Aus materialfluss 6/2020

Marvin Meyke,

Agile Mehrwegestapler

Hubtex liefert an sämtliche Standorte der österreichischen J. u. A. Frischeis GmbH Sonderlösungen im Bereich Flurförderzeuge. Diese sind für die jeweiligen Logistikprozesse und Räumlichkeiten optimiert. Die patentierte HX-Lenkung von Hubtex spielt dabei eine besondere Rolle.

Der induktionsgeführte EZK30 von Hubtex verfügt über einen integrierten Scherenhubtisch. © Hubtex

Ein Standard für alle: Von solch einfachen Lösungen kann Bernhard Vincenz nur träumen. Der Ingenieur ist Logistikleiter der J. u. A. Frischeis GmbH (JAF) am Firmensitz in Stockerau und zugleich mitverantwortlich für den technischen Einkauf an den 59 Standorten des internationalen Holz-Großhändlers. In dieser Funktion beschäftigt sich Vincenz unter anderem mit neuen Entwicklungen und dem ­Konfigurieren von Flurförderzeugen. Wie unterschiedlich die ­Anforderungen an den „idealen Stapler“ sein können, zeigen die Standorte Salzburg-Bergheim, Linz und Stockerau, die von ­Hubtex mit individuellen Geräten beliefert wurden. Die Niederlassung Salzburg-Bergheim orderte einen Mehrwegestapler vom Typ MQ 70 mit abnehmbarer Kommissionierplattform. „Das Kommissionieren direkt aus dem Regal bedeutet für uns einen wesentlichen Zeitgewinn“, stellt Niederlassungsleiter Thorsten Klingbeil fest. Ohne Plattform müssten die Waren­pakete erst an ­einer dafür geeigneten Stelle abgestellt und von dort abkommis­sioniert werden. Zwischen den Regalen sei dafür kein Platz, so dass lange Fahrwege in Kauf genommen werden müssten.

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Plattform an Kundenwünsche angepasst
Die Form der Plattform wurde für die örtlichen Gegebenheiten optimiert. „Hubtex hat uns eine individuelle Plattform mit ab­gerundeten Ecken konstruiert, mit der wir trotz beengter Platz­verhältnisse bequem im Gang drehen können“, berichtet Klingbeil. Außer der besonderen Formgebung bietet die Plattform einige weitere Details, die Hubtex speziell für JAF realisiert hat. Dazu zählen die beiden Rückenlehnen an den zwei seitlichen Bedienpulten, die mit einem Handgriff verstellt und auf die Körpermaße des Bedieners angepasst werden können. Ebenso leicht verstellbar ist die stabile Stahlrohr-Konstruktion, mit der die schweren Holzplatten vor dem Verrutschen gesichert ­werden können. Eine Besonderheit der Plattform betrifft die nach ­unten abgekröpften Arbeitsplätze der Kommissionierer, die sich deshalb beim Aufschichten der Platten nicht so weit nach unten beugen müssen.

Eine weitere Erleichterung bringt die HX-Lenkung, die für den MQ 70 als Option angeboten wird. Das patentierte Lenksystem ermöglicht den Wechsel von der Längs- in die Querfahrt ohne Zwischenstopp, was das Manövrieren beschleunigt und vereinfacht. Außerdem minimiert die HX-Lenkung den Radverschleiß, weil der Fahrtrichtungswechsel während der Fahrt erfolgt und die Räder deshalb nicht mehr auf der Stelle drehen.

