Lager- und Regalsysteme
Stabile Stütze der Intralogistik
Hochprofessionelle Lagertechnik für das sichere Bevorraten und schnelle Bereitstellen unterschiedlichster Produkte bildet nach wie vor einen der wesentlichen Kernbereiche der Intralogistik. Die Antworten auf unsere Umfrage informieren unter anderem darüber, welche Kundenanforderungen es zu erfüllen gilt, und welche Trends sich abzeichnen.

Gibt es aus Ihrer Sicht bei der Lager- und Regaltechnik nennenswerte Innovationen, beispielsweise hinsichtlich der verwendeten Materialien und des verstärkten Einsatzes recycelter Materialien?“
, so lautete unsere erste Frage.
„Dank unserer neuen Fertigungsmaschinen ist es uns gelungen, die Verarbeitung des Rohstoffes weiter zu optimieren“, betont
Peter Beilenhoff, Gesamtvertriebsleiter Inland, Meta-Regalbau

. „Wir arbeiten derzeit an innovativen Materialausführungen für die Oberflächenverzinkung unserer Fachböden zum Schutz der einzulagernden Artikel. Wir legen sehr viel Wert auf die Wiederverwendung unserer Rohstoffe. Nach der professionellen Vorsortierung des Materials wird unser gesamter Stanz- und Metallschrott zu 100 Prozent recycelt.“
„Mit dem Trend zu modular aufgebauten und flexiblen Regalsystemen hat sich in den vergangenen Jahren ein Markt für gebrauchte Regale entwickelt“, so Uwe Berg, Vertriebsleiter von Franz X. Rauscher. „Beim Einsatz von recycelten Materialien sehen wir kaum echte Innovationen, er beschränkt sich auf die herkömmliche Neulegierung von Schrott und Altmetall.“
„Es gibt Forschungsprojekte, in denen der Einsatz von höherfesten Materialien untersucht wird, weiß Stefan Pfeifer, Geschäftsführer der voestalpine Krems Finaltechnik GmbH. „Die TU Dortmund beschäftigt sich zum Beispiel mit diesem Thema - die Ergebnisse sind noch offen und es hat bis dato keinen Niederschlag in diversen Normen gegeben.“
Auf die zweite Frage „Welche Lagertypen werden am häufigsten verlangt, wie beispielsweise Palettenlager, Kleinteilelager, Fachbodenregale, Durchlauflager, Kragarmregale, Lagerbühnen?“ werden Palettenregale am häufigsten genannt.
Mehr Gestaltungsfreiraum mit Silo-Bau
Seit mehr als 45 Jahren bietet Kocher Regalbau auf Kundenwünsche ausgerichtete Hochregallager-Komplettlösungen mit Dach- und Wandverkleidung für vielfältigste Lageranforderungen an. Spezialisiert hat sich Kocher auf den Silobau und sagt: „Der Syko-Silo ist vielleicht der bekannteste Hochregallager-Silo überhaupt“. Das Syko-Silo ist an seiner Bauweise erkennbar: Das Hochregallagersystem wird geschraubt ausgeführt. So dass beim Transport und bei nachträglichen Umbaumaßnahmen flexible Lösungen geboten werden können. „Auf den Millimeter genaue Lochungen in der Fertigung ermöglichen unendliche Gestaltungsfreiräume“, so das Unternehmen.„Unsere Profile sind verzinkt, so dass Langlebigkeit garantiert ist. 25 Jahre und mehr Standfestigkeit beweisen einige noch bis heute im Einsatz befindliche Lager.“ Bei doppelttiefen Regalen mit zwei statt vier Stützen werden die Längsauflagen nicht direkt an den Stützen befestigt, sondern an horizontalen Profilen abgehängt. Dies bringt eine Reihe von Vorteilen: So entsteht keine Sprühbehinderung für den Sprinkler in der Mitte des Doppelregals, zudem sind weniger Sprinklerköpfe und damit auch geringere Wasserbevorratung erforderlich. Zudem kann die Fassade direkt auf die äußeren Regalstützen montiert werden, was zusätzliche Fassadensteher spart.
„Wir sind einer der wenigen Regalspezialisten in Deutschland, die alle Regaltypen von Fachbodenregalen über Kragarmregale und Palettenregale anbieten“, so Beilenhoff. Wie er weiter ausführt, stammen bis auf die Durchlauflager alle Systeme aus eigener Produktion. „Auf Platz eins des angeforderten Volumens stehen immer noch die Palettenregale und Durchlaufregale.“
„Fachboden- und Palettenregale sind die am häufigsten verwendeten Regalsysteme“, so die Erfahrung von Uwe Berg. „In den meisten Fällen werden sie je nach betrieblicher Anforderung mit den anderen genannten Systemen ergänzt.“

