Trends

Marvin Meyke,

Flexibel und skalierbar

Was hat sich in den letzten zwei Jahren getan im Bereich Regalbediengeräte und Shuttle? Welche Trends sind erkennbar und welche Neuerungen gibt es auf dem Markt? Mehrere Hersteller geben eine Einschätzung ab und stellen besonders herausragende Produkte in diesem ausführlichen Übersichtsbeitrag vor.

Modular aufgebaut: Das AKL-­Shuttle System FSP von Stöcklin © Stöcklin Logistik

Bei der Frage nach den veränderten Kundenanforderungen an moderne Regalbediengeräte und Shuttlesysteme zeichnen die Hersteller ein differenziertes Bild. HaRo Anlagen- und Fördertechnik beobachtet immer stärker werdende Entwicklungen hin zur ­Automatisierung des Materialflusses innerhalb des Produktionsablaufs. Das Unternehmen ist seit über 50 Jahren für seine Förderanlagen für Stückgut bekannt. „Vielfach werden direkte Aufsetz- oder Abholplätze von FTS-Einheiten geplant und mit stabiler sowie traditioneller Fördertechnik gelöst“, beschreibt Christoph Hackländer, Geschäftsführer der HaRo-Gruppe, aktuelle Kundenwünsche. Dirk Haarscheidt, (Vertrieb ­Stöcklin Logistik) der die Trendbildung eher über einen Zeitraum von fünf Jahren sieht, benennt als vorherrschende Markttrends bei Intralogistiklösungen Flexibilität und Skalierbarkeit. Zwei Hauptgründe dafür wären vor allem das starke Wachstum sowie die ungewisse Geschäftslage der Kunden. Zudem erwarten Anlagen­be­treiber laut Haarscheidt einen hohen Grad an Verfügbarkeit. Stöcklin begegne diesen Anforderungen mit seinem AKL-Shuttle-System FSP (Flexible Storage and Performance) sowie der IT-Lösung DMA (Data Monitoring Alerting).

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Branche reagiert auf Digitalisierung –
Geschwindigkeit in allen Bereichen gefragt
Verfügbarkeit ist auch für Christian Beer, Geschäftsführer und Inhaber von Servus Intralogistics, eines der vorherrschenden Themen. Zudem sei das zunehmende Verschmelzen von Produktion und Logistik in den Fokus gerückt. „Wir nehmen immer mehr wahr, dass Kunden das Lager nicht als Insellösung betrachten, sondern die Produktionsversorgung direkt aus dem Lager immer mehr in den Fokus rückt“, so Beer. Walter ­Kennerknecht, Vertriebsleiter Regalbediengeräte bei der MIAS Group, sieht den Markt in Reaktion auf die gesamte, schnelle Weiterentwicklung der Digitalisierung: „Alles, von der Beschaffung der Rohteile über die Produktion, die Kommissionierung und den Versand muss schneller werden, um dabei die Konkurrenz, zumindest kurzfristig abzuhängen und Marktanteile zu gewinnen,“ beschreibt Kennerknecht.

Immer bedeutender: IT-Systeme und Automation
Aufgrund der veränderten Anforderungen der Kunden ­ent­wickeln die Hersteller ihre Produkte weiter und treiben neue Innovationen voran. Bisher war das Jahr 2018 für die ­befragten Unternehmen ein Jahr mit neuartigen ­Projekten und Neuheiten. Die befragten Unternehmen gaben einen Überblick über aktuelle Produktentwicklungen und darüber, welche ent­scheidenden Akzente von ihnen 2018 bisher gesetzt wurden. Als besonders wichtig für HaRo-Fördertechnik bewertet Hackländer dieses Jahr die Automation von Produktionsumbauten. „Der Fördertechnik-Anlagenbau fand in dem ablaufenden Jahr seine Stärken in der Automation von Produktionsumbauten, teilweise in neuen oder anderen Hallenflächen“, erläutert der Geschäftsführer der HaRo-Gruppe. Für Stöcklin standen 2018 bisher projektspezifische Systemlösungen im Vordergrund. „Im Zeitalter von Industrie 4.0 hat speziell die Bedeutung der IT-Systeme stark zugenommen. Das StöcklinDMA bietet neben den rückblickenden Statistik-Funktionen mit dem Forecast und dem proaktiven Monitoring auch einen Ausblick in die nahe Zukunft einer Anlage. Gesamthaft sorgt das DMA für eine permanente Optimierung der Anlagenutzung und -verfügbarkeit“, erläutert Haarscheidt.

