Aus materialfluss 5/2020

Janis Bargsten,

Nachhaltigkeit in Echtzeit

Die Corona-Krise hat aktuell starke Auswirkungen auf unser Leben und beeinflusst auch die Umwelt – hier jedoch sehr positiv: Die aktuelle Situation beschert uns eine erfreuliche Kohlenstoffdioxid-Bilanz. Agile ­Lieferketten mit der richtigen Transportsoftware tragen nicht nur in Corona-Zeiten dazu ihren Teil bei. Ein Gastbeitrag von Janis Bargsten, Geschäftsführer Flexport Deutschland.

Janis Bargsten ist Director of Accounts und Geschäftsführer Deutschland der Flexport ­International GmbH. © Flexport

Besonders deutlich zeigt sich dies schon in großen ­Metropolen wie Delhi und Peking. Satellitenbildern deuten darauf hin, dass die Luft aktuell deutlich weniger belastet ist. Auch in der Logistikindustrie ist das Thema Nachhaltigkeit nach wie vor ein zentrales Anliegen für alle Beteiligten. Nicht zuletzt durch die neue Verordnung der International Maritime Organisation (IMO), die den Grenzwert für den Schwefelgehalt im Treibstoff, welcher von Schiffen (außerhalb von Emissionskontrollbereichen) verwendet wird, von bisher 3,5 auf 0,5 Prozent gesenkt hat, zeigt die Bedeutung für die Branche. Faktisch hat die Logistik einen nicht unbedeutenden Anteil an der weltweiten Umweltverschmutzung. Daher wird sich mit der Rückkehr zum neuen Speditions-Alltag in der Nach-Pandemie-Zeit auch die Kohlenstoffdioxid-Bilanz wieder verändern. Für die Umwelt bedeutet dies: eine intensivere Nutzung der unterschiedlichen Transportwege und damit eine verstärkte Schadstoffbelastung. Doch auch während der Corona-Krise bleibt die Umweltverschmutzung ein wichtiges Thema und Unternehmen sollten sich hier Verantwortung übernehmen.

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Mit einer agilen Lieferkette zum Umweltschutz beitragen
Moderne Technologie als Basis agiler Lieferketten kann dabei helfen, die Logistik für Umweltschutzfragen zu sensibilisieren: Digitalisierung hilft den Unternehmen dabei, einen transparenten Überblick über den Ausstoß schädlicher Substanzen auf den unterschiedlichen Supply Chain Steps zu erhalten. Entsprechend können im Rahmen digitalisierter Prozesse dem Kunden unterschiedliche Handlungsoptionen aufgezeigt werden. Eine cloudbasierte Plattform, wie zum Beispiel Flexport sie anbietet und das dazugehörige interaktive Dashboard ermöglicht es den Kunden und Service Teams alle Transaktionen in Echtzeit im Blick zu behalten. Der Umweltvorteil für Unternehmen: Es wird hier auch eine Analyse des Kohlenstoffdioxid-Ausstoßes ausgewiesen und gemeinsam mit dem Expertenteam an Handlungsalterna­tiven gearbeitet. Dokumente können von allen involvierten Suppliern und Stakeholdern zentral hinzugefügt werden und der aktuelle Lieferstatus inklusive Schadstoffbilanz kann so mühelos im Blick behalten werden.

Unternehmen können sich alle Features für ihre Umwelt­bilanz zu Nutze machen, denn lässt sich Containervolumen zu 100 Prozent nutzen, sinkt umgerechnet der Kohlenstoffdioxid-Ausstoß pro Einheit. Durch die Digitalisierung der Supply Chain und die Datentransparenz in den Prozessen gibt es breite Möglich­keiten, auch kleinere Shipments effizient zu transportieren, so dass sowohl die traditionellen Kriterien – die kostengünstige Sendung der Ware – als auch die Umweltbilanz eines Transports in die Entscheidung einfließen kann. Die Flexport Plattform bietet dafür einen Kohlenstoffdioxid-Emissionsrechner, der den Schadstoffausstoß prüft und analysiert. Für den Arbeitsalltag in Unternehmen ist es vorteilhaft umweltfreundliche Entscheidungen ohne großen Aufwand und mit technologischen Ressourcen umsetzen zu können. Bietet ein Spediteur die Möglichkeit, noch vor Versand die unter Berücksichtigung aller Bedingungen wirtschaftlichste und umweltverträglichste Transportmethode zu bestimmen, ist das ein großer Vorteil.

Effiziente Container-Beladung
Um die eigenen Nachhaltigkeitsziele auch im stressigen Alltag im Blick zu behalten, benötigen Kunden flexible, individuell anpassbare Services. Für eine agile, digital vernetzte Lieferkette ist eine flexible Containerbeladung heute kein Problem mehr. Die auf der Seite des digitalen Spediteurs betreuenden Teams können durch den Echtzeit-Einblick in alle Informationen an wichtigen Schnittstellen nachjustieren und die zum Entscheidungszeitpunkt besten Routings und Alternativlösungen überprüfen. Basis hierfür bilden eine techno­logische Plattform, die eine fortschrittlich vernetzte logistische Infrastruktur auf allen Ebenen ermöglicht.

Kohlenstoffdioxid-Ausgleich durch Spenden umsetzbar
Ein weiterer Aspekt ist der Ausgleich des Kohlenstoffdioxid-Ausstoßes. Digitale Spediteure können mit Hilfe von Technologie die Effizienz und Transparenz globaler Lieferketten steigern. Sie ermöglichen detaillierte Analysen und Einblicke in die Umweltbilanz von Transporten. So können Unternehmen unkompliziert zum Umweltschutz beizutragen. Flexport arbeitet zum Beispiel mit der Organisation Carbonfund.org, einem gemeinnützigen Anbieter von Klimalösungen, zusammen. Kunden können so den Kohlenstoffdioxid-Ausstoß durch eine finanzielle Abgabe pro emittierter Tonne Kohlenstoffdioxid ausgleichen. Die Abgaben werden von Carbonfund.org in zertifizierte Projekte investiert, die zum Beispiel erneuerbare Energien oder den Schutz des brasilianischen Regenwalds ­fördern. Der Emissionsausgleich wird vollständig genutzt und beinhaltet keine Service-Kosten. Der Kunde sieht zudem nicht nur genau, wie seine Spendengelder verwendet werden, sondern ist auch berechtigt, sein Unternehmen mit der weltweit anerkannten Auszeichnung Carbonfree-Versand zu kennzeichnen.

Auch wenn die Wirtschaft durch den Virus aktuell gerade vor großen Herausforderungen steht, stellen auch Umwelt- und Klimaschutz einen Einflussfaktor auf die Welt und damit die Wirtschaft dar. Unternehmen können ihrer Lieferkette schon heute durch digitale Technologie optimieren – digitale Spedi­tionen wie Flexport zeigen, wie die Prozesse der Supply Chain transparent und übersichtlich werden und wie sich durch den Dateneinblick in Echtzeit und die Informationsbündelung effiziente Entscheidungen treffen lassen. Gleichzeitig dienen die technologischen Möglichkeiten automatisierter Supply Chain Prozesse auch dem Umweltschutz, da sie durch die weitreichenden Analysen und Informationen viele neue Kriterien in Echtzeit berücksichtigen können. Digitalisierung macht es möglich, die jeweils bestmöglichen Entscheidungen zu treffen und auch den Umweltschutz unkompliziert einfließen zu lassen.

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