Nachhaltige Industrie in unsicheren Zeiten
Resiliente Supply Chain dank Product Mining
Volatile Nachfragen, unsichere Lieferketten, volle Lager und steigender Kostendruck: Viele Unternehmen versuchen, den aktuellen Herausforderungen mit operativer Steuerung zu begegnen. Doch Bemühungen wie die Optimierung von Dispo-Parametern kratzen lediglich an der Oberfläche. Was fehlt, ist eine ganzheitliche Strategie für das Supply-Chain-Management. Dafür wiederum braucht es zuerst maximale Transparenz in Bezug auf Bestände, Lieferanten, Komponenten, Produkte und Kunden – und deren Abhängigkeiten.
Die Industrie steht seit Monaten unter massivem Druck. Nachfragen, Preise und Verfügbarkeiten schwanken. Die Lieferketten bleiben fragil, weshalb Bestände und Lieferzeiten kaum steuerbar sind. Auswirkungen von Disruptionen zu planen, gestaltet sich in den verschiedensten Bereichen zunehmend herausfordernd – eine ausreichende Lieferketten-Resilienz ist somit meist nicht gegeben. Hinzu kommt eine hohe Komplexität: In der deutschen Industrie finden sich durchschnittlich gut 30 Prozent unwirtschaftliche und strategisch irrelevante Produkte und Varianz, die Handlungsfähigkeit, Innovation und Wachstum weiter schwächen. Dabei zeigt der Weg für Abhilfe deutlich in eine Richtung: die Steuerung von Komplexität im Produktportfolio.
Product Mining als wertvolle Basis
Das Produkt ist das Zentrum des unternehmerischen Handelns. Um dieses organisiert sich die gesamte Wertschöpfungskette herum. Fehlt diesbezüglich die Transparenz, können Verantwortliche kaum ausreichend schnell auf volatile Marktentwicklungen, unerwartete Kostensprünge oder Nachfrageschwankungen reagieren.
Daher hat sich Product Mining als Ansatz bewährt, um Komplexität in den Griff zu bekommen. Der Grundgedanke: Das Portfolio und die Lieferkette werden strategisch verstanden, nicht nur operativ gesteuert. Es hilft, Altlasten systematisch zu erkennen, unnötige Varianten aufzudecken und versteckte (Kosten-)Risiken zu minimieren. Gleichzeitig zeigt die Simulation potenzielle Auswirkungen auf die Lieferkette und ermöglicht dadurch, diese schnellstmöglich zu bewerten. Durch diese gewonnene Handlungsfähigkeit – auch in unsicheren Zeiten – steigen Wettbewerbsfähigkeit ebenso wie Resilienz.
Zusammen gedacht: Produktportfolio und Supply Chain
Die entscheidende Frage ist dabei nicht nur, welche Produkte und Varianten im Portfolio vorhanden sind – sondern welche Folgen sie entlang der Wertschöpfung tatsächlich auslösen. Denn Portfolioentscheidungen wirken immer in die Supply Chain hinein. Produkt- und Supply-Chain-Management in der Praxis separat zu betrachten, führt nicht zum Ziel.
Wer Komplexität wirksam steuern will, muss also Portfolio-Entscheidungen konsequent mit Supply-Chain-Daten verknüpfen: Welche Produkte erzeugen kritische Abhängigkeiten? Wo treiben Varianten die Lager- und Produktionskomplexität in die Höhe? Und wo lässt sich durch Standardisierung oder gezielte (Multi-)Sourcing-Strategien die Resilienz messbar erhöhen? In den Blick rückt dafür die gesamte Wertschöpfungskette vom Lieferanten bis zum Produkt – insbesondere Komponenten, Produktion, Lager und Logistik.
Praktisch umgesetzt
Um das große Ganze zu verstehen und die damit verbundene Datenmenge beherrschbar zu machen, sind Product-Mining-Lösungen wie vom Marktführer Soley ein bewährtes Mittel. Diese sollten nicht nur Portfoliokomplexität reduzieren, sondern auch die Supply Chain berücksichtigen. Für ein vollständiges Bild erstellen sie einen digitalen Zwilling des Produktportfolios und der Lieferkette.
