Software und Nachhaltigkeit
Der Digitale Produktpass als Gamechanger
Der DPP (Digitaler Produktpass) entwickelt sich für die Intralogistik von einer regulatorischen Anforderung zu einem strategischen Gestaltungsinstrument. Im Zuge europäischer Vorgaben sind Unternehmen gefordert, produktbezogene Daten entlang ihrer innerbetrieblichen Materialflüsse verfügbar zu machen und ihre IT- sowie Prozesslandschaften entsprechend anzupassen. Arvato Systems begleitet Unternehmen beim Einstieg.
Die Europäische Union führt den Digitalen Produktpass (DPP) ab 2027 schrittweise verpflichtend ein und setzt damit einen neuen Rahmen für Transparenz und Nachhaltigkeit in der Industrie. Der DPP ist Teil der Ecodesign for Sustainable Products Regulation (ESPR), Verordnung (EU) 2024/1781. Diese Verordnung wurde 2024 verabschiedet und bildet den rechtlichen Rahmen in der gesamten EU.
Nachdem die Verordnung 2024 in Kraft getreten ist, folgen ab 2026 die ersten konkreten Durchführungsregeln für einzelne Produktgruppen. Die eigentliche verpflichtende Anwendung soll im nächsten Jahr beginnen, allerdings nicht flächendeckend, sondern zunächst in ausgewählten Bereichen. Den Auftakt machen vor allem Produkte mit hoher Umweltrelevanz und klaren regulatorischen Anforderungen, insbesondere Batterien im Zuge der EU-Batterieverordnung. Der DPP wird künftig für nahezu alle physischen Produkte gelten, die in der EU hergestellt oder importiert werden, und soll eine durchgängige Rückverfolgbarkeit über den gesamten Produktlebenszyklus hinweg ermöglichen. Gleichzeitig eröffnet der DPP neue Potenziale für Transparenz, effizientere Bestands- und Lagerstrategien, verbesserte Kreislaufprozesse sowie den Einsatz datengetriebener und KI-basierter Anwendungen. Entscheidend wird sein, inwieweit es gelingt, regulatorische Anforderungen frühzeitig in nachhaltige Wettbewerbsvorteile zu überführen.
Kern des Konzepts ist ein digitaler, produktgebundener Datensatz, der etwa über QR-Codes zugänglich gemacht wird. Er bündelt Informationen zu Material- zusammensetzung, Inhaltsstoffen sowie Reparatur- und Recyclingoptionen und schafft damit neue Transparenz entlang der Wertschöpfungskette. Für Unternehmen ergeben sich daraus vielfältige Potenziale – von effizienter Ressourcennutzung über verbesserte Produkt- und Wartungsprozesse bis hin zur Stärkung der Kreislaufwirtschaft und einer höheren Resilienz gegenüber Rohstoffabhängigkeiten. Gleichzeitig stellt die Einführung des DPP Unternehmen vor erhebliche technische und organisatorische Herausforderungen. Eine frühzeitige Aufbereitung und Strukturierung von Produktdaten gilt daher als entscheidender Erfolgsfaktor, um regulatorische Anforderungen zu erfüllen strategische Vorteile zu realisieren.
Wie Unternehmen diese Transformation konkret angehen und welche Auswirkungen der DPP auf die Intralogistik hat, erläutert Kimberly Karambis von Arvato Systems im Interview.
Hier geht es direkt zum Interview "Regulatorischer Druck trifft strategische Chance"










