Routenplanung für Elektro-, Wasserstoff- und LNG-Lkw
„DRivE“-Projektpartner schließen erfolgreiche Testphase ab
Die Pilotphase des Forschungsprojekts „DRivE“ wurde erfolgreich beendet. In einem zweimonatigen Feldversuch hatten zwei Hochschuleinrichtungen und fünf Akteure aus der Wirtschaft eine eigens entwickelte Software erprobt, die an Bord von Lkw mit alternativen Antrieben hinsichtlich Reichweiten und Ladepunkten künftig eine verlässliche Tourenplanung im Transportwesen ermöglichen soll.
„Digitale Lösungen, die für Effizienz und Planungssicherheit sorgen, können die Elektromobilität im Nutzfahrzeugbereich entscheidend voranbringen und die Akzeptanz alternativer Antriebskonzepte bei Logistikbetrieben und Speditionen erhöhen“, sagt PEM-Leiter Professor Achim Kampker. Bislang habe die intransparente Verfügbarkeit von Lade- und Tank-Möglichkeiten in der Transportbranche zu Sorgen vor Umwegen und langen Wartezeiten geführt. Da die Reichweite heutiger Elektro- sowie Brennstoffzellen-Lkw zwischen 200 und 500 Kilometern liege, seien Echtzeit-Informationen zur Lade- und Tank-Infrastruktur entlang der Routen unverzichtbar – „zumal das Netz der Tankstellen für Wasserstoff und Flüssigerdgas deutschlandweit noch sehr überschaubar und der Zugang zu E-Ladesäulen häufig schlecht planbar ist“, sagt Kampker.
Das Ziel: den Umstieg auf alternativ angetriebene Schwerlast-Lkw vereinfachen
„DRivE“ steht für „Datenbasierte Routenplanung im Straßengüterverkehr mit verschiedenen Energieversorgungstechnologien“. Das Forschungsprojekt soll sich noch bis Ende 2024 damit befassen, wie Unternehmen aus der Logistikbranche mit digitaler Hilfe der Umstieg auf umweltfreundliche Schwerlast-Lkw im Fernverkehr erleichtert werden kann. Zu den Projektpartnern zählen neben dem Lehrstuhl PEM das Forschungsinstitut für Rationalisierung (FIR) e. V. an der RWTH Aachen, die Unternehmen Park Your Truck, ZeKju, Mansio, Hammer Road Cargo und Maintrans Internationale Spedition.
Planung mittels digitaler Vernetzung steigert Vertrauen in alternative Antriebe
Das „DRivE“-Projekt habe jedoch bereits gezeigt, dass die Einplanung der Tank- und Ladepunkte in der Disposition mit Hilfe digitalisierter Vernetzung das Vertrauen in alternativ angetriebene Lkw erhöhe. Der getestete Algorithmus sollte beim Einsatz von Nutzfahrzeugen mit Batterie-, Wasserstoff- oder Flüssigerdgas (LNG)-Antrieb künftig eine sichere Routenplanung garantieren. Während der achtwöchigen Testphase unter realen Bedingungen wurde er schrittweise optimiert. Nach der erfolgreichen Demonstration der Funktionalität des Tourenplanungssystems, das vom Start-up und Projekt-Initiator Mansio entwickelt wurde, gehe es nun um Standardisierungsprozesse bei der sogenannten Flotten-Management-Schnittstelle. Mit dem Projektpartner „Park Your Truck“ aus Dessau-Roßlau sei außerdem geplant, eine Option zur digitalen Reservierung von Ladeplätzen in der Software zu implementieren.
Regina Schrank, Bereichsleiterin Dienstleistungsmanagement, FIR an der RWTH Aachen kommentiert: „Die Herausforderungen bei der Dekarbonisierung der Logistik können nur gemeinsam gelöst werden. Wir freuen uns sehr darüber, als Konsortium ein starkes Zeichen zu setzen und mit ‚DRivE‘ einen wichtigen Baustein zur Stärkung alternativer Antriebstechnologien im Fernverkehr zu liefern.“










