Kolumne
Intra Logistik fragt: Gehören Sie zu den Überforderten?
Und darf ich gleich noch eine Frage hinterherschieben? Kennen Sie den weltweit führenden „Anbieter von Supply-Chain-Software- und Automatisierungstechnologien“ – also der, der demnach alles besser können muss als alle anderen? Nicht? Hm. Dann gehören Sie vielleicht zu den Überforderten. Oder zu denjenigen, die bei einer Befragung ignoriert wurden. Lassen Sie mich das mal erklären:
Das Unternehmen, das sich so nennt, habe unter exakt „1.200 Logistikexperten“ in acht Ländern eine Umfrage zu den Herausforderungen der Logistikbranche 2020 gemacht und dabei herausgefunden, dass neun von zehn Teilnehmer „nicht mehr mithalten können“, weil die Komplexität in der Produktion und Auftragsabwicklung zunehme. Ergo gibt es pro Land im Schnitt nur 15 Logistik-Experten, der Rest müssten Luschen sein. Jetzt sollten Sie sich wirklich mal an die eigene Nase fassen und überlegen, ob Sie in Ihrem Job der oder die richtige sind. Denn die Folgen Ihrer mangelnden Expertise wären verheerend: “Unter diesem enormen Druck darf die Logistikbranche nicht zusammenbrechen“, fleht der Chief Marketing Officer des Unternehmens, das sich „weltweit führender Anbieter von Supply-Chain-Software- und Automatisierungstechnologien“ nennt.
Nachdem er neun von zehn Befragten fertig qualifiziert hat, nennt er auch eine einfache wie geniale Idee zur Rettung vor dem Zusammenbruch, nämlich sein Leistungsangebot: „Software, Automatisierungslösungen, Voice/Vision/Mobility, Robotik und Materialtransportsysteme“ – und „umfassendes Know-how“. Boah, welch ein Glück, welch eine Erleichterung! Die Branche atmet auf: Doch nicht alles verloren. Wie er das anstellen will, schildert er mit ebenso klaren wie eingängigen Formulierungen: “Wir sind auf einzigartige Art und Weise in der Lage, etwa die Integration neuer und bestehender Technologien wie auch die Realisierung von Ablauf- und Prozessoptimierungen sowohl schneller als auch kosteneffizienter umzusetzen.“ Schneller als wer und kosteneffizienter als was verrät er uns vielleicht in der nächsten Pressinfo. Wir bleiben für Sie dran.
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(aus: materialfluss 10/20)











