Transportsoftware

Martin Schrüfer,

Ein Vierteljahrhundert Frachtenbörse

Timocom hat mit Truck & Cargo den europäischen Straßengüterverkehr nachhaltig beeinflusst.

Der Gründer und die Geschäftsführung des IT-Unternehmens heute (v.r.n.l.): Jens Thiermann, Tim Thiermann und Sebastian Lehnen blicken am Headquarter von Timocom auf 25 Jahre Frachtenbörse zurück und auf die Zukunft der Logistik. © Timocom

Die Geschichte von Timocom begann frühmorgens auf dem Parkplatz eines deutschen Lebensmitteldiscounters in Düsseldorf. In jener Woche im Jahr 1997 gibt es Desktop-PCs im Sonderangebot, und der Spediteur Jens Thiermann kann sie für sein geplantes IT-Start-up gut gebrauchen. Er hat sich das Ziel gesetzt, eine europaweite Vergabeplattform für Transportaufträge zu entwickeln, mit der Spediteure und Frachtführer kurzfristig Frachten finden, die Anzahl an Leerkilometern verringern und damit eine bessere Auslastung ihrer Fahrzeuge realisieren können.

Jens Thiermann wollte Leerfahrten seiner Spedition reduzieren. Gemeinsam mit Geschäftspartnern tüftelte Thiermann monatelang an der Software für eine eigene Frachtenbörse. Als es so weit war, konnte der Gründer der Timocom Soft- und Hardware GmbH zusehen, wie sich die soeben gelaunchte Fracht- und Laderaumbörse Truck & Cargo mit Angeboten füllte. Dann galt es, das Netzwerk dieser neuen Frachtenbörse auszubauen und die Logistik zur Digitalisierung zu befähigen, denn selbst Modems waren damals noch Neuland. „Es war ein Gefühl der absoluten Freude, der Erleichterung und gleichzeitig die Ankündigung großer Verantwortung – auch wenn wir damals noch nicht ahnten, wie sich alles weiterentwickeln würde“, berichtet Jens Thiermann, wenn er heute daran zurückdenkt.

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Messbare Vorteile beflügeln Frachtenbörse

Die Frachtenbörse war das, worauf der Straßengüterverkehr in Europa gewartet hatte. Den Anwendungen von Timocom verdankt beispielsweise Wilhelm Dallmann, ein Kunde der ersten Stunde, mit seiner Speditionsgesellschaft eine 80-prozentige Zeitersparnis auf Prozessebene. Schon nach wenigen Jahren eröffnete Timocom Standorte in Polen, Tschechien und Ungarn, um die Kernmärkte Osteuropas besser betreuen zu können. Heute zählt das Unternehmen mehr als 50.000 Kunden mit mehr als 147.000 Systemnutzern in 46 europäischen Ländern. Pro Jahr führen sie 1,5 Milliarden Frachtsuchen im System durch.

Timocom arbeitet an der Digitalisierung des kompletten Transportprozesses. „Unsere Vision ist eine Welt ohne logistische Herausforderungen“, sagt Tim Thiermann. Der älteste Sohn des Gründers hat 2019 gemeinsam mit Sebastian Lehnen die Geschäftsführung übernommen. Damit wird das IT-Unternehmen nun in zweiter Generation geführt. Die neuen Unternehmenslenker haben sich das Ziel gesetzt, das Familienunternehmen und die Frachtenbörse nicht nur weiterzuführen, sondern zum größten und sichersten Marktplatz im Freight-Tech-Sektor zu machen. In Zukunft stehen die Themen Nachhaltigkeit und CO2 -Einsparungen auf der Entwicklungsagenda.

Der Beitrag erschien in materialfluss 6/22.

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