„Im klassischen Hochregallagerbereich auf jeden Fall Palettenlager, gefolgt von automatischen Kleinteilelagern“, betont Stefan Pfeifer. „Im Bereich Inhouse-Systemlösungen werden Kragarm- und Fachbodenregale am häufigsten angefragt.“
Ebenso unterschiedliche wie ausführliche Antworten folgen auf die dritte Frage: „Welche Kundenanforderungen hinsichtlich Robustheit, Stabilität, Langlebigkeit, Erweiterbarkeit und Flexibilität der gesamten Lageranlage gilt es hauptsächlich zu beachten?“ Für Meta-Regalbau bestehen die wesentlichen Kundenanforderungen darin, „dass wir sämtliche Bauvorschriften in den jeweiligen Regionen erfüllen. Hinzu gekommen ist die Tatsache, dass es in Europa und auch in Deutschland Erdbebengebiete gibt, die andere statische Nachweise erfordern. Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir die entsprechenden DIN-Vorschriften und EU-Normen einhalten. Darüber hinaus geben wir unseren Kunden Aussagen über Nachlieferungs- und Erweiterungsmöglichkeiten. Wir legen größten Wert auf die Qualität unserer Produkte und bieten eine Gewährleistung von fünf Jahren an“, betont Beilenhoff.
Kunden erwarten Raum-Effizienz und produktspezifische Lagerung
„Zu den wichtigsten Kundenanforderungen gehören maximale Raumeffizienz auf der verfügbaren Fläche und bei gegebener Hallenhöhe, produktspezifische Lagerung der Güter nach Größe, Gewicht und Art, Integration von Förder- und Brandschutztechnik sowie Fluchtwege“, erläutert Berg. „Die Summe der Anforderungen bestimmt kundenindividuell die Planung einer effizienten und sicheren Regalanlage.“
Speziell konstruiert, um Verformungen zu vermeiden
Bei den Hochregallagern von SSI Schäfer sorgen „hochwertige Materialien und zuverlässiger Korrosionsschutz für eine nahezu unbegrenzte Nutzungsdauer der Stahlkonstruktion. Die speziell entwickelten Verankerungssysteme reduzieren den Aufwand für die Erstellung der Bodenplatte auf ein Minimum“, so das Unternehmen. Die spezifische Konstruktionsart der Lager und der weitgehende Verzicht auf Schweißverbindungen verhindern Verformungen und zusätzliche Spannungen im Regalstahlbau. So werden engste Toleranzen erreicht und die Leistungsfähigkeit der Gesamtanlage begünstigt. Die Regalstützensysteme in unterschiedlichsten Ausführungen sind vielseitig einsetzbar und ermöglichen die Umsetzung diverser Einlagerungsvarianten, von einfachtief bis mehrfachtief sowie die Einplatz- und Mehrplatzlagerung.„Die Entscheidung zwischen einem Silo- und einem Innenlager ist oft besonders signifikant“, so das Unternehmen. Denn die Silobauweise bringt bereits in der Errichtungsphase und während des späteren Betriebs diverse Vorteile mit sich, betont SSI Schäfer. Hierzu zählen attraktive Flächeneinsparung durch kompakte Bauweise, einfache Flachgründung durch Lastverteilung auf viele Regalstützen, schnellere Nutzung der Anlage durch kürzere Montagezeiten und geringere Betriebskosten.
Wie Pfeifer betont, ist „die Schiefstellung eines Lagers einer der wichtigsten Punkte, um die optimale Funktionalität der Geräte zu gewährleisten. Dies ist speziell in Gegenden mit erhöhter Erdbebenwahrscheinlichkeit oder Windgefahr unablässig. Bezüglich Flexibilität haben wir in der Silobauweise die Erfahrung gemacht, dass Erweiterungen eines bestehenden Lagers um einen nächsten Block durchaus gefragt werden. Der Altbestand des Lagers wird hier nicht erweitert, sondern es handelt sich um ein abgeschlossenes, zusätzliches Projekt.“ Zudem sei es „im Bereich Systemregale um ein vielfaches leichter, flexible Lagerlösungen umzusetzen, was von uns schon erfolgreich realisiert wurde.“
Flexibel gestaltbare Regalfelder für den E-Commerce
Mit dem stark wachsenden Online-Handel wächst auch der Bedarf nach adäquaten Lager- und Regaltechniken, wie die Antworten auf die folgende Frage belegen:
„Welchen Einfluss hat der E-Commerce-Boom auf die Lagertechnik? Und welche Regaltypen eignen sich besonders für immer kleinere Losgrößen und bedarfsgerechte, durchsatzstarke Kommissionierung?“
„Als Lagertechnik-Einrichter von E-Commerce-Unternehmen spüren wir den Boom, weil wir diese Branche mit unseren Problemlösungen sehr gut abdecken können“, konstatiert Beilenhoff. „Hier sind hauptsächlich Fachbodenregale und mehrgeschossige Fachbodenregale gefragt. Aufgrund der Artikelstruktur stehen hier Regal mit Fächereinteilungs-Möglichkeiten im Fokus, die individuell umrüstbar sind, beispielsweise für hängende Ware wie Textilien.“
Schnell umgebaut: anderes Sortiment - anderes Regalsystem
„Charakteristisch für den E-Commerce ist der schnelle Sortimentswechsel. Kunden in diesem Bereich fordern deshalb flexibel gestaltbare Regalfelder, die sich möglichst ohne Werkzeug und bei minimalem Zeitaufwand zum Beispiel von Hängeware auf Fachbodenlagerung umbauen lassen“, erläutert Berg. „Für „Ware-zur-Person“ Lagerkonzepte fordern E-Commerce-Kunden immer häufiger mobile Regalfelder, die von fahrerlosen Robotern direkt zur Packstation gebracht werden.“
Wie Pfeifer feststellt, werden „viele Verteilerzentren gebraucht, die meisten davon sind Inhouse-Lagerlösungen mit automatischen Kommissionier-Systemen und daher im AKL-Bereich angesiedelt. Teile davon werden als Palettenlager realisiert.“
TÜV-zertifizierte Fachboden-Module
Die MEA-Fachbodenmodule sind speziell für die Anwendung als Regalböden für Lager mit unterschiedlichen Einsatzfunktionen konstruiert und geprüft und sind, wie die MEA Metal Applications GmbH meldet, die einzigen Fachböden mit TÜV Süd Bauzertifikat. Im Standardsortiment sind die Fachbodenmodule in 880 Millimeter Breite und in den drei Breiten 1.000, 1.050 und 1.100 Millimeter erhältlich. Bei Bedarf können die Abmessungen auch individuellen Anforderungen angepasst werden. Die Einheitsbauhöhe der Fachbodenmodule beträgt einheitlich nur 20 Millimeter. Sie sind daher besonders geeignet für „Picking“, da die überstehenden Stäbe in Schubrichtung angebracht sind. Die Feuerverzinkung im Vollbad bietet dauerhaften Korrosionsschutz. Laut Unternehmensangeben bieten die Module eine lange Lebensdauer, sie sind unter optimaler Materialausnutzung umweltschonend produziert, haben ein geringes Gewicht, sind einfach zu verlegen und durch eine Verschiebe-Sicherung einfach und schnell zu montieren.
„Welche Trends zeichnen sich bei der Lagertechnik ab?“

