Förder- & Hebetechnik

Schnelligkeit siegt

60 % Gewichtsreduzierung gegenüber vergleichbaren Vorgängermodellen – das schaffte ein renommierter Hersteller von RBGs mit seinem neuen Model. Vor allem der Materialmix aus Verbundwerkstoff, Stahl und Aluminium ist dafür verantwortlich.

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Gebhardt schickt mit dem neuen AKL-Regalbediengerät Cheetah einen Logistikathleten ins Rennen um die Innovationsführerschaft, der seine Vorgänger laut eigenen Angaben schon beim Beschleunigen mit Leichtigkeit hinter sich lässt. Das Cheetah RBG ist zudem ein Beleg dafür, dass Gebhardt es in seiner 60-järigen Firmengeschichte schon immer verstanden hat, die Tradition zu pflegen und die Innovation voranzutreiben. Ein Ausdruck dieser Solidität ist nach wie vor die hohe Fertigungstiefe und die damit verbundene Flexibilität im Hinblick auf spezifische Kundenanforderungen. Konsequenterweise hat Gebhardt in den Cheetah die Zukunft der AKL-Regalbediengeräte gleich integriert.

Seine Beschleunigungswerte: max. 6,5 m/s² beim Fahren sowie 3,5 m/s² beim Heben. Maximale Geschwindigkeit: 6,5 m/s. Das sind Zahlen und Fakten, die für sich sprechen, und nur durch den internen Ansporn der Entwickler zu erzielen waren. Jedoch sind derart hohe Geschwindigkeiten nicht bei jeder Anwendung sinnvoll. Der Gebhardt Cheetah wird deshalb im Rahmen der Projektierung auf die notwendige Dynamik angepasst, um eine maximale Effizienz zu erzielen. Dieses Vorgehen senkt die Betriebskosten, da eine Überdimensionierung vermieden wird. Spätere Aufrüstungen sind dennoch möglich, da die tragende Struktur des RBG stets für höchste Dynamik ausgelegt wird.

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Die Entwicklung dieses Regalbediengerätes darf man sich so aufwendig und spannend vorstellen wie die hochkonzentrierte Arbeit in der Entwicklungsabteilung eines renommierten Rennstalls beim Versuch, auch noch die letzten Hunderttausendstelsekunden rauszuholen. In diesem Fall lag das Hauptaugenmerk auf der Suche nach dem richtigen Werkstoff. Denn erst der Multimaterial-Mix aus Verbundwerkstoff, Stahl und Aluminium führte zu der enormen Gewichtsreduzierung von 60 % gegenüber vergleichbaren Vorgängermodellen.

Die fein aufeinander abgestimmten Materialien im neuen Cheetah RBG finden normalerweise nur im Fahrzeug- und Flugzeugbau sowie im Segelsport Verwendung: Eine Herkulesaufgabe, die ohne die enge Zusammenarbeit mit der TU Kaiserslautern wohl nicht zu bewältigen gewesen wäre. Welchen Stellenwert das „Effizienz-Projekt Cheetah“ von Beginn an genoss, zeigt auch die Tatsache, dass Mittel des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie in die Entwicklungsarbeit einflossen. Neben der eigentlichen Produktentwicklung war es notwendig, bei Gebhardt neue Fertigungstechnologien einzuführen. Der Multimaterial-Mix und insbesondere die Verarbeitung von Verbundwerkstoffen fanden in der Intralogistik bisher nur selten Verwendung.

Voraussetzung für die Serienreife waren Finite-Elemente- (FEM) und Mehrkörpersimulationen (MKS) sowie Versuche zur Dauerfestigkeit über den Zeitraum von fast zwei Jahren an der TU Kaiserslautern. Doch Mühe und Ausdauer haben sich gelohnt: Durch den Multimaterial-Mix konnte diese signifikante Gewichtseinsparung erzielt werden. Der großvolumige Mast in Fachwerkbauweise erwies sich dafür als optimale Lösung.

Dies war nicht nur wirtschaftlich sinnvoll, sondern führte auch zu einer ganzen Reihe weiterer Vorteile: Das große Volumen verleiht dem Mast so viel Stabilität, dass kaum noch Schwingungen auftreten. Konkret sorgt die außerordentliche Steifigkeit des Masts für die mechanische Eliminierung von Schwingungen, weshalb auf einen Antipendel-Antrieb verzichtet werden konnte. Der leichte, großvolumige Mast führt zu einem niedrigen Schwerpunkt des Gesamtsystems und bewirkt deutlich bessere Fahreigenschaften. Durch den Fahrantrieb mit kontrolliertem Reibschluss direkt an der Fahrschiene wird eine optimale Kraftübertragung ermöglicht. Konsequenterweise führte die innovative Ultraleichtbauweise zu einer umfangreichen Patentierung des Cheetah Gesamtkonzeptes.

