Förder- & Hebetechnik
Materialfluss Round Table: Und alles fließt
Was sich in letzter Zeit hinsichtlich neuer Fördersysteme und -philosophien getan hat und wie sich diese auf die Intralogistik auswirken, hat Materialfluss in einem exklusiven Round-Table-Gespräch in München mit namhaften Experten aus der Branche unter die Lupe genommen.

Dabei kristallisierte sich ganz klar heraus, dass überall in der Logistikbranche nach Energiesparlösungen gesucht wird, also danach, wie weit die unterschiedlichen Parameter in der Fördertechnik dazu beitragen können, das Ganze „grüner“ zu gestalten.
Dietrich Brehm, Vertriebsleiter/GF der Forbo Siegling GmbH, betrachtet das als das derzeit ganz große Thema. Das Unternehmen hat dazu bereits verschiedene Lösungen entwickelt und im Markt platziert, wobei, so Brehm, „es immer die Frage ist, wie man den Mehrwert und die damit verbundenen höheren Kosten an Endkunden weitergeben kann. Da stellen wir fest, dass das nicht so einfach ist.“
Nach den Erfahrungen von Franz Stöger, Verkaufsdirektor der SSI Schäfer Peem, hängt das davon ab, wie der Endkunde gestrickt ist. „Es gibt Kunden, die müssen ihren CO2-Ausstoß veröffentlichen oder haben sich das selbst auferlegt.“ Dieser Kundenkreis sei sehr wohl bereit, für eine wesentlich energieeffizientere Anlage, mehr zu investieren.
Flexible Fördertechnik
„Jeder“, so Michael Herich, Prokurist der Gebhardt Fördertechnik GmbH, „redet im Moment von Green Logistics, von energieeffizienten Anlagen. Ich sehe im Moment die Gefahr, dass Anlagen überdimensioniert verkauft werden.“ So könne bei einem Kunden eine Anlage mit innovativer Technik, mit neuester Antriebstechnologie, mit den neuesten Steuerungsfunktionen und Lagerverwaltungsstrategien, alles unter der Vorgabe Energieeffizienz stehen, aber, wenn diese Anlage überdimensioniert ist, dann ist es trotzdem eine Verschwendung.
Herich: „Nach meiner Meinung muss am Anfang die Frage nach dem tatsächlichen Bedarf des Kunden stehen und wie ich den Bedarf genau decken kann, also eine Anlage anbieten, die diesen Bedarf genau trifft und auch für künftige Entwicklungen passt. Wir befinden uns im Moment in einem Spannungsfeld zwischen Aufrechterhaltung von Flexibilität beim Kunden und Automatisierung. Der Kunde möchte natürlich immer in seinen intralogistischen Prozessen flexibel bleiben, Automatisierung kann diese aber auch einschränken.
Da gibt es zum Einen natürlich die Planung von konventionellen Stetigförderern mit Berücksichtigung von entsprechenden Änderungs- und Erweiterungsoptionen in der Zukunft. Das birgt eine Gefahr, weil diese Erweiterungsoption oder Änderung Prognosen erforderlich macht. Ob diese treffsicher sind, ist eben die Frage. Das bedeutet, dass man Puffer einbauen muss und dann hat man möglicherweise eine Anlage, die viel mehr kann, als sie können müsste. Deshalb sehe ich noch einen zweiten Ansatz, und da auch ein großes Potenzial für die Zukunft, ein Potenzial, für das wir als Firma Gebhardt auch schon Produkte in der Pipeline haben. Es handelt sich um flexible Fördertechnik, die man ganz einfach auf- und abbauen kann, die sich den Bedarfen anpassen lässt, die hilft, saisonale Schwankungen auszugleichen, und die man vielleicht auch über ein Leasingmodell anbieten kann.
Der dritte Ansatz für mich wäre, dass man eine Kombination von klassischen Stetigförderanlagen und einer flexiblen Fördertechnik einsetzt. Die Basisversion beim Kunden wäre eine Stetigförderanlage, die natürlich bei komplexen und großen Anlagen auch Kostenvorteile hat, und an markanten Stellen eine austauschbare Fördertechnik, die man ganz schnell umkonfigurieren kann, also eine Plug-and-Play-Lösung.“
Dem Thema Leasing aufgeschlossen ist man auch bei Forbo Siegling. Dietrich Brehm sieht hierin gerade in Richtung Fördertechnik und Logistik, aber auch auf die eigenen Produkte zugeschnitten, wirklich einen guten Weg, den zu gehen er auch bereit ist.
