Interview über die Optimierung von Materialflüssen
Wie digitale Tools versteckte Engpässe entlarven
Im Interview erklärt Rainer Schulz, Geschäftsführer von Sysmat, wo die typischen Schwachstellen in der Intralogistik liegen, wie sich Störungen auch ohne große Investitionen reduzieren lassen und warum digitale Tools wie mobile Panels und zeitbasierte Materialflussanalysen helfen, Ursachen sichtbar zu machen – bevor es zum Stillstand kommt.
Wo liegen Ihrer Erfahrung nach die Engpässe in der Intralogistik mittelständischer Unternehmen?
Rainer Schulz: Bei automatisierten Anlagen sehen wir veraltete Steuerungs- und Antriebstechnik, für die teilweise keine Ersatzteile mehr zu bekommen sind. Selbst elektronische Ersatzteile, die der Kunde viele Jahre auf Lager hat, funktionieren beim Einbau nicht mehr.
Welche Maßnahmen helfen weiter, ohne große Investitionen tätigen zu müssen?
Rainer Schulz: Wenn die Störungshäufigkeit zunimmt, helfen vorbeugende Reparaturen und eine Visualisierung zur schnellen Störungserkennung und -beseitigung. Vorausschauende Wartung und entsprechende Analysen, wo vermehrt Störungen auftreten, legen den Grundstein. Anschließend gilt es dann zu erneuern, bevor es zum Ausfall während des Betriebs kommt. Hier sind Tools wichtig, die Störungen aufzeichnen und über Statistiken die Häufigkeit sichtbar machen. Zudem lohnen sich Optimierungen im Materialfluss, weil sich oft im Laufe der Zeit die Auftragssituationen ändern und dann die Anlagenfunktionen oder -nutzung nicht mehr optimal abgestimmt ist.
Welche digitalen Tools haben sich als besonders praxistauglich für den Mittelstand erwiesen?
Rainer Schulz: Zum einen mobile Panels für schnelle Störungserkennung und -beseitigung, zum anderen Software zum flexiblen Steuern der Materialflüsse. Unsere MFR-Software erzeugt aufgrund der Daten beim Steuern der Anlage für jeden Tag einen Zeitrafferfilm. Mit diesem Tool lassen sich auch oft die Ursachen von Engpässen finden. Nach Optimierungen kann zudem geprüft werden, ob das Problem wirklich beseitigt wurde.
Haben Sie einen Tipp für Unternehmen, die mit Materialflussengpässen kämpfen?
Rainer Schulz: Planen Sie eine Modernisierung der Software, die die Materialflüsse steuert. Für automatisierte Anlagen gibt es flexible Softwarelösungen, die Anlagen unabhängig vom Hersteller steuern. Und wenn die Prozesse optimal funktionieren, ist es auch erheblich leichter für die Mitarbeiter. Ein optimal gesteuerter Materialfluss spart Stauzeiten und Energie.
+++ Lesen Sie mehr dazu im Beitrag "Wenn der Materialfluss stockt" +++