Flexibel und ökonomisch durch bis zu 4-fach tiefe Lagerung

Neben dem neuen Mastkonzept wurde ein neues Lastaufnahmemittel (LAM) entwickelt. Dies ist für eine Nutzlast von 120 kg ausgelegt und wird über eine Schleifleitung mit Energie versorgt. Das LAM glänzt ebenfalls mit hohen Dynamikwerten und ermöglicht die doppeltiefe Lastübernahme von Behältern in weniger als 3,5s. Der Hubkorb ist in die Struktur der Lastaufnahmemittel integriert, mit dem Vorteil der Gewichts- und Platzeinsparung.

Der Cheetah überzeugt ebenso durch eine verbesserte Raumnutzung, die optimierten Lastaufnahmemittel sowie die Verkürzung des Fahrwerks um 15 % gegenüber dem Vorgänger. Weiterer Nutzen: Alle markanten Verschleißteile sind leicht zugänglich und wartungsfreundlich gestaltet. Das Resultat ist mehr Produktivität durch weniger Stillstandzeiten.

Zur Markteinführung 2012 stehen Gerätehöhen bis 12 m zur Verfügung. Im Rahmen der Simulationen an der TU Kaiserslautern wurden bereits Masthöhen bis 24 m an diversen Prototypen durchgespielt. Diese werden im weiteren Verlauf der Produktentwicklung ebenfalls auf die Serienreife vorbereitet. In der Variante bis 12 m Höhe beträgt die maximale Geschwindigkeit 6,5 m/s. Die Beschleunigung in Fahrtrichtung erreicht 6,5 m/s² beim Behälter- und Kartonagentransport und funktioniert reibungslos im Zusammenspiel mit dem Gebhardt-System 300, dem Materialflusssystem für den Behälter- und Kartontransport. Der Inhalt des Baukastensystems: Alle Module zur Konfiguration von Materialflussstrecken für die Kommissionierung, für Produktions-/Sortieranlagen und für die Lagertechnik. Dazu gehören zum Beispiel Staurollenförderer, Rollenförderer, Gurtförderer, Hub- und Transfereinrichtungen.

Selbständige Energiesparfunktion

Die Steuerungstechnik ist in den großvolumigen Mast integriert und bietet den Vorteil besserer Anfahrmaße. Die mitfahrende Steuerung sorgt für eine exakte Positionierung sowie die Rückspeisung der Bremsenergie und eine energieoptimierte Überlagerungen der Fahrbewegungen. Besonderer Clou: Die intelligente Steuerung passt in Verbindung mit dem Gebhardt StoreWare LVS ihre Geschwindigkeit selbständig der Auftragslage an. Die Datenübertragung erfolgt über WLAN oder eine Datenlichtschranke.

Die Vorteile

  • Mehr Durchsatz durch hohe Performance bei ähnlichen Anschaffungskosten
  • Niedrige Life-Cycle-Kosten
  • Kluge Energierückgewinnung
  • Projektierung hinsichtlich Energieeffizienz
  • Hightech-Verbundwerkstoff-Struktur

Statement

Marco Gebhardt, Geschäftsführer Gebhardt Fördertechnik zur Entwicklung des Cheetah AKL Regalbediengeräts:

Unter Innovation verstehen wir bei Gebhardt Technik, die sich nützlich macht – und unsere Kunden konkret weiterbringt. In die Konzeption des neuen Cheetah RBG ist exakt diese Geisteshaltung eingeflossen. Unsere Herausforderung bestand darin, ein AKL-Regalbediengerät zu entwickeln, dass der konkreten Anforderung unserer Kunden nach mehr Geschwindigkeit und somit mehr Durchsatz Rechnung trägt. Unsere Aufgabe bestand nun darin, das Streben nach Schnelligkeit mit den Anforderungen an Energieeffizienz und geringen Instandhaltungskosten in Einklang zu bringen. Vor allem aber galt es, dieses Stück Hightech trotz immenser Entwicklungskosten ohne nennenswerte Preissteigerung auf den Markt zu bringen.“

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Gebhardt Fördertechnik GmbH, E-Mail: [email protected], www.gebhardt-foerdertechnik .de

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