Logistik-Dienstleister

Umweltfreundlich und zuverlässig

In Italien haben Jungheinrich und ein deutscher Dienstleister ein zukunftsweisendes Pilotprojekt bei den Retourensendungen gestartet. Aufgrund des Erfolges ist nun der Start für weitere europäische Länder geplant.

Defekte Komponenten, zuviel bestellte Räder oder ungenutzte Fahrschalter: Immer wieder kommt es vor, dass Techniker gebrauchte oder auch neue, aber nicht verwendete Ersatzteile zurück an Jungheinrich schicken. Das Unternehmen gehört zu den international führenden Anbietern in den Bereichen Flurförderzeug-, Lager- und Materialflusstechnik und ist in 31 Ländern mit eigenen Vertriebs- und Servicegesellschaften aktiv.

Bei den Retouren handelt es sich durchaus um wertvolle Ware. Denn allein elektronische Komponenten für ein Flurförderzeug können einen Wert von mehreren Tausend Euro haben. Insgesamt beträgt der Warenwert der Retouren, die Jahr für Jahr innerhalb Europas zurück an Jungheinrich gehen, einige Millionen Euro. Dabei handelt es sich um etwa 50 000 Sendungen, die von den Service-Technikern aus unterschiedlichsten Gründen wieder zurück an die Zentrallager geschickt werden.

Bestellt werden die Produkte autark von den einzelnen Service-Technikern über ihr Laptop. Nach Erhalt wird die empfangende Vertriebsgesellschaft des Technikers mit dem bestellten Warenwert belastet. Für Produkte, die zurückgeschickt werden, erhält die Vertriebsgesellschaft des Technikers eine Gutschrift, sobald die Retoure im Ersatzteillager angekommen ist und vereinnahmt wurde.

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Transparenz schaffen Bisher hatte Jungheinrich keine lückenlose systemseitige Verfolgung der Retouren: Die Service-Techniker meldeten die Retouren zusammen mit ihren Bestellungen an, kennzeichneten sie entsprechend und legten sie zur Abholung in ihren Kofferraum. Dort wurden sie dann von einem Mitarbeiter der TNT Innight abgeholt.

Bereits seit 1995 arbeitet Jungheinrich mit dem Marktführer für NachtExpress zusammen und hat ihn mit der Distribution der Ersatzteile sowie dem Retourenmanagement in weiten Teilen Europas beauftragt. Gemeinsam haben die Unternehmen die europäische Distribution und das Retourenmanagement ausgebaut und Schritt für Schritt verfeinert.

Das Prinzip NachtExpress bringt Jungheinrich dabei einen wesentlichen Zeitvorteil: Die dringend benötigten Ersatzteile werden am späten Nachmittag im europäischen Ersatzteillager des Flurförderzeuge-Herstellers in Lahr abgeholt und am nächsten Morgen vor 7:00 Uhr, optional vor 6:00 Uhr zugestellt. Die Zustellung erfolgt direkt in den Kofferraum der Kundendienstwagen.

„Für die Techniker bringt die Kofferraum-Zustellung einen erheblichen Zeitvorteil mit sich“, erläutert Jörg Arnskötter, Key Account Manager bei TNT Innight und seit vielen Jahren Ansprechpartner für Jungheinrich. „Die Techniker können morgens ohne Wartezeiten oder eine zeitaufwändige Abholung der Ersatzteile in einem Regionallager mit der Tour beginnen.“

Durch einen direkten Linienverkehr zwischen Lahr und Mailand wird dabei sichergestellt, dass auch die rund 350 Service- Techniker in Italien die zeitkritischen Sendungen vor Arbeitsbeginn erhalten. Aus Italien kam auch der Startschuss für das Pilotprojekt zur Sendungsverfolgung bei den Retouren. Diese werden in Italien, wie auch in den anderen Ländern, bei der nächsten Zustellung, spätestens aber nach drei Tagen von Innight aus dem Kofferraum des jeweiligen Service- Technikers abgeholt und zurück zum Ursprungsversender transportiert.