„Wir reden von zur Verfügungstellung von Verfügbarkeit, also so wie es die Staplerhersteller machen, um bedarfsorientiert viel flexibler reagieren zu können.“ Natürlich sei die bedarfsgerechte Bezahlung nach Vorgängen oder nach Verfügbarkeit auch bei SSI Schäfer Peem ein Thema, aber, schränkt Franz Stöger ein, „es kommt ja immer darauf an, wie der Kunde von seiner Grundhaltung an das Thema herangeht. Es gibt viele, viele Projekte, die sind einfach an den Vorstellungen der Kunden oder deren Anwendungen gescheitert. Da ist es halt einmal so, dass man mit einem Partner gehen muss, dort, wo es sich grundsätzlich auf das Wort Partnerschaft stützt.
So ein Leasingmodell hängt immer von zwei Partnern ab, die gemeinsam diesen Weg gehen und gemeinsam auch das Risiko und auch die Chancen miteinander teilen wollen. Wenn das in einem vernünftigen Verhältnis passiert, dann kommt es zu so einer Partnerschaft, aber in sehr vielen Fällen ist es daran gescheitert, dass der eine oder andere versucht hat, den anderen zu übervorteilen. Leider sind von diesen Modellen bisher noch sehr wenige auf den Weg gebracht worden.“
„Fördertechnik“, so Franz Stöger, „die dem Green-Logistic-Gedanken näher kommt, also die richtige Dimensionierung hat, ist absolut der größte Hebel, den man in die Hand nehmen kann. Vielfach sind die Kunden geneigt, entsprechende Reserven einzuplanen, die nicht immer nötig sind. Man kann die Systeme entsprechend modular planen und Erweiterungsschritte um die Anlage, die dann künftig aufgeschaltet werden können, mit einbauen. Da braucht man eine flexible IT von oben herab, die es ermöglicht, im Plug-and-Play-Verfahren zusätzliche Module, Komponenten oder ganze Funktionsgruppen zuzuschalten. Genauso braucht man dann auch eine Steuerungsmöglichkeit, um an Knotenstellen Parameter wie Geschwindigkeit oder Beschleunigung flexibel anzupassen.
Wir haben eine eigene Steuerung, die das zulässt. Wenn man das geschafft hat, braucht man ein Steuerungssystem, das nur die Förderer mit Energie beaufschlagt, die benötigt werden. Förderer, die nicht benötigt werden, gehen in den Sleep-Modus, und wenn sie wieder gebraucht werden, werden sie wach geküsst. Das ist eben auch ein ganz, ganz wichtiges Medium, die Anlage nur dann mit Energie zu beaufschlagen, wenn sie Dampf braucht. Dann kann man noch, wenn die Anlage läuft, entsprechende Tricks anwenden, zum Beispiel dass man nicht immer Stop and Go fährt, weil es nicht immer nötig ist, einen Behälter hundertprozentig abzubremsen und dann wieder hundertprozentig zu beschleunigen, um ihn ein- oder auszuschleusen.
