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Retourenlogistik: automatisiert, nachhaltig und zukunftsorientiert

Retouren sind aus dem E-Commerce nicht mehr wegzudenken – und stellen insbesondere im Fashion-Segment nach wie vor eine der größten logistischen Herausforderungen dar. Hohe Volumina, kurze Bearbeitungszeiten, komplexe Qualitätsanforderungen und ein zunehmendes Kundenbewusstsein in Sachen Nachhaltigkeit erfordern flexible und belastbare Prozesse. Gemeinsam mit der Workwear-Brand Strauss hat BLG Logistics ein Retourenmanagement mit hohem Automatisierungsgrad und Nachhaltigkeitsfokus etabliert.

Strauss, Anbieter von Arbeitskleidung, setzt in Sachen Retouren auf BLG Logistics. © BLG Logistics

13 Kilometer Fördertechnik, vier riesige vollautomatisierte Hochregallager, 400 Shuttles und sogar eine Schuhfabrik befinden sich unter dem Dach des Logistikcenters an der A 66. Das Lager zeichnet sich durch seinen hohen Technisierungsgrad aus. Der Logistikdienstleister BLG Logistics hat den Prozess der Planung, Entwicklung und Konzeptionierung von Anbeginn an unterstützt und beratend begleitet. Im Unterschied zu konventionellen Lagern holt beispielsweise nicht der Mensch die Ware, sondern die Ware kommt zum Menschen. Auch die Retourenpakete werden den zuständigen Mitarbeitenden automatisiert zugeführt, geprüft und im Anschluss taggleich wieder ins Shuttle eingelagert. Die optische Qualitätskontrolle erfolgt weiterhin manuell. Auf diese Weise werden Sorgfalt und Präzision in besonderem Maße sichergestellt. Die automatisierten Abläufe ermöglichen gleichzeitig ein hohes Tempo und Effizienz. So gelingt es, sowohl B2B- als auch B2C-Retouren binnen kürzester Zeit zu bearbeiten. Rund 98 Prozent der Artikel können wieder eingelagert und für den Verkauf bereitgestellt werden.

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Dabei profitieren die Prozesse nicht von moderner Technologie und der kontinuierlichen Optimierung der Abläufe. In regelmäßigen Abständen werden Daten zu Durchlaufzeiten, Fehlerquoten und Prozessqualität ausgewertet, um weitere Potenziale zur Effizienzsteigerung zu identifizieren. Diese datengetriebene Herangehensweise erlaubt es Strauss und BLG Logistics, flexibel auf Veränderungen im Retourenverhalten der Kundinnen und Kunden zu reagieren.

Schnelle Retourenbearbeitung

Die Bearbeitung einer Retoure dauert in der Regel maximal ein bis zwei Minuten pro Artikel. Möglich wird dies durch eine standardisierte Checkliste, die von den Mitarbeitenden angewendet wird. Diese Checkliste ist das Resultat eines Prozesses, der durch mehrstufige Schulungen flankiert wird. Ziel dieser Schulungen ist es, den Mitarbeitenden den Ablauf nicht nur zu vermitteln. Die Abläufe sollen verinnerlicht werden, um schließlich intuitiv und effizient erfolgen zu können. Das Ergebnis ist eine schnelle, reibungslose und qualitativ hochwertige Retourenabwicklung. Darüber hinaus werden die Schulungen regelmäßig evaluiert und aktualisiert, um auf technologische Neuerungen sowie neue Produktkategorien reagieren zu können. Diese kontinuierliche Weiterbildung sichert langfristig ein hohes Qualitätsniveau und stärkt die Fachkompetenz der Mitarbeitenden im Retourenprozess. Ergänzend dazu existieren digitale Lernplattformen, die den Mitarbeitenden jederzeit Zugriff auf relevante Informationen und Schulungsinhalte ermöglichen.