Eingeschlossen wird dabei die gesamte Supply Chain vom Lieferanten bis zum Kunden. Gerade diese KI-gestützte End-to-End-Betrachtung ermöglicht es Unternehmen, die wahren Kostentreiber im Portfolio und der Supply Chain zu identifizieren. So heben sie effektiv und KI-gestützt Einsparpotenziale bei Personal- und Sachkosten. Darüber hinaus lassen sich vier zentrale Ziele von Industrieunternehmen verlässlich erreichen.
1. Supply-Chain-Resilienz
Gerade in unsicheren Zeiten kommt Widerstandsfähigkeit eine zentrale Rolle zu. Proaktiv auf Änderungen reagieren zu können, kann am Ende des Tages den entscheidenden Wettbewerbsvorteil bedeuten. Mit Product Mining lässt sich beispielsweise anzeigen, für welche Komponenten zu wenige Lieferanten bestehen. Gleichzeitig wird eine Empfehlung für eine optimale, risikofreie Anzahl ausgesprochen. Andersherum wird deutlich, an welcher Stelle zu viele Lieferanten unnötig einbezogen werden. Mit diesen Informationen können Verantwortliche handeln und rechtzeitig beispielsweise Second Sources oder Nearshoring-Optionen in Betracht ziehen.
2. Cash-wirksamer Bestandsabbau
Worin liegt der eigene Bedarf? Wie lassen sich Bestände optimal zuordnen? Indem die Lösung aktuelle Bestände betrachtet und Vorschläge festhält, wie sich diese schnell und Cash-wirksam abbauen lassen, ergeben sich simulierte Auswirkungen und datenbasierte Entscheidungsgrundlagen auf Knopfdruck. Damit sind Produktfertigungen aus Überbeständen ohne neue Zukäufe ein Leichtes.
3. Management von Bedarfsänderungen
Die aktive und strategische Steuerung des Produktportfolios ist eine der Hauptaufgaben des Product Minings. Dazu zählt, eine datenbasierte Entscheidungsgrundlage für Phase-out-Prozesse zu liefern. Dank quantitativer Analysen der Auswirkungen von Phase-out-Entscheidungen auf Komponenten und Lieferanten ist dies möglich – datenbasiert und verlässlich. Einer Priorisierung nach Kritikalität steht somit nichts mehr im Wege.
4. Simulation von Supply-Chain-Disruptionen
Was wäre, wenn? Eine Frage, die für eine vorausschauende Planung essenziell ist. Daher sollten Lösungen immer auch Simulationen anbieten. Mit welchen Effekten ist zu rechnen, wenn ein einzelner Lieferant oder eine gesamte Region ausfällt? Maximale Transparenz verspricht eine End-to-End-Analyse der Lieferkette – auch bekannt als Supply-Chain-Graph-Analyse.
Starkes Duo für Supply-Chain-Resilienz
In volatilen Zeiten entscheidet die Fähigkeit, Komplexität im Produktportfolio und in der Supply Chain datenbasiert zu steuern, über Lieferfähigkeit und Wirtschaftlichkeit. Gerade mit KI-gestütztem Product Mining im Supply-Chain-Management können Unternehmen diese Maßnahme umsetzen und letztlich ihren strategischen Zielen rund um höhere Margen, sicheren Umsatz, optimiertes Working Capital und vor allem resiliente Lieferketten näherkommen.
Ephraim Triemer unterstützt die Soley GmbH seit 2022 als Shareholder und CPO. Sein Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung produktzentrischer Lösungen basierend auf einem digitalen Zwilling, die Unternehmen dabei unterstützen, fundierte Entscheidungen zu treffen, ihre Handlungsfähigkeit zu verbessern und operative Maßnahmen gezielt umzusetzen.