Es gibt Steuerungsmechanismen, mit denen man mehr oder weniger wie auf der Autobahn im Einfädelbetrieb schon im Vorausschauen weiß, wie man die Geschwindigkeit des jeweilige Behälters oder Kartons verändern muss, um dann im Reißverschlussverfahren entsprechend ein- und auszuschleusen. Das spart Energie auf der einen Seite und bringt auf der anderen Seite noch zusätzliche Leistung mit den gleichen mechanischen oder mechatronischen Elementen, ohne dass man in den Hochleistungsbereich einsteigen oder einen Hochleistungssorter einsetzen muss. Es gibt schon einige Tricks, die auf den Weg gebracht wurden, und da ist noch sehr viel unerschlossenes Potenzial. Das ist eine Menge an Entwicklungsaufwand, dem wirklich nachzugehen. Unsere Kunden sind da auch bereit, wirklich aus Steinen Wasser zu pressen und dabei helfen wir ihnen.“
Plug an convey
In diese Richtung zielt auch der von Gebhardt Fördertechnik auf der CeMAT neu vorgestellte Flexconveyor. Dabei handelt es sich nach den Worten von Michael Herich um ein wirklich modulares Baukastensystem, bei dem jedes Fördermodul eine eigene Steuerung hat und man die Module beliebig kombinieren und zusammenbauen kann, also Plug and convey, wie Gebhardt es nennt. Man schafft es, mit dem System eine automatische Typologieerkennung zu machen und beim Layout entsprechend anzupassen. Es entfällt jeglicher Programmieraufwand und eine zentrale SPS-Steuerung. Herich: „Das ist sicher ein System, das für viele Bedarfe in Frage kommt, ich sehe es in Kombination mit herkömmlicher Fördertechnik. In manchen Bereichen, in Vorzonen von AKL, in Versandbereichen oder bei Logistikdienstleistern, die heute nicht unbedingt wissen, welche Waren sie morgen in ihren Hallen umschlagen, da macht es Sinn, so einen Flexconveyor zu installieren. In großen Distributionscentern, wo wir klassisch als Intralogistikanbieter tätig sind, wäre es sicher eine Kombination aus so einem System, wie wir es anbieten, mit einer konventionellen Stetigfördertechnik.“
Stellt sich die Frage, was der Kunde bereit ist zu zahlen, und was ihm ein „grüner“ Förderer wert ist. Ausschlaggebend ist der Return on Investment.
Stöger: „Es ist der Wert und der Nutzen, der für den Kunden den Ausschlag gibt. Er muss natürlich den Wert verstehen. Beispielsweise bei Flughäfen geht es im wesentlichen um eine öffentliche Ausschreibung, und ich glaube nicht, dass sich diese Kriterien in öffentlichen Ausschreibungen schon niedergeschlagen haben. Bei einem wirklich umfassend denkenden Kunden geht es um den Total Cost of Owner Ship. Diese Kunden rechnen die Anlage durch bezüglich ihres Invest, in den laufenden Kosten, Betriebskosten, Energiekosten, beim Ersatzteilbedarf sowie in Wartungs- und Hotlinekosten auf die Lebensdauer der Anlage, sagen wir mal zehn Jahre.
Dabei geht es meist um Kunden, die mehrere Anlagen bauen, Wiederholungstäter sozusagen. Ein etwas unbedarfterer Kunde, der diesen Erfahrungsschatz nicht hat, bedient sich dann meist eines Consulters oder eines Planungsinstituts, die dann auch, sofern sie den Kunden gut beraten, diesen Ansatz wählen. In vielen Fällen kommt es aus verschiedensten Gründen auch nicht dazu, entweder aus Zeitgründen oder weil man die Kriterien möglichst einfach halten möchte oder auch weil jemand an einem günstigen Investment interessiert ist.“
Immerhin sind mehr als 50 Prozent der Kunden dem Gedanken des Total Cost of Owner Ship verhaftet, andererseits gibt es in Mitteleuropa noch fast 50 Prozent der Kunden, die nicht so denken und handeln. Anders auf den aufstrebenden Märkten in Osteuropa, Asien und anderen Ländern der Welt. Da sei, so Franz Stöger, der Ansatz des Total Cost of Owner Ship sogar noch höher, weil diese Kunden das Beste und das Effizienteste wollen.
Stöger: „Sie kommen logistisch quasi aus dem Mittelalter und, wir reden ja hier in Deutschland oder in Mitteleuropa bei Intralogistiksystemen von der vierten Generation, steigen gleich in die vierte Generation ein. Diese Leute sind nicht in alten Denkmustern verhaftet und sagen ganz schlicht und ergreifend, auch wenn es mehr kostet, ich will das Beste. In Mitteleuropa ist es doch verschiedentlich schwieriger, diese Hürde zu nehmen.“
Einen weiteren Ansatz in Richtung Green Logistics sieht Dietrich Brehm neben dem Green Conveyor in Richtung Energie aber auch in der Frage, was man mit den Produkten selbst machen kann, um sie letztendlich selbst grüner zu machen, sprich recyclingfähig. Dazu gehört die Verwendung nachwachsender Rohstoffe, die Suche nach Rohstoffen, die es vielleicht schon gibt, oder die man aber entwickeln muss, um sie dann wieder verwendbar zu machen.
