Logistik-Dienstleister
Ökoblick übers Lager hinaus
Gerade bei Logistik-Dienstleistern hört Nachhaltigkeit nicht an der Rampe auf. Dies zeigt die Einschätzung diverser Schwergewichte der Branche, die sich schon länger Gedanken über grüne Themen machen.

Dachser: Drei Säulen des Erfolges
Dachser steht laut Jens Müller, Bereichsleiter Netzwerkmanagement & Organisation, für eine nachhaltige Unternehmenspolitik, die auf drei Säulen beruht: „Ökonomie, Soziales und Ökologie. Das Interesse unserer Kunden für nachhaltige Logistik ist steigend, sowohl aus Industrie wie auch vermehrt aus dem Handel. Dachser bietet keine speziellen „grünen Produkte“ sondern ist ganzheitlich nachhaltig orientiert. Einige Beispiele aus unseren umfangreichen Initiativen sind im sozialen Bereich Programme zur Gesundheits- und Altersvorsorge für unsere Mitarbeiter und ein Projekt mit dem Kinderhilfswerk Terre des hommes in Indien.
Im Segment Forschung & Entwicklung ist hier der Stiftungslehrstuhl Sustainable Logistics & Supply Chain Management an der EBS zu nennen. Zudem sind wir Mitglied im DIN-Ausschuss zur Entwicklung einer europäischen Norm zur Messung des Energieverbrauchs und der Treibhausgasemissionen. Darüber hinaus ermitteln wir im Rahmen unserer Umweltmanagementsysteme Kennzahlen zu C02-Emissionen sowie zum Ressourcenverbrauch und den Emissionen unserer Immobilien. Zentral für Dachser ist die optimale Linienauslastung und Steuerung der Warenströme über Eurohubs, Plattformen und Direktlinien-Kombinationen sowie über die IT gestützte Planung von Tourengebieten und hohe Auslastungsgrade. Dadurch erreichen wir eine Reduktion von CO2-Emissionen, Feinstaub und Lärmbelastung.“
Pfenning: Flotte und Immobilie im Blick

Nachhaltige Logistik ist laut Uwe Nitzinger, Geschäftsführer Vertrieb & Marketing der pfenning logistics KMP Holding GmbH, das Thema der Zukunft: „Im Grunde sind Unternehmen aller Branchen davon betroffen, die die Nachhaltigkeits-Richtlinien bereits in Ihren Unternehmensgrundsätzen verankert haben. Sie haben sich dem schonenden Umgang mit der Umwelt und ihren Ressourcen verpflichtet und werden sich deshalb nach einem Dienstleister umsehen, der sie bei der Umsetzung des grünen Gedanken unterstützen kann, ob über die Fahrzeugflotte oder die Logistikimmobilie.“
BLG: Green Logistics mit Bahn und Binnenschiffen

Seit 2008 setzt die BLG AutoRail laut Hartmut Schwerdtfeger eigene Züge für den Fahrzeugtransport ein: „Diese fahren mit den modernsten Waggons, die gegenwärtig zu finden sind. Auf einen Ganzzug passen 228 Pkw, soviel wie auf 29 Lkw. Die Energie- und Trassenkosten der Bahn liegen um rund 50 Prozent unter den Energiekosten für Lkw. Die Waggons sind mit „Flüsterbremsen“ ausgestattet. Damit liegen sie deutlich unter dem offiziellen Höchstwert von 82 Dezibel.“
Über 160.000 Fahrzeuge pro Jahr werden vom Kölner Werk auf dem Rhein transportiert. „Dafür sorgt die BLG mit fünf Binnenschiffen. Bis zu 650 Autos passen auf ein Binnenschiff. Das entspricht etwa 70 bis 80 Lkw oder drei Güterzügen. Bei Bedarf können die Binnenschiffe Leichter längsseits nehmen und damit zusätzliche Transportkapazitäten schaffen. Auf der Donau pendeln die beiden Schiffe „Kelheim“ und „Heilbronn“ zwischen Budapest und dem BLG-Autoterminal Kelheim. Es sind vor allem Suzuki-Modelle aus Ungarn, welche die 700 km lange Schiffsreise nach Kelheim antreten. Aber auch Ford-Kleinlastwagen laufen vom Werk in Rumänien über Budapest nach Kelheim. Von dort werden die Fahrzeuge aus Ungarn und Rumänien an die Händler verteilt“, so Schwerdtfeger weiter.
Schenker: Ökologisches Bewusstsein für externe und interne Logistik

„Aktuell stellen wir bei unseren Kunden durch alle Branchen hinweg ein gesteigertes Bewusstsein für die ökologischen Aspekte ihrer Lieferketten fest“, erläutert Dr. Hansjörg Rodi, Vorstandsvorsitzender der Schenker Deutschland AG: „Das gilt sowohl für externe, als auch für interne Logistikprozesse. Für uns bei DB Schenker sind Ökologie und Ökonomie kein Widerspruch, sondern untrennbar miteinander verbunden. Zwei Beispiele aus dem Bereich der internen Logistik zeigen dies sehr anschaulich: Beim Einsatz moderner Hybridtechnologie in der Praxis haben unsere Logistiker die Nase vorne.
Am Messeplatz Hannover testen wir einen innovativen Hybridstapler-Typ, der neben dem klassischen Dieselantrieb auch die beim Bremsen freiwerdende Energie zur Beschleunigung nutzt – das spart Sprit und entlastet die Umwelt. Zugleich implementieren wir in unseren „Green Terminals“ bei Neu- und Umbauten verstärkt den Einsatz nachhaltiger Technologien, wie Geothermie, Photovoltaik, Solarenergie und Regenwasseraufbereitung. Jüngstes Beispiel hierfür ist das neue Logistikzentrum im GVZ Berlin-Süd. Dies ist Teil unserer weltweiten und verkehrsträgerübergreifenden Unternehmensleitlinie, mit der wir bis 2020 bei DB Schenker unsere Gesamtemissionen an Kohlendioxid um mehr als 20 Prozent reduzieren wollen. Denn Umweltschutz und Nachhaltigkeit sind für uns mehr als nur reine Lippenbekenntnisse. Und hiervon profitieren unsere Kunden aus Industrie und Handel auch in der internen Logistik.“
BLG Logistics Group AK & Co. KG, D-28203 Bremen, E-Mail: [email protected], www.blg.de

Dachser GmbH & Co. KG, D-87439 Kempten, E-Mail: [email protected], www.dachser.com
KMP Holding GmbH, D-68519 Viernheim, E-Mail: [email protected], www.pfenning-logistics.com
Schenker Deutschland AG, D-65451 Kelsterbach, E-Mail [email protected], www.dbschenker.com/de









