caps sind laut Unternehmensangaben das Speichermedium der Zukunft. Sie sind in Sekunden aufgeladen, haben quasi unbegrenzte Lebensdauer und ersetzten Batterien. Dambach verwendet Power Caps mittlerweile sogar als Alternative zur Energierückspeisung an Regalbediengeräten.

So wird eine hohe Lagerdichte, durch optimale Raumnutzung bei gleichzeitig hoher Durchsatzleistung, auch durch den Einsatz mehrerer Shuttle fahrzeuge in einer Gasse erreicht. Das System ist für mehrfachtiefe Lagerung und für Multishuttlesysteme ausgelegt. Auf der LogiMAT präsentierte Daifuku ein neues Palettenregalbedien gerät (RBG), das mit einem Shuttle Rack in einer Gasse betrieben werden kann. Ein Regalbediengerät mit Shuttle Rack ist laut Daifuku eine ideale Lösung, um Platz im Lager zu gewinnen und Ressourcen einzusparen.

Martina Diehn

Statement: Günstige Regalbediengeräte-Lösungen

„Nach wie vor überwiegen bei Anfragen zur der Lagerung von Euro-Industriepaletten und Gitterboxen die klassischen Lastaufnahmemittel“ (einfach- und doppelttiefe Teleskoptische), erläutert Walter Kennerknecht, Leiter Vertrieb Transportgeräte bei MIAS: „Das liegt sicher daran, dass Shuttlelösungen für Paletten deutlich aufwändiger in der Umsetzung sind als im AKL-Bereich. Nur ein Beispiel hierfür:  Bei Shuttlelösungen erhöht sich die Dynamik, die in den Stahlbau eingeleitet wird. Dadurch verteuert sich der Regalbau. Wir sehen die Tendenz, dass die klassischen Regalbediengeräte mit Teleskoptischen ihren Markt behaupten und sich unter dem Druck der Shuttle-Konkurrenz weiter optimieren. Selbst für hochdynamische Lageranforderungen sind RBGs mit Teleskoptischen weiterhin die kostengünstigste Lösung.“

Kontakt: Bito-Lagertechnik Bittmann GmbH www.bito.de

Daifuku Europe Ltd. www.daifuku.com

Dambach Lagersysteme GmbH www.dambach-lagersysteme.de

SSI Schäfer – Fritz Schäfer GmbH www.ssi-schaefer.de

TGW Logistics Group GmbH www.tgw-group.com

viastore systems GmbH www.viastore.de

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