Kolumne

Intra Logistik: Nicht jeder hat die Größe

In der Regel sagen das die Kleinen: „Es kommt nicht auf die Größe an – sondern auf die Technik.“ So könnte man das diesjährige materialfluss-Ranking der „Top 20 umsatzstärksten Systemintegratoren mit Relevanz für den deutschen Markt“ auch auf den Punkt bringen. „Stimmt nicht ganz“, werden die Großen behaupten, „wir können auch Technik.“ Mag sein, aber dann zeigt es doch bitte auch: Fakt ist, dass auch in diesem Jahr die Zahlen nicht zu 100 Prozent vergleichbar sind. Jungheinrich, erneut Tabellenführer, packt in seine Umsatzangaben sicher auch den einen oder anderen solo verkauften Stapler rein. Die Mühe, Mülltonnen von System­anlagen zu sortieren, machte sich in diesem Jahr SSI Schäfer erst gar nicht und meldete gar keine Zahlen.

© WBM

Der Beweis für die Spitzenposition fehlt
Ähnlich machte es Körber, nach eigenen Angaben „an der Spitze der Logistikbranche“: Um nicht seine Supply-Chain-Sparte separiert von den Zigarettenmaschinen ausweisen zu müssen, schweigt man sich lieber ein bisschen aus, anstatt den Beweis für die Spitzenposition zu anzutreten. Tatsächlich in der Spitze angekommen ist Knapp: Erstmals vermeldet der Weltkonzern mehr als eine Milliarde Umsatz – Chapeau! An diese Tür klopft auch Beumer ganz laut, der Beckumer Weltkonzern liegt mit 950 Millionen Euro Umsatz nur knapp darunter.

Legt die Karten doch einfach auf den Tisch!
Auch unter den Kleinen gibt es welche, die ihre Technik wohl so sehr mögen, dass sie keine Zahlen melden, vor lauter Angst, es könnte jemand vielleicht sogar lesen. Klinkhammer ist so ein Fall, Stopa, PSB Intralogistics oder BSS Bohnenberg. Man wäre geneigt zu sagen: geile Technik – was man so hört –, aber fehlende Größe, die Karten, die übrigens ganz einfach im Bundesanzeiger nachzuschauen sind, auf den Tisch zu legen. Schade. Dafür sind in diesem Jahr Kasto, Remmert und Element Logic erstmals am Start. Willkommen im Club!

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Kommentar

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