Bisher war MIAS vor allem bekannt für seine soliden Regalbediengeräte für Paletten. Das Unternehmen hat nun mit dem AKL 10 auch im AKL-Bereich ein Regalbediengerät aus dem Segment Miniload im Portfolio. „Die AKL-Reihe punktet nicht nur mit herausragenden Dynamikwerten, auch die Anfahr­maße oben und unten wurden noch weiter reduziert – damit nutzen Kunden den vorhanden Platz bestmöglich aus. Bestückt werden die AKL-Regalbediengeräte mit den hauseigenen ­etablierten Lastaufnahmemitteln“, sagt Kennerknecht.
Servus Intralogisics zieht für das sich dem Ende zuneigende Jahr 2018 ebenfalls eine positive Bilanz: „Wir haben viele tolle Kunden dazu gewonnen. Vor allem aber erfüllt uns mit Stolz, dass Bestandskunden immer wieder erweitern und neue Werke mit dem Servus System ausstatten.“

Bedarfsgerechte Anlagenentwicklung
Auch für Experten gibt es immer wieder innovative ­Anwendungsbeispiele, oft gute Gelegenheiten, die Stärken eines Unternehmens zum Ausdruck zu bringen. So profitiert die AKL-Shuttle-Lösung FSP von Stöcklin besonders durch ihren modularen Aufbau, der es ermöglicht, bedarfsgerechte Anlagen zu entwickeln. „Die verwendeten Systemkomponenten sind vielen externen Anforderungen gewachsen. So kann ein breites Einsatzfeld abgedeckt werden. Auch beim Shuttle-System FSP nehmen die IT-Lösungen eine bedeutende Rolle für die Anlagenleistung und -verfügbarkeit ein“, so Haarscheidt.
Christoph Hackländer sieht vertikale Fördereinrichtungen als eine wichtige Stärke der HaRo-Gruppe: „Die vertikalen Förderrichtungen in andere Etagen, insbesondere mithilfe des HaRo-Vertikalförderers (oder Lastenaufzug mit integrierter automatischer Fördertechnik), konnten wir 2018 in zahlreichen Unternehmen erfolgreich konstruieren und implementieren.“
MIAS realisierte für einen Kunden im Tiefkühlbereich bereits das vierte Projekt in Folge und setzte beim Neubau eines 44 Meter hohen Lagers die dreifachtiefe Lagerung von Paletten mit einer Zuladung von 1,4 Tonnen um. Kennerknecht erläutert: „Mit den eingesetzten Teleskoptischen konnten wir einen höheren Durchsatz als mit vergleichbaren Shuttlelösungen erreichen und unsere Stärken ausspielen: Kompetenz für technische Herausforderungen, langjährige Projekterfahrung im Tiefkühlbereich und führendes Know-how für anspruchsvolle Lastaufnahmemittel.“

Eine enorme Flächeneinsparung erzielte Servus mit seinen autonomen Transportrobotern bei Rosenberger Hochfrequenztechnik in Fridolfing. „Rosenberger ist seit 2015 in Betrieb und hat seither jedes Jahr ihr Produktionsvolumen um mehr als 20 Prozent gesteigert – das gelang ohne die Flächen für die Produktion zu erweitern,“ erläutert Christian Beer. Die autonomen Transportroboter des Servus Systems liefern das Material Just-in-Time in der Produktion an, dadurch wurden sämtliche ­Kanban-Regale überflüssig und beträchlich Fläche gespart. Der Clou: Zusätzliche Fläche für die Logistik brauchte Rosenberger nicht, da die Transportroboter nicht wie FTS am Boden fahren sondern überkopf, platzsparend an der Hallendecke.

Fachmesse LogiMAT 2019
Die LogiMAT 2019 rückt näher. Auf der internationalen Fachmesse für Intralogistik-Lösungen und Prozess­management präsentieren sich traditionsgemäß Intralogistiker mit ihren aktuellen Produkten. Was können die Besucher nächstes Jahr von den Ausstellern erwarten? Die in dem Übersichtsbeitrag befragten Hersteller gaben materialfluss bereits einen ersten Einblick.
HaRo möchte den Jahreserfolg 2019 auf der Messe nach vorne bringen und einen dynamisch arbeitenden Vollablauf präsentieren. Die schnittstellenlose Verbindung von Produktion und Logistik plant Servus in den Vordergrund seines Messeauftritts zu rücken. „Die Besucher werden auf dem Messestand von Servus sehen wie unsere autonomen Transportroboter Wareneingang, Kommissionierung, AKL, die Produktion und den Warenausgang schnittstellenlos miteinander verbinden. Wie Logistik und Produktion zu einer Einheit verschmelzen und damit der Grundstein für die vernetzte Fabrik von morgen gelegt wird“, beschreibt Christian Beer die geplante Performance auf der Fachmesse nächstes Jahr. Die MIAS Group schließlich will das neu entwickelte AKL 10 in den Fokus rücken und ­präsentieren. „Die Nachfrage ist schon jetzt überwältigend, durch die LogiMAT erhoffen wir uns einen weiteren Schub“, so Walter Kennerknecht.

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