Aus materialfluss 11-12/2019

Brücke und Tisch kombinieren

Die Entladung von Fahrzeugen ist auf verschiedene Weise möglich. Zwei Varianten, die fahrzeugunabhängig sind und für die der Anwender keinen speziellen Führerschein be­nötigt, sind die Ladebrücke und der Verladehubtisch. Was ist praktischer? Ein Vergleich.

© Janzen Lifttechnik

Eine Ladebrücke ist ­eine meist hydraulisch verstellbare Rampe im Gebäude, die an Laderampen zur Be- und Entladung von Lkw eingesetzt wird. Hierzu fährt der Lkw rückwärts an die Laderampe heran. Da nicht alle Ladeflächen die gleiche Höhe haben, wird dieser Höhenunterschied zwischen Ladefläche und Rampe mit der verstellbaren Ladebrücken ausgeglichen. Der letzte Spalt zwischen Ladebrücke und Ladefläche wird meistens mit Überfahrblechen überwunden, die auch das minimale Ein- und Ausfedern des Lkw während des Ladevorgangs ausgleichen.

Auch ein Verladehubtisch gleicht den Höhenunterschied zwischen der Ladefläche eines Fahrzeugs und der Rampe beziehungsweise dem Straßenniveau aus. Auch bei Verladehub­tischen wird das Ein- und Ausfedern der Lkw-Ladefläche beim Ladevorgang mit Überfahrblechen kompensiert. Konstruktive Basis eines Verladehubtischs ist ein einfacher Scherenhubtisch. Durch Extras wie Überfahrbleche, Geländer und Portale wird der Hubtisch speziell an die Anforderungen der Logistikanwendungen angepasst.

Effizienter Umschlag über die Ladebrücke
Durch die große Ladefläche lässt sich über Ladebrücken ein effizienter Warenumschlag realisieren. Demgegenüber kann der Anwender bei einem Verladehubtisch nur so viele Waren ab­stellen, wie es die Größe und Tragfähigkeit der Hubtischplattform zulässt. Da Lkw üblicherweise wesentlich größer sind als Scherenhubtische, ist somit immer wieder eine Fahrtbewegung des Hubtisches notwendig. Mit einer Ladebrücke lässt sich also das Fahrzeug schnell be- und entladen, wenn viele Europaletten oder Gitterrostwagen bewegt werden müssen.

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Verladehubtisch punktet mit Flexibilität
Geht es allerdings um die Flexibilität, schlägt der Verladehubtisch die Ladebrücke. Will der Anwender an der gleichen Stelle sowohl Lkw als auch zum Beispiel Sprinter entladen und eventuell noch einen Transport vom Straßenniveau auf Laderampenniveau ermöglichen, ist die Ladebrücke ungeeignet. Denn ihr Verstellweg bewegt sich meist nur in einem ­Bereich von plus/minus 30 Zentimeter und reicht somit nicht aus, um die verschiedenen Fahrzeughöhen oder sogar das Straßenniveau zu erreichen. Hier eignet sich der Verladehubtisch, der bei Verwendung von Steckgeländern und einer überfahrbaren Plattform auch im Erdreich ­verschwinden kann und nicht mehr im Weg ist, sobald die Be- und Entladung abgeschlossen ist.

Alle Aspekte sind abzuwägen
Zusammen mit der Ladebrücke werden üblicherweise noch Einfahrhilfen, Torabdichtungen und Tore notwendig. Dieses Gesamtpaket kann die Kosten eines Verladehubtisches übersteigen. Allerdings kann auch ein Verladehubtisch schnell so teuer werden wie eine Ladebrücke, zum Beispiel im Fall einer großen Plattform mit entsprechender Tragfähigkeit. Somit muss der Anwender abwägen, welche Be- und Ent­ladelösung am besten zu seinen Anforderungen passt. Für einen Verladehubtisch entscheidet er sich, wenn er von vielen verschiedenen Fahrzeugvarianten beliefert wird und er einen Warentransport vom Straßenniveau auf das Fahrzeug und/oder die Laderampe realisieren muss. Der Verladehubtisch ist auch die richtige Wahl, wenn nicht viel Platz vorhanden ist und die Hebehilfe bei Nicht-Verwendung unsichtbar sein soll. Schließlich entscheidet er sich auch dann für einen Hubtisch, wenn die Ladehilfe vom Gebäude losgekoppelt platziert werden soll.

Über Janzen Lifttechnik
Zum Portfolio der Janzen Lifttechnik GmbH gehören Scherenhubtische, Säulenheber und Güteraufzüge. Die Produkte werden kundenspezifisch konstruiert und hergestellt – vom einfachen hydraulischen Scherenhubtisch zum ergonomischen Heben von Lasten bis zur Kombination mit Fahrwerk, Kipp- und Drehvorrichtung. In der Praxis ist es allerdings selten eine Entweder-oder-Entscheidung. Besonders größere Unternehmen und vor allem Logistikzentren kombinieren beide Lösungen miteinander und nutzen deren jeweilige Vorteile. In den meisten Versandzentren arbeiten viele Ladebrücken mit einzelnen Verladehubtischen kombiniert

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