Lager- & Kommissioniertechnik
Alles digital, oder was?
Heute das Lager der Zukunft in Augenschein nehmen - nichts weniger versprechen die Macher der CeMAT. Wie zukünftig verpackt, verteilt und verladen wird - ob vollautomatisiert oder teilautomatisiert, das können Besucher an den Ständen der über 1.000 Aussteller erleben. Wer ebenso smart sein will, wie das Gros der Lösungen, verschafft sich im Vorfeld einen Überblick.
Zwar rückt die Deutsche Messe AG thematisch die Digitalisierung in den Mittelpunkt der CeMAT, aber sie freut sich auf die ganz realen Besucher, die sie vom 31. Mai bis 3. Juni auf die Messe Hannover locken will. Rund 53.000 waren es 2014. Wird der Fokus auf die digitalisierte und vernetzte Wertschöpfungskette einen Zuwachs bringen? Die Veranstalter setzen auf das Trendthema „Industrie 4.0“, dem Dauerbrenner schlechthin. Anlässlich der CeMAT-Preview in Hannover Ende Februar erläuterte Andreas Gruchow, Mitglied des Vorstands der Deutschen Messe AG, das Leitthema der CeMAT - die „Smart Supply Chain Solutions“ - so: „Industrie 4.0 im logistischen Kontext ist das Trendthema der kommenden CeMAT. Demnach werden künftig alle Behälter oder Ladungsträger und Transportmittel sowie das Transportgut selbst mit Intelligenz ausgestattet werden. Prozesse können dadurch hochflexibel gestaltet und überwacht werden. Dabei sind Geschwindigkeit, Präzision, Flexibilität und Verfügbarkeit entscheidende Wettbewerbsfaktoren in der Abwicklung logistischer Prozesse. Grundlage dafür ist die Digitalisierung, die der Branche einen weiteren positiven Schub geben wird.“
Internationale Messe
Zur kommenden CeMAT werden mehr als 1.000 Aussteller aus aller Welt erwartet. Dabei kommt jeder zweite Aussteller aus dem Ausland. Neben Deutschland sind die wichtigsten Ausstellernationen Belgien, China, Frankreich, Großbritannien, Italien, die Niederlande, Schweden, Spanien und die Türkei.
Den Unternehmen wird enorme Flexibiliät abverlangt
Dr. Christoph Beumer, Geschäftsführender Gesellschafter und Vorsitzender der Geschäftsführung der Beumer Group GmbH & Co. KG, Vorsitzender des CeMAT-Präsidiums und Vorstandsmitglied des VDMA-Fachverbands Fördertechnik und Intralogistik, stimmt die Besucher auf tiefgreifende Veränderungen in der Logistik ein. Enorme Flexibilität sei gefragt angesichts des Verbraucherverhaltens, was er im Rahmen der Pressekonferenz zur CeMAT-Preview so beschrieb: „(Die Märkte) werden einerseits immer internationaler, andererseits immer regionaler. Einerseits lassen sich Kunden aus Europa ihre im Internet konfigurierten Laptops in Texas zusammenbauen oder ihre Karnevalskostüme in Vietnam schneidern (natürlich möchten Sie diese in spätestens 48 Stunden an der Haustür haben), andererseits legen sie Wert auf Biogemüse aus der Region. Ebenso bedienen sich Unternehmen am Weltmarkt, möchten aber auf ihren spezialisierten Zulieferer aus der Nachbarschaft nicht verzichten.“
Die Zukunft gehört der smarten Supply Chain
Die Kunden sind es also, die immer anspruchsvoller werden - und um im Wettbewerb zu reüssieren, müssen die Unternehmen auch ihre Supply Chains anpassen. Ohne IT geht in der Logistik schon heute fast gar nichts mehr. Der Lagermitarbeiter mit der ausgedruckten Pickliste in der Hand gehört einer aussterbenden Gattung an. Und wie die CeMAT-Verantwortlichen immer wieder betonen: „Die Zukunft gehört der Vernetzung, der Kommunikation, der ‚smarten Supply Chain’. Sämtliche Warenflüsse müssen künftig intelligent gesteuert werden. Die IT macht es möglich, die Komplexität in der Logistik zu beherrschen. Aber nur hochflexible IT-Systeme können sich geänderten Strukturen und Marktgegebenheiten ohne Aufwand anpassen und Auftragsschwankungen ausgleichen.“