Anders als bei den Sendungen selbst, wurden die Sendungsdaten der Retouren bis zum Start des Pilots jedoch nicht erfasst, und dies trotz des zum Teil sehr hohen Wertes der Retourensendungen. Für mehr Transparenz und eine schnellere Erstellung der Gutschrift zugunsten der Vertriebsgesellschaft des zurücksendenden Service-Technikers wurde dieses System nun erfolgreich umgestellt. „Der komplette Retourenprozess wird seit März 2009 digital erfasst“, erläutert Enrico Rescigno, Logistics & Process Manager bei Jungheinrich Italien.

Dazu legt der Service-Techniker in seiner mobilen Datenerfassung (MDE) eine Retourenbestellung an. Aus dem System heraus erhält er ein entsprechendes Versandpapier mit Barcode, den er ausdruckt und auf der Retoure befestigt. Hierbei wird eine zusätzliche Information elektronisch von Jungheinrich an TNT Innight versendet. Der aus dem System von Jungheinrich übermittelte Datensatz enthält Angaben zur Retoure, die von dem NachtExpress-Spezialisten innerhalb des vorgegebenen Zeitfensters abgeholt wird.

Der Kurier scannt bei der Abholung den Barcode auf dem Retourenschein sowie den auf dem Kundendienstwagen befindlichen Barcode, der sowohl den Wagen als auch den Techniker identifiziert. Dieser Datensatz wird nun mit dem Datensatz aus dem System von Jungheinrich verknüpft. Damit ist jederzeit nachvollziehbar, wann der Kurier die elektronische Komponente oder ein anderes Ersatzteil entgegengenommen hat. Der nächste Scan erfolgt im TNT Hub in Mailand, ein weiterer im Ersatzteillager von Jungheinrich.

„Anhand dieser Scans können wir den Weg der Retoure von der Abholung beim Techniker bis zur Ankunft im zuständigen Ersatzteillager nachvollziehen und dokumentieren“, erklärt Rescigno.

Zurzeit werden die Daten im System von der TNT Innight bearbeitet. Trotz eines hohen manuellen Aufwands in der derzeitigen Phase, ist Rescigno sehr zufrieden mit diesem ersten Schritt: „Durch die gewonnene Transparenz können wir den Weg der Retouren jederzeit nachvollziehen.“

Noch ein Schritt In der nächsten Phase soll das System so optimiert werden, dass die Informationen sowohl bei Innight als auch bei Jungheinrich jederzeit auf einer Web- Oberfläche zur Verfügung stehen. „Unser Ziel ist es, jederzeit darüber informiert zu sein, wann die Retoure den Kundendienstwagen verlassen hat, wann sie im Hub Mailand eingetroffen ist und von dort weiter Richtung Lahr versendet wurde.“, erläutert Rescigno.

Stehen diese Informationen zur Verfügung, können Jungheinrich und TNT Innight künftig einen Schritt weitergehen. Ziel ist beispielsweise, eine Retoure zu einem anderen Service-Techniker umzuleiten, um so noch schneller und flexibler zu arbeiten und zudem unnötige Transportwege zu vermeiden.

Nach dem erfolgreichen Pilotprozess in Italien wird die Rückverfolgung der Retouren im NachtExpress auch auf andere Länder ausgeweitet. Erster Interessent ist Jungheinrich in den Niederlanden. Erste Gespräche über die Realisierung werden bereits mit TNT Innight geführt.

TNT2

Transport in verplombten Mehrwegboxen Die Ersatzteile der Jungheinrich AG reisen sowohl zum Techniker als auch bei Bedarf als Retoure in den stabilen Mehrwegboxen der TNT Innight. Diese stehen in verschiedenen Größen zur Verfügung und sind mit Plomben verschließbar, so dass die Teile gut geschützt ihr Ziel erreichen.

Die stabilen Boxen sind sowohl geschlossen als auch geöffnet platzsparend stapel- und nestbar, so dass die Kunden von Einsparungen bei Lager-, Verwaltungs- und Verpackungskosten profitieren. Allein in Italien sind Monat für Monat 4 000 Mehrwegboxen im Einsatz.

Jungheinrich AG, E-Mail: [email protected], www.jungheinrich.de TNT Innight GmbH & Co. KG, E-Mail: [email protected], www.tntinnight.de

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