Getriebelösungen

Martin Schrüfer,

In alle Richtungen präzise angepasst

Die SPN Schwaben Präzision in Nördlingen, Antriebsdesigner und Hochleistungsfertiger, entwickelt für namhafte Hersteller im Maschinen- und Anlagenbau Getriebe-, Antriebs- und Verzahnungslösungen. Mit Grenzebach wurde ein kundenindividueller Fahr- und Lenkantrieb für ein fahrerloses Transportfahrzeug konzipiert.

Rainer Hertle ist Geschäftsführer von SPN Schwaben Präzision. © SPN

Für die Grenzebach-Gruppe mit Sitz in Hamlar, weltweit bekanntes Unternehmen in der Automatisierung, hat SPN Schwaben Präzision einen Fahr-Lenk-Antrieb für eine FTS-Lösung gefertigt. Das Unternehmen mit einer gut 60-jährigen Erfahrung in verschiedenen Branchen und Märkten konnte sich durch bereits bestehende FTS-Modelle einen Namen in mehreren Ländern weltweit machen. Die Lösungen von Grenzebach verfolgen einen ganzheitlichen Ansatz und beinhalten Hardware, Software und Service. Aus der detaillierten Analyse der Logistikprozesse entsteht eine Intralogistik-Lösung, die auf die Bedürfnisse der Kunden zugeschnitten ist – qualitativ hochwertig, technologisch innovativ und digital integriert. Diese Werte teilt SPN und fertigt präzise, kundenspezifische und verlässliche Antriebssysteme.

Anforderungen der Intralogistik werden erfüllt

Grenzebach und SPN arbeiten gemeinsam an einer Fahr- und Lenkantriebslösung für das FTS OL1200S, mit dem Grenzebach die nächste Generation fahrerloser Transportfahrzeuge für Nutzlasten bis 1.500 Kilogramm präsentiert. Es fährt omnidirektional uneingeschränkt in jede Richtung und ist mit intelligenter Sensorik ausgestattet. So kann das OL1200S auf kleinstem Raum große Bauteile autonom erkennen und personensicher transportieren. In enger Zusammenarbeit mit Grenzebach hat SPN ein kundenspezifisches Getriebe entwickelt, das auf die besonderen und zukünftigen Anforderungen der Logistik abgestimmt wurde. Oberste Priorität war eine kleine, kompakte Bauform des Antriebs, weil das FTS bereits ein vorhandenes optimiertes Rad hatte und die Einbaulage der Motoren vertikal geplant war. Der Platz für das Getriebe war somit begrenzt.

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Das FTS wird im Betrieb 24/7 eingesetzt, hat eine Schnellladefunktion von maximal 30 Minuten und fährt mit einer Geschwindigkeit von sechs Kilometer pro Stunde. Die Montage des Antriebs muss einfach realisierbar sein bei Direkteinbau an das vorhandene Fahrgestelldesign. Beim Lenken ist eine Selbsthemmung nötig. Eine Steigung in Hallen von maximal fünf Prozent auf zehn Meter sowie Unebenheiten von fünf Millimeter pro Meter muss die Lenk- und Fahreinheit problemlos meistern können. Diese Anforderungen waren bei der Getriebeauslegung zu berücksichtigen.

FTS fährt und dreht omnidirektional

SPN hat einen wartungsfreien Antrieb dank Lebensdauerschmierung sowie hohe Akkulaufzeiten durch ein optimiertes Losbrechmoment mit wenig Reibungsverlusten umgesetzt. Die Antriebslösung ist deshalb vorteilhaft, weil der Fahr- und Lenkantrieb verschiedene Bewegungen auf kleinstem Raum durchführen kann. So wird die gewünschte unabhängige, omnidirektionale Auslegung des Fahrens und Drehens realisiert. Das FTS kann im Stehen drehen oder lenken, aber auch gleichzeitig fahren und drehen. Schnittstellen für den Lenk- und Fahrmotor mit Tangentialklemmung sowie Bremse, Geber und Sensoren für einen sicheren Betrieb sind integriert.

SPN realisiert kundenspezifische Anforderungen mit verschiedenen Technologien. Basis sind Getriebelösungen wie Planetengetriebe, Kegelradgetriebe, Stirnradgetriebe, Schneckengetriebe – jeweils optimiert und technologisch offen für die jeweilige Anforderung. Mit dem FTF OL1200S entfallen Bahnhöfe und Übergabestationen komplett.

In ersten Kundenprojekten ließ sich der Platzbedarf der Andienstationen im Vergleich zu einem manuellen Routenzug oder einer FTS-Lösung mit Differenzialantrieb nachweislich um bis zu 75 Prozent reduzieren.

Der Beitrag erschien in materialfluss 8-9/22.

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