, so lautet die abschließende Frage. Wie Peter Beilenhoff betont, „geht die Entwicklung weiter zur perfekteren Kommissionierung mit optimierter Wegeführung, zu fahrerlosen Transportsystemen, automatischer Kommissionierung und der Anbindung an Warenwirtschaftssysteme. Man will Kapazitäten optimal im Griff haben und steuern. Wir beschäftigen uns derzeit sehr intensiv mit den Themenfeldern Pick by Light und intelligenten Beleuchtungssystemen. Die Kunden verlangen immer mehr nach Lösungen aus einer Hand. Diesem Trend wollen wir künftig verstärkt Rechnung tragen.“
Nachfrage nach teilautomatischen Systemen steigt
Uwe Berg sieht „zwei Trends, die die Lagertechnik stark beeinflussen. Im E-Commerce werden Sortimente breiter und tiefer. In ihrer Vielfalt wechseln sie häufig nach Saison oder Aktion. Das erfordert eine extrem flexible Lagertechnik. Und der bisherige Trend zur Vollautomatik kehrt sich wieder um, und die Nachfrage nach teilautomatischen Systemen steigt.“
„Die Kunden brauchen eher länger für die Entscheidung, welcher Lagertyp gebaut werden soll“, so die Erfahrung von Stefan Pfeifer. „Ist sie aber gefällt, sind die Ansprüche an Lieferzeit und technischer Ausführung sehr hoch und der Kunde will schnell am Markt präsent sein.“

Reinhard Irrgang
Kontakt:
Kocher Regalbau GmbH
MEA Metal Applications GmbH www.mea-group.de/metall-anwendungen
META-Regalbau GmbH & Co. KG www.meta-online.com
Franz X. Rauscher KG www.rauscher-fx.de
SSI Schäfer Fritz Schäfer GmbH www.ssi-schaefer.com
voestalpine Krems Finaltechnik GmbH www.voestalpine.com/finaltechnik










