Umsatzwachstum von 11,5 Prozent

Marvin Meyke,

Liebherr schließt 2023 erneut mit Rekordumsatz ab

Die Firmengruppe Liebherr hat das Jahr 2023 erneut mit einem Rekordumsatz von 14.042 Millionen Euro abgeschlossen. Im Vergleich zum Vorjahr verzeichnete das Unternehmen ein Umsatzwachstum von 1.453 Millionen Euro.

© Liebherr

Liebherr konnte beim Umsatz gegenüber dem Vorjahr nochmals deutlich zulegen. Die Firmengruppe hat in elf ihrer 13 Produktsegmente teils deutliche Umsatzsteigerungen erzielt. Der Umsatz in den Produktsegmenten Erdbewegungsmaschinen, Materialumschlagmaschinen, Spezialtiefbaumaschinen, Mobil- und Raupenkrane, Turmdrehkrane, Betontechnik und Mining betrug insgesamt 9.557 Millionen Euro und lag damit 11,6 % über dem Vorjahresniveau. In den Produktsegmenten Maritime Krane, Aerospace und Verkehrstechnik, Verzahntechnik und Automationssysteme, Kühl- und Gefriergeräte, Komponenten und Hotels erzielte Liebherr einen Gesamtumsatz von 4.485 Millionen Euro, ein Zuwachs von 11,3 % im Vergleich zum Vorjahr.

Absatzregion Europa: Besonders positive Umsatzentwicklung in Deutschland, Frankreich und Spanien

Die Geschäfte entwickelten sich in nahezu allen Absatzregionen positiv. Innerhalb der Europäischen Union, der traditionell stärksten Absatzregion der Firmengruppe, konnte eine Umsatzsteigerung erzielt werden. Besonders positiv entwickelten sich die Umsätze in Deutschland, Frankreich und Spanien. In den Nicht-EU-Ländern verzeichnete die Firmengruppe einen geringfügigen Rückgang.

Anzeige

Starkes Jahr in Nordamerika, Asien und Ozeanien 

Äußerst erfreulich verlief das Geschäftsjahr zudem sowohl in Nordamerika – getrieben durch die USA und Mexiko – als auch in Asien und Ozeanien. Ebenfalls deutlich über dem Niveau des Vorjahres lag der Umsatz in der Region Afrika/Naher und Mittlerer Osten. In Mittel- und Südamerika bewegte sich der Umsatz auf Vorjahresniveau.

Die Firmengruppe erzielte 2023 ein Jahresergebnis von 367 Millionen Euro. Sowohl das Betriebsergebnis als auch Finanzergebnis haben sich deutlich verbessert. Erneut gewachsen ist im Geschäftsjahr 2023 außerdem die Mitarbeiterzahl. Zum Jahresende beschäftigte Liebherr weltweit insgesamt 53.659 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, 2.338 mehr als im Vorjahr.

Alternative Antriebe und Digitalisierung im Forschungsfokus 

Im vergangenen Jahr investierte Liebherr 634 Millionen Euro in Forschung und Entwicklung. Ein Großteil davon floss in die Entwicklung neuer Produkte. Die Bereiche alternative Antriebe, Digitalisierung und Autonomie waren abermals Forschungs-Schwerpunkte. Liebherr hat im Geschäftsjahr 2023 bestehende Technologien weiterentwickelt und das Produktprogramm um zahlreiche Maschinen, Komponenten und Lösungen ergänzt.

In der Antriebstechnik verfolgt Liebherr einen technologieoffenen Ansatz. Dazu zählen unter anderem elektrische Antriebe, alternative Kraftstoffe für konventionelle Verbrennungsmotoren und wasserstoffbasierte Antriebe wie zum Beispiel Wasserstoffverbrennungsmotoren und mit Wasserstoff betriebene Brennstoffzellen. 

Im Bereich Digitalisierung forcierte Liebherr unter anderem die Weiterentwicklung digitaler Plattformen. Die zentrale Online-Plattform, die digitale Services und Angebote der Firmengruppe bündelt, ist MyLiebherr. In 2023 wurde das Tower Crane Portal für Turmdrehkrane in das Kundenportal MyLiebherr integriert. Weiter wurden Programme wie der Crane Finder für Mobil- und Raupenkrane, die Applikation MyNotifier, aber auch das „Tower Crane Operating System 2“ für viele Untendreherkrane weiterentwickelt. In den Produktsegmenten Erdbewegungs- und Materialumschlagmaschinen führte Liebherr mit MyGuide for Earthmoving eine neue App ein.

Einen weiteren Entwicklungs-Schwerpunkt bildeten Projekte in den Bereichen Autonomie und Automatisierung. In der neuesten Serie der Liebherr-Hafenmobilkrane kommt die Kransteuerung Master V zum Einsatz. Diese bildet die Grundlage für eine künftige Integration von Assistenz- und Teilautomatisierungssystemen. Innerhalb des Forschungsprojekts Zirkel entwickelt Liebherr automatisierte Demontageprozesse für Batteriepacks von Elektrofahrzeugen. Diese sind notwendig, um hohe Recyclingquoten zu erzielen und langfristig eine CO₂-neutrale Batterieproduktion entlang der gesamten Prozesskette zu etablieren. Zudem wurde die Teleoperationseinheit LiReCon weiterentwickelt und getestet sowie autonome T 264 Mining Trucks zur Validierung bei einem Kunden in Betrieb genommen.

Rekordinvestitionen in Produktion, Vertrieb und Service

Investitionen in Rekordhöhe von 1.030 Millionen Euro flossen in die Produktionsstätten und das weltweite Vertriebs- und Servicenetz. Die Investitionen erhöhten sich damit im Vergleich zum Vorjahr um 167 Millionen Euro. Dem stehen Abschreibungen in Höhe von 623 Millionen Euro gegenüber.

Ausblick auf 2024

Liebherr ist mit einem sehr soliden Auftragsbestand in das laufende Geschäftsjahr gestartet. Zwischen einzelnen Produktsegmenten zeichnen sich zwar unterschiedliche Entwicklungen ab, Liebherr wird diese laut Unternehmensangaben dank seiner dezentralen, diversifizierten Struktur und seiner internationalen Aufstellung ausgleichen können. Im Zuge der Transformationsprozesse in zahlreichen Volkswirtschaften weltweit steigt die Nachfrage nach großen Kranen wie auch nach Rohstoffen. Dies biete für Liebherr Marktchancen. So erwartet die Firmengruppe unter anderem Zuwächse in den USA und in Australien.

  • Xing Icon
  • LinkedIn Icon
Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige
Anzeige
Anzeige

Editorial 5/2026

Resilienz als Erfolgsfaktor

Unlängst hat das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) seine Wachstumsprognose für 2026 halbiert. Steigende Energiepreise und Lieferstörungen durch den Iran-Krieg und die damit verbundene Blockade der Straße von Hormus spielen hier eine...

mehr...
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Jetzt Newsletter abonnieren