Sie nennen es "Pure Play"

Martin Schrüfer,

Daimler bringt Lkw-Sparte an die Börse

Daimler plant einen grundlegenden Wandel der Unternehmensstruktur. Aufsichtsrat und Vorstand haben  beschlossen, einen Spin-Off des Truck & Bus-Geschäfts zu evaluieren und mit den Vorbereitungen für eine eigenständige Börsennotierung von Daimler Truck zu beginnen.

© Daimler

Beabsichtigt ist, dass der Mehrheitsanteil von Daimler Truck an die heutigen Daimler-Aktionäre übertragen wird. Daimler Truck wird im Zuge dessen volle unternehmerische Freiheit erlangen sowie eine eigenständige Corporate Governance-Struktur mit einem unabhängigen Aufsichtsratsvorsitzenden besitzen. Zudem wird angestrebt, dass Daimler Truck die Kriterien für eine Aufnahme im DAX erfüllen wird. Nach aktueller Planung soll die Transaktion bis zum Ende des Jahres 2021 abgeschlossen sein, zu diesem Zeitpunkt soll Daimler Truck erstmals an der Frankfurter Börse gelistet sein. Darüber hinaus beabsichtigt Daimler, sich zu einem späteren Zeitpunkt in Mercedes-Benz umzubenennen.

Vereinfachung der Daimler-Struktur

„Dies ist ein historischer Moment für Daimler und der Anfang für eine tiefgreifende Umgestaltung des Unternehmens. Mercedes-Benz Cars & Vans und Daimler Trucks & Buses arbeiten in verschiedenen Branchen mit spezifischen Kundengruppen, Technologiepfaden und Kapitalanforderungen. Mercedes-Benz ist die wertvollste Luxus-Automarke, die anspruchsvollen Kunden die begehrenswertesten Autos der Welt anbietet. Daimler Truck liefert den Kunden eine Vielzahl von branchenführenden Transportlösungen und Dienstleistungen. Beide Unternehmen sind in Industrien tätig, die sich technologisch und strukturell umfassend verändern. Diesen Wandel können sie deutlich effektiver gestalten, wenn sie dabei als unabhängige Einheiten agieren – mit einer starken Nettoliquidität und ohne die Einschränkungen einer Konglomerats-Struktur“, sagt Ola Källenius, Vorstandsvorsitzender von Daimler und Mercedes-Benz.

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Daimler Truck beabsichtigt, Mehrwert für seine Aktionäre zu schaffen, indem das Unternehmen seine strategischen Pläne noch schneller umsetzt, seine Profitabilität erhöht und die Entwicklung von emissionsfreien Antriebstechnologien für Lkw und Busse weiter vorantreibt.

„Dies ist ein richtungsweisender Moment für Daimler Truck. Mit der Unabhängigkeit gewinnen wir neue Chancen, Sichtbarkeit und Transparenz. Wir werden weiter wachsen und wollen bei alternativen Antrieben und bei der Automatisierung weiterhin führend sein. Mit unseren batterie-elektrischen und Brennstoffzellen-getriebenen Lkw sowie mit unserer starken Position auf dem Gebiet des automatisierten Fahrens haben wir bereits klar definiert, wie die Zukunft unseres Geschäfts aussehen wird. Mit gezielten Partnerschaften werden wir die weitere Technologie-Entwicklung beschleunigen, um unseren Kunden schnell erstklassige Produkte anzubieten“, sagt Martin Daum, Vorstandsmitglied von Daimler und Vorstandsvorsitzender von Daimler Truck.

„Daimler Truck steht heute schon auf einer soliden finanziellen Basis, unser Geschäftsmodell ist robust. Wir werden weiterhin an unserem Cashflow-Management arbeiten und wissen, wie man mit den branchenüblichen Marktzyklen umgeht. Das haben wir während des kräftigen globalen Marktrückgangs in Zusammenhang mit COVID-19 erneut bewiesen. Wir haben klare Strategien, um unsere finanzielle Performance zu steigern und unsere Marschroute schneller umzusetzen. Wir werden die Schlagkraft unserer starken und bekannten globalen Marken sowie unsere Skaleneffekte und unsere Technologie-Kompetenz nutzen, um künftig auch bei der Rendite Branchenführer zu sein“, fügt Daum hinzu.

Daimler Truck ist der weltweit größte Hersteller von Lkw und Bussen mit führenden Marktpositionen in Europa, Nordamerika und Asien und hat mehr als 35 Hauptstandorte auf der ganzen Welt. Mit mehr als 100.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vereint Daimler Truck sieben Marken unter einem Dach: BharatBenz, Freightliner, Fuso, Mercedes-Benz, Setra, Thomas Built Buses und Western Star. 2019 lieferte Daimler Truck in Summe rund eine halbe Million Trucks und Busse an Kunden aus. Der Umsatz belief sich im Jahr 2019 auf 40,2 Mrd. € bei Daimler Trucks und 4,7 Mrd. € bei Daimler Buses. Das EBIT betrug 2,5 Mrd. € bei Daimler Trucks und 283 Mio. € bei Daimler Buses.

Es ist beabsichtigt, dass Daimler im Rahmen der geplanten Transaktion die Mehrheit an Daimler Truck an seine Aktionäre abgeben wird. Die Zahl der Daimler Truck-Aktien, die die Daimler-Aktionäre dann erhalten würden, bemisst sich am Umfang der bisherigen Beteiligung. Daimler beabsichtigt, eine Minderheitsbeteiligung an Daimler Truck beizubehalten. Dementsprechend wird auch die Vertretung von Daimler im Aufsichtsrat von Daimler Truck die geplante Dekonsolidierung reflektieren.

Alle weiteren Einzelheiten der geplanten Aufteilung des Geschäfts sollen den Aktionären von Daimler bei einer außerordentlichen Hauptversammlung im dritten Quartal 2021 vorgestellt werden. Bei dieser soll dann auch die obligatorische Zustimmung der Anteilseigner zum geplanten Vorhaben eingeholt werden.

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