Und laut Dr. Beumer bietet die CeMAT die beste Möglichkeit, einen Blick in die Zukunft zu werfen: „Für IT-Experten ist die CeMAT ebenso ein Muss wie für Logistiker, Produktionsleiter und Geschäftsführer.“
Wie das Lager der Zukunft ausgestattet ist
Die größten Ausstellungsbereiche sind die Technologiebereiche „Move & Lift“ und „Store & Load“. Bei „Move & Lift“ geht es um Innovationen aus der Förder- und Hebetechnik. Dazu gehören Flurförderzeuge, Krane und Hebezeuge als auch Hubarbeitsbühnen, Stetigförderer und Hafenumschlagtechnik. Aber auch dort geht es nicht mehr nur um Maschinen, sondern vielmehr darum, wie diese Geräte künftig in die automatisierte Supply Chain eingebunden werden. Im Bereich „Store & Load“ stehen automatisierte Lagersysteme im Mittelpunkt. Dort werden sowohl komplette Anlagen als auch Regalanlagen, Betriebseinrichtungen, Paletten, Behälter und Verladetechnik gezeigt.
Show in der Show: Empack@CeMAT
Das Easyfairs-Messeduo „Empack“ und „Label&Print“ findet erstmals als „Show-inShow“-Konzept im Rahmen der CeMAT statt. In Halle 13 präsentieren Aussteller ihre Lösungen für Transportverpackungen, Verpackungsmaterialien und Packstoffe sowie neueste Spezialmaschinen. Die 2014 neu von Easyfairs lancierte Messe „Label & Print“ ergänzt in Hannover die Empack@CeMAT als Plattform rund um das Thema Print, Digitaldruck und die gesamte Wertschöpfungskette der graphischen Industrie.
Komplette Lieferkette zu Fuß erleben Auf der Sonderschau „Innovative Logistiklösungen“ in Halle 27 erleben Besucher ein didaktisches Highlight. Station für Station können sie der Prozesskette nachgehen - von der Entladung am Containerterminal bis hin zur Verladetechnik am Warenausgang und zu dem Transport. Zu jedem Prozessschritt werden Software- und Techniklösungen vorgestellt.
Die lebendige Logistikkette besteht aus fünf Bereichen:
- Transportlogistik: Hier geht es um Transportplanung, den Warentransport via Straße, Schiene, Wasser oder Luft, aber auch um den Umschlag und das Löschen von Containern.
- Wareneingang und Entladetechnik: Dazu gehören die automatische Identifikation und Erfassung der eingetroffenen Ware - teilweise mit Hilfe von RFID - und die automatische Depalettierung. Auch der Einsatz von Entladerobotern wird hier gezeigt.
- Fördertechnik: Der innerbetriebliche Transport ins Lager und in die Produktion hat viele Facetten. Innovative Lagertechnik ermöglicht die schnelle und effiziente Ein- und Auslagerung sowie Bereitstellung in der Produktion.
- Kleinteile kommissionieren und verpacken: Vor dem Versand werden Kleinteile kommissioniert, gewogen, dreidimensional vermessen, verpackt, mit Barcodes oder RFID-Labeln versehen und auf Paletten gestellt. Auch in diesem Bereich haben sich in den vergangenen Jahren intelligente Automatisierungsvarianten durchgesetzt.
- Verladetechnik: Erfassung der Ladeeinheiten im Pulk, automatisches Packen von Containern oder anderen Ladungsträgern, die Verladung und die Ladungssicherung - auch hier gibt es zahlreiche Innovationen zu entdecken.
Laut Wolfgang Pech, Geschäftsbereichsleiter bei der Deutschen Messe AG, möchte man mit der Sonderschau den Besuchern Impulse für die Gestaltung ihrer eigenen Supply Chain mitgeben. Bei welchen Ausstellern sich ein Besuch besonders lohnt? Lassen Sie sich von den Kurzberichten auf den folgenden Seiten inspirieren.