Pharmahandel als Innovationstreiber
Zu den Branchen, die die feinste Intralogistik nachfragen, gehört, was den Automatisierungsgrad angeht, der Pharmahandel. Er stellt, wie Stöger ausführte, die höchsten Anforderungen bezüglich der Zeit von Auftragstart oder Erhalt des Auftrags bis zur Lieferung, also die kürzesten Zeiten und die höchsten Ansprüche in puncto Qualität der Abläufe in der Kommissionierung. Manchmal liegt zwischen Auftragserhalt und Verladen an der Rampe nur eine halbe Stunde. Und in dieser Zeit muss der Auftrag hundertprozentig abgewickelt werden.
Stöger: „Das bedeutet auch die höchsten Anforderungen in Bezug auf die Verfolgbarkeit der Produkte und mehr oder weniger kontrolliertes Picken mit Nullfehlertoleranz. Das ist aus unserer Sicht der klassische Treiber der Innovation.In Hannover haben wir eine Maschine vorgestellt, die alles, was in den Behälter gepickt wurde, noch einmal kontrolliert und es dann auch dokumentiert, um die Verfolgbarkeit der Produkte nahezu hundertprozentig zu garantieren. In diesem Fall wollen wir den Faktor Mensch aus solchen Tätigkeiten ausschalten, weil eben da der Automatismus doch neben Kostenersparnissen auch eine Qualitätsverbesserung herbeiführt. Das ist zum Beispiel eine der Motivationen, warum wir sehr, sehr viel Geld in diese Entwicklung hineinstecken und eben auch unsere Kunden mit uns gemeinsam „innovieren“ wollen.
Michael Herich: „Der Pharmahandel ist sicher ein ganz großer Treiber, was Innovationen angeht, aber auch jeder andere Handel, der an einen Onlineversand angebunden ist. Klassischerweise sind das dann die Kunden mit den innovativsten Anlagen.“ Stöger: „Der Online-Handel ist Momentan der am stärksten wachsende Bereich in der Intralogistik, wo es neue, ganz interessante Projekte gibt. Es gibt aber auch viele klassische Händler, die jetzt dem Online-Handel eine neue Qualität geben wollen und hier verschiedene Vertriebsschienen bedienen möchten. Der Trend geht auch dazu, dass man die Vertriebsschienen, wenn möglich, aus einem Lager bedient. Diese Herausforderung ist extrem, weil es auf der einen Seite um das Bedienen von Verbrauchsmärkten oder von Supermärkten in Großmengen geht und es sich auf der anderen Seite im Online-Handel um ganz andere Auftragslose und um ganz andere Durchlaufzeiten handelt. Die Kombination dieser riesigen Bandbreite in einem Logistikzentrum, das wird die Herausforderung der nächsten Jahre sein: Da eben eigene Technologien einzusetzen. Die sind zwar zum Teil schon vorhanden, aber es gibt noch Einiges, wo man den Hebel ansetzen und Ideen reifen lassen muss.“
Stöger: „Uns als Anlagenbauer trifft natürlich die Rohstoffthematik genauso. Es geht eben auch um die Verfügbarkeit von Materialien, um sie zur rechten Zeit in den Produktionsprozess zu bekommen. Eine noch wesentlichere Herausforderung ist die Verfügbarkeit an Menschenressourcen, die Verfügbarkeit an Know-how. Denn in der Intralogistik gibt es ja ein breit gefächertes Know-how-Band, an dem man sich entlang hangelt. Diese wichtigen Leute haben eine entsprechend lange Ausbildungsdauer, bis sie dann wirklich effektiv arbeiten können. Da reden wir nicht über Monate, wir reden über Jahre. Das ist die große Herausforderung, solche Mitarbeiter zu bekommen. Diesen Punkt unterstreicht Dietrich Brehm und ist der Meinung, dass derjenige erfolgreich sein wird, der es schafft, gute Mitarbeiter zu halten und zu fördern, damit sie sich länger an das Unternehmen binden. Brehm: „Ich glaube, dass die Unternehmen, die dieses Sprunghafte, heute da und morgen dort, zulassen, auf längere Sicht die Verlierer sein werden.