Neue Technologien ermöglichen es, auch in Peak-Phasen hohe Volumina zu bewältigen. Ohne Automatisierung wäre das angesichts begrenzter Fläche und Ressourcen kaum möglich. Flächen und Mitarbeiterzahlen würden bei einer manuellen Abwicklung exorbitant steigen. Strauss und BLG Logistics engagieren sich zudem in einem laufenden Projekt zur Aufbereitung beschädigter Retourenartikel. Mithilfe von Industrienähmaschinen werden Artikel mit kleineren Mängeln – etwa fehlenden Knöpfen, offenen Nähten oder defekten Reißverschlüssen – fachgerecht instandgesetzt. Ziel ist es, den Produktlebenszyklus gezielt zu verlängern und Ressourcen zu schonen. Gleichzeitig wurde ein wichtiges Fundament geschaffen, auf dem bereits weitere Projekte rund um das Thema Kreislaufwirtschaft geplant sind beziehungsweise sich in der Analyse befinden, um den Ansatz künftig noch breiter aufzustellen und weiter zu skalieren.

Künstliche Intelligenz im Einsatz

Wie für fast alle Branchen gilt die KI auch in der Logistik als Gamechanger. Ein konkretes Beispiel: Mit Autonomous Mobile Robots (AMRs) ist eine KI-Schlüsseltechnologie für eine performante, flexible und zukunftsfähige Intralogistik praxisreif geworden. Diese Technik wird erfolgreich bei Strauss eingesetzt. Die insgesamt 23 AMRs sind vollständig in den Logistikprozess integriert und übernehmen eigenständig den Transport von Behältern – von den Übergabepunkten bis hin zu den Retouren-Arbeitsplätzen. Dabei navigieren sie autonom durch das Lager, entlasten die Mitarbeitenden von Laufwegen und sorgen für einen kontinuierlichen Materialfluss.

Gesteuert werden die AMRs über eine intelligente Softwareplattform, die in Echtzeit mit dem Lagerverwaltungssystem kommuniziert. Auftragsdaten, Prioritäten und aktuelle Kapazitäten werden laufend abgeglichen, sodass die Roboter stets optimal ausgelastet sind. Das reduziert nicht nur Laufwege für Mitarbeitende, sondern sorgt auch für einen konstanten Materialfluss auch in Spitzenzeiten.

Retouren bleiben in Deutschland

Anders als viele Wettbewerber lagert BLG Logistics die Retouren-Bearbeitung nicht ins Ausland aus. Während in der Modebranche retournierte Ware oft vernichtet wird, verfolgt Strauss einen klaren Kurs des Werterhalts: Jeder zurückgesendete Artikel wird sorgfältig geprüft, kleinere Mängel repariert, leichte Verschmutzungen entfernt. Ziel ist es, möglichst viele Produkte wieder in den Kreislauf zu bringen – ein ressourcenschonender Ansatz, der mit den unternehmerischen Nachhaltigkeitszielen im Einklang steht.

Technologie hilft – aber Konsumverhalten bleibt

Trotz aller technischen Innovationen – von virtuellen Anproben über Größenempfehlungssysteme bis hin zu KI-gestützten Produktempfehlungen – bleibt die Retourenquote in der Fashion-Branche hoch. Das liegt vor allem am veränderten Konsumverhalten: Kunden bestellen bewusst mehrere Größen oder Farben zur Auswahl und schicken nicht passende Artikel zurück. Da der Rückversand in der Regel kostenfrei und einfach ist, bleibt die Hemmschwelle gering. Technik kann hier Orientierung bieten, ersetzt aber nicht das persönliche Stilgefühl oder die reale Anprobe.

BLG Logistics setzt setzt sich mit seinem logistischen Beitrag zur Reduzierung der Retourenquote ein, beispielsweise mit einem übergreifenden Qualitätssystem, das kundenspezifisch entwickelt wurde. Das Unternehmen ist laut eigenen Angaben der erste deutsche Logistikdienstleister mit einer wissenschaftlich anerkannten Klimaschutzzielsetzung. Bis 2030 will die BLG-Gruppe bilanziell Kohlenstoffdioxidneutral sein. Der Seehafen- und Logistikdienstleister mit einer bald 150-jährigen Geschichte ist heute mit fast 100 Standorten und Niederlassungen in Europa, Amerika, Afrika und Asien mit allen Wachstumsmärkten der Welt präsent.

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