Zentraler Ansprechpartner
Hager hatte rund zehn seiner Mitarbeiter in den Planungs­prozess einbezogen und deren Anregungen und Ideen ­berücksichtigt. Wesentlich geringer war die Zahl seiner ­Ansprechpartner seitens Hubtex: „Wir konnten sämtliche ­Änderungen und Sonderwünsche mit nur einem Ansprech­partner durchsprechen“, erinnert sich Hager. Hilfreich ist dabei das „mobile Projektteam“ von Hubtex. In der Zentrale in Fulda unterstützen Projekttechniker den Vertriebsaußendienst in der Angebotsphase bei der Ausarbeitung von Speziallösungen. Je nach Projektanforderung und -verlauf besuchen Projekt­techniker und Vertriebsaußendienst gemeinsam den Kunden, um die bestmög­liche Lösung erarbeiten zu können. Durch den Projekttechniker ist dann die direkte Kommunikation zur ­Konstruktion- und Entwicklungsabteilung gewährleistet – ­wodurch Hubtex Erfahrungen und Anforderungen aus dem Markt in der Fahrzeugentwicklung umsetzen kann. Die unkomplizierte Zusammenarbeit und die Vorteile der HX-Lenkung weiß man auch in Linz zu schätzen. Die dortige Frischeis-­Niederlassung hat einen neuen MQ 80 in Betrieb genommen, der ebenfalls mit der innovativen Lenkung ausgerüstet ist.

Zusatzrollen für sanftes Herablassen
Der Standort Linz ist anders aufgebaut als Salzburg-Bergheim, so dass hier die Wege zwischen Regalfächern und Kommissionierplätzen deutlich kürzer ausfallen. Vor diesem Hintergrund hat sich Dipl. Ing. Kapeller auch gegen die Anschaffung einer Kommissionierplattform entschieden. In Linz werden die ­benötigten Holzplatten mit dem MQ 80 palettenweise aus dem Regal gehoben und ebenerdig abkommissioniert. Damit das Herablassen der schweren Paletten möglichst sanft und ­schonend abläuft, hat der Ingenieur zusätzliche Führungsrollen im Mastholm einbauen lassen, mit denen sich der Mast unter Volllast sanfter einfahren lässt.

Schneller ohne Wenden
Eine weitere Kommissionier-Methode wird am Firmensitz in Stockerau angewendet. Der im Jahr 1948 gegründete Standort ist zugleich die größte Niederlassung sowie die Firmenzentrale des Familienunternehmens. Allein in der Lagerlogistik arbeiten hier 89 Mitarbeiter, die während der Saison im Zwei-Schicht-Betrieb monatlich rund 9.700 m³ Holz bewegen. Platten mit ­einer Länge von bis zu drei Metern werden in Stockerau mit fahrbaren Plattformen kommissioniert, die das Arbeiten zu beiden Seiten des Regalgangs erlauben. „Auf diese Weise ­müssen die Geräte niemals wenden, was die Kommissionierleistung deutlich erhöht“, betont Logistikleiter Bernhard Vincenz. Das neue Gerät ist ein Hubtex EZK 30. Zu den Besonderheiten der induktionsgeführten Maschine zählen der integrierte Scherenhubtisch mit einem Nutzhub von 1.000 mm sowie die ebenfalls integrierte Vorrichtung für das Umreifen der kommissionierten Plattenstapel. Die fertige Kommission wird mit einem separaten Stapler entnommen. Dieses Gerät wird in sehr ähnlicher Form auch am ungarischen Firmenstandort in Dunaharaszti ­ein­gesetzt.

Gemeinsame Wechselbatterien
Der EZK 35 wird immer von einem Zwei-Mann-Team bedient. Das gilt auch für den Wechsel der rund 2,2 Tonnen schweren Batterie, die baugleich auch beim Mehrwege-Seitenstapler MQ 45 zum Einsatz kommt. Dieser Gerätetyp wird in Stockerau zum Nachbestücken der Regale verwendet und nutzt denselben Pool an Wechselbatterien wie der EZK 35. Bei einer Restladung von 10 bis 15 Prozent fährt das Team zur Ladestation und tauscht den Energiespeicher gegen sein frisches Pendant aus.

Auch bei JAF Imholz in Leipzig 2 werden Hubtex-Modelle der Serie MQ 70 mit einer abnehmbaren Kommissionierplattform eingesetzt. Diese sind induktiv geführt und mit mobiler Personenschutzanlage ausgestattet. Die JAF-Niederlassung in Kramsach war 2006 einer der ­ersten Standorte, in denen ein Hubtex-Mehrwegestapler zum Einsatz kam. Aufgrund der positiven Erfahrungen und ­Zuverlässigkeit hat man sich auch am Standort Kramsach ­wieder für Hubtex entschieden und zwei MQ 70 mit HX-­Lenkung wurden in Betrieb genommen.

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