Herich: „Wir haben bei den Rohstoffen enorme Preissteigerungen zu verzeichnen, die sich auf unsere Kostenstruktur deutlich auswirken. Und wir haben auf der Verkaufsseite ein Preisniveau, das durch die Wettbewerbssituation nicht im gleichen Maße steigen kann. Diese gegenläufige Entwicklung ist für uns als Intralogistikanbieter durch Optimierung der Prozesse schwierig zu kompensieren. Das ist sicher bis zu einem gewissen Grad möglich, aber da sind auch Grenzen gesetzt, und es ist schwierig bei dem Preisniveau, wie es sich momentan auf dem Markt zeigt, noch Geld zu verdienen.“
Stöger: Der Markt geht immer auf und ab. Es wurden im Krisenjahr Kapazitäten runter gefahren, die es jetzt wieder hochzufahren gilt. Man hat aber auch verschiedentlich die so genannte Krise in einigen Unternehmen hervorragend genutzt, um Prozessverbesserungen vorzunehmen, um dann entsprechend besser da zu stehen und günstiger produzieren zu können, hat Dinge wertanalytisch durchforstet und, und, und. Das hat einen Kostenhub gebracht, der sich im Grunde dann im Profit niederschlagen müsste, wobei dieser Profit momentan etwas erodiert durch die
Rohstoffthematik und die Erhöhung der Materialkosten. Im Grunde glaube ich, geht sich die Rechnung mehr oder weniger pari aus, und wir befinden uns jetzt, wenn man drei Jahre zurückblickt, auf dem gleichen Niveau, wenn nicht sogar drüber. Im Endeffekt glaube ich, dass alle guten Anbieter, die momentan in unserem Geschäft unterwegs sind, definitiv keine Verluste machen.“
Da alle im gleichen Boot säßen, alle die gleichen Rahmenbedingungen und den gleichen Druck hätten, müsste es nach Meinung von Dietrich Brehm doch möglich sein, Preissteigerungen im vernünftigen Rahmen gemeinsam auf dem Markt durchzusetzen.
RFID-Euphorie ist vorbei
Vor zwei drei Jahren war RFID ganz groß und in aller Munde, mittlerweile befindet sich das Thema auf einem normalen Niveau. In einigen Bereichen ist man auch aufgrund der technischen Möglichkeiten ernüchtert wegen der Sicherheit der Lesung und der Kosten, die RFID verursacht.
Stöger: „Im Endeffekt scheitert eine solche eigentlich gute Idee letztendlich an knallharten Kosten und oder an physikalischen Hürden, und dann kommt man doch wieder zu eher konservativen Ansätzen zurück. Es gibt aber eine Branche, wo wir sehr hohes Potenzial sehen, RFID noch intensiver einzusetzen. Das ist der Bereich Fashion. In diesem Bereich ist es sinnvoll, mit RFID zu verfolgen und automatisch zu sortieren, da sich in diesem Fall die Kostenschere in einem vernünftigen Rahmen bewegt. Außerdem gibt es dort mit RFID einen Zusatznutzen, der über die Identifizierung des Produktes hinausgeht, und zwar den Markenschutz.“
Auf die Frage, wie sich Shuttlesysteme aus Sicht der Gesprächsteilnehmer weiter entwickeln und welche Bereiche sie in der Fördertechnik erobern werden, gilt die einhellige Meinung, dass Shuttlesysteme parallel zu klassischen Regalbediengeräten sicher ihren Platz am Markt haben werden.Franz Stöger sieht in der Skalierbarkeit den großen Vorteil von Shuttlesystemen im Kleinteilebereich. Man habe gemeinsam mit Forbo Siegling einen Markt ventiliert, der nachhaltig ein großes Potenzial für Shuttlesysteme birgt - der Tiefkühlbereich.

Stöger: „Wir haben festgestellt, dass die Anforderungen hier deutlich gestiegen sind, weil der Markt eben auch entsprechend wächst. Wir erwarten, speziell in Asien, dass der Verbrauch von Tiefkühlkost in den Ballungszentren massiv ansteigt, und zwar nachhaltig. Das hat damit zu tun, dass die Leute in diesen Ländern immer mehr Wohlstand haben und immer weniger Zeit, um selbst zu kochen. Auch die Familienstruktur verändert sich, und dadurch wird der Bedarf an kleinen Menus steigen. Hier ist eine enorme Nachfrage zu erwarten, der wir mit unseren Technologien begegnen wollen.“
Forbo Siegling GmbH, E-Mail: [email protected], http://www.forbo-siegling.com
Gebhardt Fördertechnik GmbH, E-Mail: [email protected], http://www.gebhardt-foerdertechnik.de
SSI Schäfer Peem, E-Mail: [email protected], http://www.ssi-schaefer-peem.com










