Investorenprozess startet
SMB beantragt Eigenverwaltung
Der Sondermaschinenbauer SMB International aus Quickborn hat wegen Liquiditätsschwierigkeiten ein Eigenverwaltungsverfahren beantragt. Ziel ist die Sanierung des Unternehmens, parallel startet ein Investorenprozess.
Die SMB International GmbH, spezialisiert auf automatisierte Lagersysteme, Abfüllanlagen, Palettiersysteme und Fördersysteme, hat beim Amtsgericht Pinneberg die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung beantragt. Ursache seien drei Projekte, die infolge von Marktveränderungen und Lieferengpässen unrentabel geworden seien.
Das Management bleibt im Amt und wird von den Sanierungsexperten Katharina Hansen und Dr. Matthias Wolgast von der Kanzlei Münzel & Böhm unterstützt. Zur vorläufigen Sachwalterin wurde Jennie Best von Reimer Rechtsanwälte bestellt. Die rund 160 Beschäftigten wurden bereits informiert; ihre Löhne und Gehälter sind bis einschließlich September über das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit abgesichert.
Geschäftsführer Andreas Heckel sieht trotz der aktuellen Lage Chancen für eine Stabilisierung des Unternehmens. „Wir verfügen über einen großen Auftragsbestand, die Projekte haben von der Planung bis zur fertigen Realisierung eine Laufzeit von mindestens zwei Jahren. Trotzdem spüren auch wir, dass sich die Marktsituation geändert hat und eigentlich fest geplante Investitionen von der Industrie verschoben werden“, sagt Heckel.
Zugleich betont er die Stärken des Unternehmens: „Die Voraussetzungen dafür, dass sich unsere wirtschaftliche Situation wieder festigt, sind klar vorhanden. Wir verfügen über einen industriellen Mix aus Intralogistik, Abfüllanlagen und Schiffsbeladung. SMB International arbeitet wie ein großes Orchester, alle Kolleginnen und Kollegen haben unterschiedlich spezialisierte Kenntnisse und arbeiten gleichzeitig vollständig aufeinander abgestimmt. Es ist gut zu spüren, wie engagiert die Belegschaft auch in dieser schwierigen Phase mitzieht.“
Auch die Auftraggeber hätten weitgehend signalisiert, an ihren Projekten festzuhalten, zudem gebe es erste positive Signale der finanzierenden Banken. Heckel verweist außerdem auf die Marktposition des Unternehmens: „Bei Spezialanlagen bildet „Made in Germany“ weiterhin eine starke Nische“. Um die Sanierung voranzutreiben, soll noch in dieser Woche ein Investorenprozess gestartet werden.










